Nach zuletzt vier Siegen in Folge hat es den FC Schalke 04 wieder erwischt. Gegen Bayer Leverkusen unterlagen die "Knappen" daheim mit 1:2.

Damit sind die Schalker weiterhin fünf Punkte von den Startplätzen für den Europapokal entfernt. Zudem zog der Erzrivale Borussia Dortmund an den "Königsblauen" vorbei.

Kein guter Tag also für die Gelsenkirchener. Schalkes Verteidiger Heiko Westermann stellte sich dennoch den Fragen von bundesliga.de. Der 25-jährige Nationalspieler haderte vor allem mit der "fahrlässigen" Schalker Leistung im ersten Durchgang.

bundesliga.de: Herr Westermann, Schalke hat 1:2 gegen Bayer Leverkusen verloren. Was waren die Gründe für die Niederlage?

Heiko Westermann: Es ist schwer, eine Erklärung für die erste Halbzeit zu finden. Wir haben gewusst, dass mit Leverkusen eine spielstarke Mannschaft auf uns zukommt - wahrscheinlich die spielstärkste der Liga. Uns war klar, dass wir Leverkusen nicht ins Spiel kommen lassen durften. Das haben wir aber gemacht, und das war fahrlässig. Wir haben nicht in die Zweikämpfe gefunden, das hat uns das Genick gebrochen. Uns hat die Aggressivität gefehlt. Wir haben beim Umschalten von Abwehr auf Angriff zu viele Bälle verloren. Dadurch waren die Leverkusener in der Überzahl. Sie haben das dann gut ausgespielt. Wir haben die Partie letztlich in der ersten Halbzeit verloren.

bundesliga.de: In der zweiten Spielhälfte war es fast ein Spiel Schalke 04 gegen René Adler.

Westermann: Stimmt. Rene Adler hat Leverkusen im Spiel gehalten. Wenn wir früher das 1:2 machen, fangen sie an zu schwimmen. Dann können wir das Spiel noch drehen, weil bei ihnen die Luft raus war. Auch meinen Schuss hat er leider toll gehalten.

bundesliga.de: Muss sich Schalke 04 jetzt von den Ambitionen, im nächsten Jahr international zu spielen, verabschieden?

Westermann: Wir haben immer gesagt, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Wenn wir alle Spiele gewonnen hätten, hätte die Möglichkeit bestanden, und wir wären wieder im Geschäft gewesen. Mit so einer Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen Leverkusen sind wir jedoch weit weg davon. Jetzt wird es immer schwerer. Wir werden aber weiterhin Gas geben und sehen, was am Ende herauskommt.

bundesliga.de: Inwieweit haben die Spekulationen in der Trainerfrage die Konzentration auf das Spiel gegen Leverkusen beeinträchtigt?

Westermann: Mich nervt die Trainerdiskussion schon ein bisschen, weil jeder Journalist danach fragt. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft hat das aber nicht beeinflusst. Mich interessiert das nicht. Das ist ja auch nicht unsere Entscheidung. Wir versuchen, guten Fußball zu spielen und die bestmögliche Punktzahl zu erreichen. Wir haben zurzeit gute Trainer, mit denen wir zufrieden sind und Erfolg haben.

bundesliga.de: Am nächsten Wochenende geht es nach Mönchengladbach. Was erwarten Sie von dem Spiel?

Westermann: Das wird auch wieder ein schweres Spiel. Aber wir haben ja jetzt nichts mehr zu verlieren.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski