Wer kommt? Wer geht? Die Sommerpause der Bundesliga ist alles andere als das für die Verantwortlichen der Vereine.

Mitten in dieser stressigen Zeit sprach SC-Sportdirektor Dirk Dufner mit scfreiburg.com über Neuzugänge, Leihverträge und die anstehende Weltmeisterschaft.

Frage: Herr Dufner, hat Ihnen das Aktuelle Sportstudio im ZDF am Samstagabend gefallen?

Dirk Dufner: Ich hab's gar nicht gesehen, um ehrlich zu sein. Ich bin am Samstag dem Fußball fremd gegangen und habe mir angeschaut, wie der THW Kiel in Großwallstadt deutscher Handballmeister geworden ist. Aber sie wollen vermutlich wissen, was ich vom Pokallos halte?

Frage: Und? Was halten Sie von dem Gedanken, in der ersten Runde mehr als 600 Kilometer nach Bremen, zum FC Oberneuland zu fahren?

Dufner: Ach, Bremen ist eine schöne Stadt. Und gut zu erreichen. Wir hätten es jedenfalls schlechter erwischen können, auch wenn es natürlich schöner gewesen wäre, gegen eine Mannschaft aus der Region zu spielen, wie 2007 in Villingen.

Frage: Schwebt Ihnen schon vor, wie die Mannschaft des Sport-Club in Oberneuland aussehen könnte?

Dufner: Sagen wir es mal so: Wir haben klare Vorstellungen von unserer Mannschaft zum Saisonstart, und wir sind, glaube ich, gleichzeitig auf einem guten Weg, diese Vorstellungen umzusetzen.

Frage: In welchen Bereichen des Kaders besteht noch konkret Handlungsbedarf?

Dufner: Im Mittelfeld, im offensiven wie im defensiven Zentrum sowie auf der Außenbahn und im Angriff. Im Tor werden wir sicher nichts machen - Oliver Baumann wird seinen Vertrag übrigens in Kürze bis 2014 verlängern - und auch was die Defensive anbelangt sind wir sehr zufrieden; auch, weil Ömer Toprak wieder voll zurück ist und Oliver Barth kürzlich verlängert hat. Im Idealfall ist die Kaderplanung zu Beginn der Vorbereitung abgeschlossen. Die Änderungen werden insgesamt aber eher punktueller Natur sein, mehr lässt unser Budget nicht zu.

Frage: Gegen Ende der letzten Saison hat sich ein 4-1-4-1-System bewährt. Wird nun versucht, exakt dieses System personell zu bedienen?

Dufner: Grundsätzlich suchen wir Spieler, die variabel einsetzbar sind. Zum Beispiel im 4-4-2 als zweite Spitze oder im 4-1-4-1 links auf der Außenbahn. Es wäre sicherlich riskant, nur ein bestimmtes System zu bedienen.

Frage: Bisher steht nur Zvonko Pamic als Neuzugang fest. Was kann man von ihm erwarten?

Dufner: Wir sollten am Anfang keine allzu riesigen Erwartungen an ihn stellen: Für einen Spieler seines Alters wird die Umstellung von der ersten kroatischen Liga zur Bundesliga nicht so leicht. Fest steht jedenfalls, dass er ein guter Junge mit großem fußballerischem Potenzial ist, übrigens ist auch sein Deutsch sehr gut. Wir wollen ihn langsam und behutsam an die Mannschaft ranführen, ihn aufbauen. Wenn das schneller geht - prima; aber wenn er Zeit braucht, kriegt er sie.

Frage: Drei Ausgeliehene kommen im Sommer erstmal zum SC zurück: Eke Uzoma, Andreas Glockner und Alain Ollé Ollé. Wie geht es mit den dreien weiter?

Dufner: Es gibt den einen oder anderen Interessenten. Nur ist es in der 2. Bundesliga momentan leider so, dass sich die Mannschaften mit Ablösen sehr schwer tun - wir wollen und können aber auch niemanden verschenken. Insofern warten wir da noch ab. Grundsätzlich sind wir aber bereit, die Spieler abzugeben.

Frage: Bei Yacine Abdessadki und Du-Ri Cha steht bereits fest, dass sie den Verein verlassen werden, das hat sich eher im Stillen so entwickelt. Was sind die Gründe?

Dufner: Bei Du-Ri war es so, dass er ja vor kurzem Vater geworden ist, und weil seine Familie in Korea lebt, hat er sich entschieden, dorthin zurück zu gehen, obwohl er sich bei uns sehr, sehr wohl gefühlt hat. Und Yacine hat hier nicht mehr die sportliche Perspektive gesehen, die er sich wünscht, und dann ist es eben besser, wenn man sich trennt. Aber sowohl mit Du-Ri, als auch mit Yacine waren das sehr gute, freundschaftliche Gespräche, und wir wünschen den Beiden viel Glück auf ihrem weiteren Weg.

Das vollständige Interview finden Sie auf der Webseite des SC Freiburg.