Stuttgart - Am Sonntag kommt es für den Stuttgarter Trainer Armin Veh zum reizvollen Aufeinandertreffen mit seinem Heimatverein. Beim FC Augsburg fing er als Fünfjähriger an, war dort später Profi und Trainer.

Das alles muss der Coach des VfB Stuttgart auf Seite schieben, schließlich braucht sein Team als aktuelles Schlusslicht der Tabelle die Punkte dringender denn je. Vor dem Spiel äußerte sich Armin Veh auf der Pressekonferenz.

Frage: Herr Veh, Sie litten diese Woche unter einem grippalen Infekt. Wie geht es Ihnen?

Armin Veh: Besser. Als Trainer kann man in einer solchen Situation nicht länger das Bett hüten.

"Wir könnten auch Neunter sein"

Frage: Welchen Eindruck macht die Mannschaft?

Veh: Einen guten. Wir haben gut trainiert, auch wenn viele Spieler, die unterwegs waren, gefehlt haben. Wir müssen diese Trainingsleistungen jetzt am Sonntag auf den Platz bringen.

Frage: Wie weit ist Daniel Ginczek?

Veh: Daniel ist so weit, dass ich ihn in den Kader nehmen kann. Er wird auf jeden Fall dabei sein. Er hat von der Muskulatur her aufgeholt. Die richtige Fitness bekommt er aber erst, wenn er ein paar Spiele gemacht hat.

Frage: Spüren Sie einen besonderen Druck aufgrund der schwierigen Tabellensituation?

Veh: Es ist keine schöne Situation, Tabellenletzter zu sein. Das ist mir auch noch nicht oft passiert. Aber wir haben deshalb am 11. Spieltag noch keine Untergangsstimmung. Und wir spielen auch nicht so, dass wir unbedingt Letzter sein müssten. Wir könnten auch Neunter sein, wenn wir unsere Chancen besser genutzt und weniger Fehler gemacht hätten. Entscheidend ist, dass wir diese teilweise eklatanten Abwehrfehler in den Griff kriegen. Sonst nützt es wenig, dass unser Spiel nach vorne wesentlich besser geworden ist.

Frage: Wie stehen die Chancen von Timo Baumgartl auf einen Einsatz?

Veh: Mir gefällt der Junge. Er ist ein Spieler, von dem ich überzeugt bin, dass er in naher Zukunft dauerhaft Bundesliga spielen kann. Es ist schön, dass wir immer wieder junge Spieler hervorbringen. Wir haben schon jetzt eine junge Mannschaft, mit Jungs wie Timo Werner oder Antonio Rüdiger.

"Mich interessiert nur, dass wir punkten müssen"

Frage: Ist es denkbar oder zu riskant mit zwei so jungen Innenverteidigern wie Baumgartl und Rüdiger aufzulaufen?

Veh: Bei uns haben ja nicht nur die jungen Spieler Fehler gemacht, sondern auch Routinierte. Wir sollten insgesamt weniger Fehler machen. Im Normalfall ist es so, dass erfahrene Spieler mit bestimmten Situationen besser umgehen. Dafür haben es junge Spieler einfacher, weil sie unbekümmerter zu Werke gehen. Es kommt für mich als Trainer darauf an, welcher Spieler in einer bestimmten Situation besser ist. Die Eindrücke aus dem Training sind dann entscheidend.

Frage: Jetzt kommt es am Sonntag zum schwäbisch-bayrisches Duell gegen den FC Augsburg. Welche Emotionen kommen bei dem Spiel bei Ihnen hoch, auch vor dem Hintergrund, dass der FCA auf Platz 7 steht, und der VfB Letzter ist?

Veh: Mich interessiert weniger, dass es vielleicht ein Derby ist. Mich interessiert nur, dass wir punkten müssen. In dem Fall ist es wirklich egal, ob das nun mein alter Verein ist oder nicht. Wir brauchen die Punkte, um ruhiger schlafen zu können. Wir sind nicht mehr am 3. Spieltag, sondern am 11. Spieltag. Wenn du da Letzter bist, schläfst du nicht mehr so ruhig.

Frage: Wie verbunden sind Sie dem FCA noch heute?

Veh: Der FCA ist mein Heimatverein, da habe ich als Fünfjähriger angefangen. Ich habe auch heute noch Verbindungen zu den Offiziellen. Was die in Augsburg geschafft haben, ist aller Ehren wert.

Frage: Augsburg hat auswärts bislang nur drei Punkte geholt und fünf von sechs Spielen verloren. Wie stark ist der Gegner einzuschätzen?

Veh: Sie haben auswärts wenig gepunktet, aber die Spiele waren meistens knapp und wurden teilweise unverdient verloren. Auf Schalke waren sie die bessere Mannschaft. Die Augsburger können hier mit breiter Brust auftreten.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski