Mönchengladbach - Nach drei Niederlagen in Serie hat Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC einen wichtigen 3:2-Sieg gefeiert. Tony Jantschke stand dabei häufig im Blickpunkt: Als Kapitän, Torschütze und Elfmeter-Verursacher.

Im Interview erklärt er, warum die Borussia in der Krise ruhig geblieben ist, worauf es in den kommenden Spielen ankommt und er wohl keinen Doppelpack mehr schnüren wird.

Frage: Tony Jantschke, Glückwunsch zum Sieg gegen Hertha BSC. Wie gut tut der Erfolg nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen in Serie?

Tony Jantschke: Für uns war es vor allem wichtig, nicht zu sehr in einen Negativ-Strudel zu geraten. Wir hatten zuletzt eine Phase, in der es nicht gut lief und wenn ich zurückblicke, hat es bereits beim Spiel in Limassol angefangen, als wir uns gerade noch zum 2:0 gerettet haben. Solche Phasen gibt es allerdings einfach manchmal, das habe ich immer wieder gesagt. Grundsätzlich wissen wir alle, was wir können und woran wir arbeiten müssen. Wir haben keine Träumer in der Mannschaft. Insgesamt sind wir ruhig geblieben und  haben das Spiel hochverdient gewonnen.

"Wir waren ein wenig geschockt"

Frage: Nach einer guten Anfangsphase hatte ihre Mannschaft zunehmend Probleme, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Woran lag das?

Jantschke: Hertha spielt sehr mannbezogen, da ist es sehr schwer, die Lücken zu finden. Man muss geduldig sein, bis einer mal nicht aufpasst. Tatsächlich hatten wir kaum wirklich klare Torchancen, weil der letzte Pass oder die Genauigkeit gefehlt haben. Und dann kommt plötzlich der Ausgleich aus dem Nichts, eine unglückliche Situation.

Frage: Nach dem Gegentreffer Sekunden vor der Halbzeit soll es in der Pause ziemlich ruhig gewesen sein.

Jantschke: Das ist nach einem solchen Tor wohl normal. Es hat ja wirklich nicht den Anschein gemacht, als ob Hertha zu dieser Phase ein Tor schießen könnte. Da waren wir schon ein bisschen geschockt in der Kabine.

Frage: Gladbach hat nach der Pause die richtige Antwort gegeben. Sie selbst hatten nach ihrem Tor zum 1:0 sogar noch ein zweites Erfolgserlebnis auf dem Fuß. Warum hat es nicht gereicht?  

Jantschke: Wenn ich mal treffe, dann eher nach einer Standardsituation. Der zweite Versuch war einfach schlecht von mir geschossen (lacht). Die ganze rechte Ecke ist frei, der Torwart spekuliert schon auf die linke und genau da spiele ich den Ball hin. Den muss ich einfach flach schießen und reinmachen.

Frage: Die große Chance auf einen Doppelpack vertan.

Jantschke: Ja, das war eine der größten Chancen überhaupt. Ob die nochmal wiederkommt, ich weiß es nicht (lacht). 

"Das Spiel dürfen wir nicht verlieren"

Frage: Dann gab es noch die Elfmeterszene in der Nachspielzeit. Wie haben Sie die Situation gesehen?

Jantschke: Ich versuche mich vor den Schuss zu hauen. Kalou verzögert, versucht vergeblich einzufädeln und tritt mir auf die Wade. Aus Sicht des Schiedsrichters sieht es natürlich so aus, als ob ich ihn foule und ist dementsprechend ein Elfmeter. Der Schiedsrichter kann sich  ja leider nicht auf die andere Seite beamen, um die andere Perspektive zu sehen. Deshalb kein Vorwurf von meiner Seite. Zum Glück war es in der letzten Minute und hatte keinen Einfluss mehr.

Frage: Nun geht es am Donnerstag gegen den FC Zürich ums Weiterkommen in der Europa League. Wie geht man an ein Spiel heran, das man nicht unbedingt gewinnen muss?

Jantschke: Die Ausgangslage ist klar. Es ist ein Endspiel, das wir nicht verlieren dürfen. Aber natürlich werden wir versuchen zu gewinnen, um uns den Gruppensieg zu sichern. Das wäre nicht das Schlechteste.

Frage: In der Bundesliga stehen noch drei Spieltage an. Was glauben Sie, in welche Richtung wird es bis zur Winterpause für Gladbach gehen? 

Jantschke: Wir haben jetzt erst einmal Zürich vor der Brust. Das müssen wir unbedingt schaffen. Dann schauen wir weiter von Spiel zu Spiel. In zwei Wochen wissen wir mehr. Warten wir es ab.

Aufgezeichnet von Markus Hoffmann