München - Andre Schürrle ist derzeit einfach nicht zu stoppen. Egal wann der 19-Jährige derzeit wo gegen wen spielt, er gewinnt. Nach dem Traumstart mit Mainz schoss er am Montagabend die deutsche U21-Nationalmannschaft mit einem "Doppelpack” zum Sieg gegen die Ukraine.

"So lange es jetzt so gut läuft, nutze ich das aus und genieße es”, sagt der sympathische Überflieger auf Nachfrage von bundesliga.de mit einem breiten Grinsen. Am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker)könnten der Offensivspieler und seine 05er mit einem Sieg gegen den Hamburger SV - dem achten in Serie - Bundesliga-Geschichte schreiben und einen neuen Startrekord aufstellen.

Im Interview spricht Schürrle über den Mainzer Lauf und seine rasante Entwicklung. Er hat sogar Verständnis dafür, wenn Trainer Thomas Tuchel ihn auf die Bank setzt.

Frage: Herr Schürrle, wissen Sie überhaupt noch wie sich ein schlechtes Spiel oder sogar eine Niederlage anfühlt?

Andre Schürrle:(grinst) Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ob es wieder schlechte Phasen gibt? Ja, die werden kommen. Aber so lange es jetzt so gut läuft, nutze ich das aus und genieße es.

Frage: Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie jetzt dieses achte Spiel auch noch gewinnen und einen neuen Startrekord aufzustellen?

Schürrle: Über den Rekord haben wir schon vorher nicht nachgedacht, das machen wir auch jetzt nicht. Für die Medien ist es natürlich ein schönes Thema, aber wir wollen einfach als Mannschaft unsere Leistung bringen.

Frage: Mit Mainz läuft es super, da wächst auch der Erfolgsdruck. Wie gehen Sie persönlich mit der steigenden Erwartungshaltung um?

Schürrle: Wir haben in Mainz ziemlich wenig Druck. Jeder freut sich über die 21 Punkte, wir sind alle super drauf und haben eine tolle Mannschaft. Wenn wir in jedem Training weiterhin so konzentriert arbeiten und in jedem Spiel unsere Leistung abrufen, kommen da auch noch weitere Punkte hinzu.

Frage: Sie müssen vielleicht gegen Hamburg erstmal wieder auf die Ersatzbank…

Schürrle: Der Trainer muss entscheiden, wie er die Mannschaft aufstellen will. Das hängt damit zusammen, wie der Gegner spielt und wie unser Trainer glaubt, dass wir Hamburg knacken können.

Frage: Ist es für Sie mehr Ärger oder Ansporn, zuerst draußen bleiben zu müssen?

Schürrle: Ich war am Ende der Vorbereitung rund vier Wochen verletzt. Man braucht eine gewisse Zeit, um wieder volle 90 Minuten spielen zu können. Der Trainer weiß das und baut mich behutsam auf. Er kann immer auf mich zählen.

Frage: Hätten Sie eigentlich lieber in der Bundesliga weitergespielt, als die Nationalmannschaftspause zu haben?

Schürrle: Nein, es hat Riesenspaß gemacht in der U21, wir hatten eine tolle Woche. Und mit Mainz haben wir gesehen, dass es nach der letzten Länderspielpause auch super weiterging - da mache ich mir keine großen Gedanken.

Frage: Im Sommer waren Sie noch Zuschauer und Fan des DFB-Teams in Südafrika, jetzt stehen Sie selbst auf dem Sprung in die A-Nationalmannschaft. Wird da bald ein Traum wahr?

Schürrle: Natürlich, die A-Nationalmannschaft ist ja der Traum eines jeden Fußballers. Wenn es so kommt, wäre es schön. Aber ich konzentriere mich auf meine Leistungen, und die Entscheidung treffen andere.

Frage: Eine Entscheídung haben Sie kürzlich getroffen, Ihr Wechsel nach Leverkusen steht schon fest. Tut es manchmal sogar ein bisschen weh, weil es mit Mainz so gut läuft?

Schürrle: Auf keinen Fall, ich habe die Entscheidung noch zu keiner Sekunde bereut. Leverkusen war von klein auf ein Verein, dessen Spiele ich mir gerne angesehen habe und in dem ich gerne mal spielen wollte. Super, dass das jetzt geklappt hat. Es gab sehrt gute Gespräche mit den Verantwortlichen, die Mannschaft ist toll - ich freue mich riesig auf den nächsten Sommer.

Aufgezeichnet von Tim Tonner