Madrid - "Finale dahoam": Durch den nervenaufreibenden "Sieg" bei Real Madrid (3:1 i.E.) hat sich der FC Bayern den Traum vom Finale im eigenen Stadion erfüllt.

Zwar verschoss Kapitän Philipp Lahm im Elfmeterschießen seinen Strafstoß, doch durch Manuel Neuers Glanzleistung und den entscheidenen Schuss von Bastian Schweinsteiger steht der FC Bayern zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren im Endspiel der "Königsklasse". Nach der Partie sprach Lahm mit bundesliga.de über die Stimmung in der Mannschaft und Gelbe Karten.

bundesliga.de: Herr Lahm, was war nach dem Spiel in der Kabine los?

Lahm: Es herrschte eine riesige Freude, eine große Erleichterung, dass wir es geschafft haben, ins Finale einzuziehen.

bundesliga.de: Kann man die Mannschaft für diesen Auftritt eigentlich oft genug loben?

Lahm: Es ist einfach eine beeindruckende Leistung. Wir haben gezeigt, dass wir als Team gegen einen Top-Gegner und 80.000 Fans bestehen können. Und das nach dem frühen 0:2. Wir hätten die Partie sogar schon früher entscheiden können. Aber wir haben das Elfmeterschießen noch gerne mitgenommen.

bundesliga.de: Wo hat die Mannschaft das Selbstvertrauen hergenommen?

Lahm: Wir hatten eine ähnliche Situation ja 2010 in Manchester, als wir auch schnell mit 0:3 zurücklagen und am Ende noch mit 2:3 das Halbfinale erreicht haben. Das hilft in solchen Momenten. Wir wissen, dass wir gegen jede Mannschaft mithalten können. Gegen Real Madrid war das zwar besonders schwierig. Aber wir haben immer an uns geglaubt.

bundesliga.de: Sie sind vorbelastet in die Partie gegangen. Bei einer Gelben Karte wären Sie fürs Finale gesperrt. Hat Sie das belastet?

Lahm: Nein, das hat für mich keine Rolle gespielt. Wenn man ins Finale möchte, dann nimmt man auch vielleicht mal eine Gelbe Karte in Kauf.

bundesliga.de: Mit David Alaba, Luiz Gustavo und Holger Badstuber fehlen nun aber drei Bayern-Spieler.

Lahm: Es ist einfach nur schade, dass auf beiden Seiten Spieler gelb-gesperrt fehlen werden. Denn in meinen Augen hat ein Endspiel in der Champions League auch die besten Spieler auf dem Platz verdient. Wir können es nicht ändern, aber wir werden damit umgehen.

Das Interview führte Michael Reis