München - Am Ende hat es dann doch nicht gereicht für den Rekordmeister: Der FC Bayern München schlug zwar im abschließenden Heimspiel den VfB Stuttgart verdient mit 2:1 (1:1), verpasste aber durch Leverkusens 1:0-Erfolg in Freiburg Platz 2 und muss sich nun über die Qualifikation für die Teilnahme an der Champions League empfehlen.

Im Gespräch mit bundesliga.de zieht Bayern-Verteidiger Holger Badstuber sein persönliches Fazit der abgelaufenen Spielzeit und erklärt, worüber er sich ärgert und warum ihm kein richtiger Saisonhöhepunkt einfallen will.

Außerdem wirft er bereits einen Blick auf die kommende Saison, richtet eine Kampfansage an Meister Dortmund und verrät, was er vom neuen Trainer Jupp Heynckes erwartet.

bundesliga.de: Der FC Bayern beendet die Saison 2010/11 auf Platz 3. Wie lautet Ihr persönliches Fazit, Herr Badstuber?

Holger Badstuber: Wir können nicht zufrieden sein. Zu Beginn der Saison haben wir zu viele Punkte hergeschenkt. Erst am Schluss haben wir zu unserer eigentlichen dominanten Rolle gefunden. So hätten wir es die ganze Spielzeit durchziehen müssen. Aber das ist uns nicht gelungen, lamentieren hilft nicht. Mit dem erreichten 3. Rang haben wir die Möglichkeit erarbeitet, uns für die nächste Saison für die Champions League noch zu qualifizieren, das ist für uns und den gesamten Verein sehr wichtig. Die jetzige Saison haken wir so schnell wie möglich ab.

bundesliga.de: Wie groß war die Hoffnung, dass Leverkusen in Freiburg Punkte liegen lässt, um damit noch Platz 2 zu erreichen?

Badstuber: Die Hoffnung muss man immer bis zum Schluss aufrechterhalten, aber es hätte schon viel zusammen kommen müssen, damit es für uns noch reicht. Wir haben unsere Aufgabe mit dem Sieg gegen Stuttgart erledigt. Mehr konnten wir nicht tun.

bundesliga.de: Der Plan lautete, mit einem frühen eigenen Tor Leverkusen im Fernduell unter Druck zu setzen. Warum ist daraus nichts geworden?

Badstuber: Die Stuttgarter sind nicht einfach zu spielen. Sie hatten zuletzt einen guten Lauf, viel Selbstvertrauen getankt und hier in München nichts mehr zu verlieren. Da spielt es sich natürlich einfacher. Wir hingegen mussten gewinnen, um unsere Chance auf Platz 2 zu bewahren. Daher war es so schwierig.

bundesliga.de: Was war für Sie persönlich der Höhepunkt der Saison?

Badstuber:(überlegt lange) Das ist schwierig zu beantworten. Es gab gute Phasen und schlechte Phasen, so lief eigentlich die ganze Saison. Einen richtigen Höhepunkt gab es dabei nicht.

bundesliga.de: Gab es ein Ereignis, das Ihnen besonders negativ im Gedächtnis geblieben ist?

Badstuber: Nein, kein einzelnes Ereignis. Aber mich ärgert, dass wir es in der Rückrunde nicht geschafft haben, konstant unser Können abzurufen. Dann hätte ich auch die Hoffnung auch nicht aufgegeben, dass wir noch etwas reißen können. Aber das haben wir selbst vermasselt, dumme Gegentore kassiert und so weiter. Es war einfach insgesamt eine schwierige Saison.

bundesliga.de: Aus Bayerns Vorstandsetage kam nach dem Glückwunsch zur Meisterschaft auch gleich die Kampfansage nach Dortmund, in der kommenden Spielzeit die Schale wieder nach München zu holen. Entspricht diese Aussage der Stimmung in der Mannschaft?

Badstuber: Das werden wir sehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir in der nächsten Saison heiß darauf sind, oben anzugreifen. Und wer uns in den letzten Wochen beobachtet hat, weiß, dass wir über eine Mannschaft verfügen, die super Fußball spielen kann, die die Gegner dominiert, egal wie sie heißen. Das wollen wir in der neuen Spielzeit zeigen.

vbundesliga.de: Der Trainer wird dann Jupp Heynckes heißen. Was halten Sie von ihm?

Badstuber: Ich weiß, wie er arbeitet. Er ist ein guter Trainer und ich freue mich sehr, dass er zu uns kommt. Fußball spielen müssen wir Profis, aber ich denke, dass er als Coach gut zu uns passt.

Aus der Allianz Arena berichtet Denis Huber