Dortmund - Der Meister zaubert wieder und ein echter Dortmunder trifft dabei gleich per Doppelpack: Kevin Großkreutz war einer der Matchwinner beim 3:1-Sieg des BVB über den Hamburger SV.

Ganze 17 Minuten dauerte es, bis Großkreutz und der BVB das erste Mal wieder ins gegnerische Tor trafen und mit einer beeindruckenden Leistung da anknüpften, wo sie in der letzten Saison aufgehört hatten. Im Anschluss stand ein glänzend aufgelegter Kevin Großkreutz im Interview Rede und Antwort.

Frage: Kevin Großkreutz, der BVB hat den Eindruck gemacht, als hätte es eine Sommerpause nie gegeben.

Kevin Großkreutz: Wir haben in der Vorbereitung richtig gut gearbeitet. Wir wussten, dass das Trainerteam samt Leichathletik-Coach uns in der Vorbereitung richtig fit gemacht hat. Dazu hat uns der Trainer richtig gut auf den Gegner eingestellt und wir haben alles auf dem Platz umgesetzt. Wir haben die Fehler der Hamburger konsequent ausgenutzt. Wir haben eiskalt zugeschlagen.

Frage: War das schon ein wegweisendes Spiel? Und auch ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz, dass mit dem BVB wieder zu rechnen ist?

Großkreutz: Natürlich tut so ein Sieg im ersten Spiel richtig gut. Das gibt einfach noch einmal einen zusätzlichen Schub für das Selbstvertrauen. Aber die Konkurrenz interessiert uns dabei nicht. Wir achten nur auf uns und ziehen unser Ding durch. Wir wollen unsere Spiele gewinnen, das ist alles. Aber wenn man so einen Sieg am Freitag vorlegt, kann man ganz entspannt die weiteren Spiele der Bundesliga anschauen. Und das Wochenende dabei richtig genießen!

Frage: Apropos genießen: Was sagen Sie zur Leistung von Mario Götze?

Großkreutz: Mario war richtig schlecht und hat wieder einmal nichts gebracht. Er muss sehen, dass er langsam aus den Puschen kommt. (lacht) Nein, ganz im Ernst, Mario hat wieder eine überragende Partie abgeliefert. Er war der beste Spieler auf dem Platz. Was soll ich zu ihm noch sagen? Er ist ein Super-Talent und kann alles am Ball. Wenn er auf dem Boden bleibt, darf man sich noch auf einiges freuen. Und er wird auf dem Boden bleiben.

Frage: Der Auftritt gegen den HSV war insgesamt schon imponierend. Wie gut kann der BVB noch werden?

Großkreutz: Das kann man wirklich nicht sagen. Ich denke, wir können uns jeder einzeln noch ein ganzes Stück weiterentwickeln, weil wir fast alle noch sehr jung sind. Und ich bin überzeugt, dass wir uns vor allem auch als Mannschaft noch weiter steigern können. Auf jeden Fall werden wir weiter Vollgas geben!

Frage: Und auf welchem Leistungsstand sehen Sie sich selbst? Zwei Tore sind schon ein ganz netter Auftakt.

Großkreutz: Ich bin natürlich ganz zufrieden mit meiner Leistung. In einigen Aktionen kann es noch ein bisschen mehr Sicherheit gebrauchen, aber sonst läuft es wirklich schon ganz gut. Ich bin topfit und freue mich einfach, dass es jetzt wieder losgeht und ich wieder in der Bundesliga spielen kann. Vor allem macht es mit dieser Mannschaft richtig Spaß. Wir haben jeden Tag eine Menge Spaß, wenn wir uns sehen.

Frage: Sind Sie gerade auch angesichts Ihrer zwei Treffer enttäuscht, dass Sie nicht für das Länderspiel gegen Brasilien nominiert worden sind?

Großkreutz: Ich habe diese Tore nicht für Jogi Löw geschossen, sondern für die Mannschaft. Ich habe am Donnerstag von Co-Trainer Hansi Flick erfahren, dass ich nicht dabei bin. Ich gehe damit aber ganz locker um. Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer kämpfe. Und um die Nationalmannschaft werde ich auch weiter kämpfen.

Frage: Die Mannschaft wurde nach dem Spiel von den Fans schon wieder mit Spitzenreiter-Sprechchören gefeiert. Geht die Euphorie in Dortmund ungebrochen weiter?

Großkreutz: Die Fans wissen diesen Sieg ganz gut einzuschätzen, auch wenn sie uns jetzt wieder als Spitzenreiter gefeiert haben. Ich kenne ja einige von ihnen. Sie werden uns auch mal ein paar Niederlagen verzeihen, wenn es dazu kommen sollte. Sie wissen, dass wir eine ganz junge Truppe sind. Aber sie wissen eben auch, dass wir immer in jedem Spiel alles raushauen. Und das ist hier in Dortmund das Wichtigste!

Frage: Am nächsten Samstag geht es für den BVB nach Hoffenheim, wo es zumeist nicht viel zu holen gab.

Großkreutz: Wir haben uns da tatsächlich immer schwer getan. Das scheint ein Gegner zu sein, der uns irgendwie nicht liegt. Aber ich hoffe, am nächsten Samstag sieht das anders aus. Jetzt wird es Zeit, mal zu zeigen, dass wir gegen Hoffenheim auch gewinnen können. Wir können da jetzt mit entsprechendem Selbstbewusstsein hinfahren. Wir müssen unser Ding durchziehen. Wir müssen aufmerksam und konsequent sein und ausnutzen, was der Gegner uns anbietet. Dann wird es schwer werden, uns zu schlagen.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte