Für Alexander Baumjohann war das Spiel gegen den BVB die letzte Partie im Trikot der Gladbacher Borussia. Mit dem 1:1 verabschiedete sich der Mittelfeldspieler mit dem Klassenerhalt zum FC Bayern München.

Mit bundesliga.de sprach der 22-Jährige über das letzte Saisonspiel, die Aufholjagd der Borussia in der Rückrunde und seine Vorfreude auf die Bayern.

bundesliga.de: Der Klassenerhalt zum Abschied - besser hätte das Drehbuch für Ihr letztes Spiel in Gladbach kaum geschrieben werden können.

Alexander Baumjohann: Mir ist persönlich ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, weil ich mich unbedingt mit dem Klassenerhalt aus Mönchengladbach verabschieden wollte. Ich wollte auf keinen Fall als Absteiger gehen! Dass ich mit dem Eckball die Vorlage zum Tor gegeben habe, ist umso schöner.

bundesliga.de: Waren Sie während der gesamten 90 Minuten gegen den BVB vom Klassenerhalt überzeugt?

Baumjohann: Es war ein schwieriges Spiel bei den hohen Temperaturen, und es lag ein enormer Druck auf uns. Aber wir haben das über weite Strecken wieder sehr gut gemacht. Wir hätten sogar einen Sieg verdient gehabt. Aber am Ende hat es ja auch so gereicht.

bundesliga.de: Valdez hatte aber gleich zu Beginn zwei hochkarätige Chancen, den BVB in Führung zu schießen…

Baumjohann: …aber Logan Bailly hat auch zwei Mal großartig gehalten. Und wir hätten selbst auch schon früher in Führung gehen können, wir hatten den Pfostentreffer von Dante kurz vor der Pause. Insgesamt waren wir einen Tick besser als Dortmund, aber das Unentschieden geht in Ordnung.

bundesliga.de: Man hat beiden Teams aber auch angemerkt, dass viel auf dem Spiel stand.

Baumjohann: Das fand ich eigentlich nicht. Wir haben das Spiel in den meisten Phasen kontrolliert und dem BVB nicht viele Möglichkeiten nach vorne gelassen. In der ersten Halbzeit haben wir zwar selbst nicht viele zwingende Chancen herausgespielt, aber es war insgesamt ein gutes Bundesligaspiel. Schade für den BVB, dass der HSV in letzter Sekunde den Siegtreffer geschossen und die Dortmunder noch aus dem Europacup geworfen hat. Damit hatte wohl auch von ihnen keiner mehr gerechnet.

bundesliga.de: Waren Sie über die Spielstände Ihrer Mitkonkurrenten im Abstiegskampf informiert?

Baumjohann: Nein, es gab keine direkten Informationen. Uns war von Anfang an klar, dass wir nur auf uns gucken, weil wir es auch selbst in der Hand hatten. Vor einigen Wochen hätten wir noch sofort unterschrieben, wenn man uns so eine Konstellation am letzten Spieltag vorhergesagt hätte. Wir waren überzeugt, dass wir zuhause in unserem Stadion einen Sieg oder zumindest den nötigen Punkt holen. Wir haben hier schließlich schon einige Mannschaften vor erhebliche Probleme gestellt.

bundesliga.de: Das war nicht immer so. Haben Sie in der Winterpause überhaupt noch an den Klassenerhalt der Gladbacher geglaubt?

Baumjohann: Nach der katastrophalen Hinrunde hatten uns einige nicht mehr auf der Rechnung, was den Klassenerhalt betrifft. Aber wir haben eine gute Rückrunde gespielt, Moral bewiesen, einige Dinge wieder gerade gerückt und uns letztlich einen Platz in der Bundesliga verdient. 31 Punkte sind am Ende nicht viel, aber es hat gereicht. Und darauf kam es an!

bundesliga.de: Sie selbst wechseln jetzt zum FC Bayern München. Wie groß ist die Vorfreude?

Baumjohann: Ich habe mir bis jetzt nicht viele Gedanken gemacht über meine neue Aufgabe. Für mich hat nur Gladbach gezählt. Jetzt haben wir unser Ziel erreicht, nun mache ich Urlaub und dann werde ich mich auch intensiver mit dem FC Bayern beschäftigen. Für mich bedeutet der Wechsel eine riesige Möglichkeit. Und wenn ich dort keine Chance für mich sehen würde, würde ich nicht wechseln.

bundesliga.de: Haben Sie denn Ihrem neuen Club die Daumen gedrückt, dass man mit einem Sieg über Stuttgart noch Platz 2 sichert?

Baumjohann: Ich habe mich absolut auf unser Spiel konzentriert. Ob Bayern nun direkt in die Champions League eingezogen ist oder den Umweg über die Qualifikation hätte gehen müssen, konnte ich nicht beeinflussen. Aber so ist es für mich natürlich ein optimaler Ausgang der Saison: Gladbach hat die Klasse gehalten und die Bayern sind in der Champions League.

bundesliga.de: Und wie fällt Ihr Fazit für die Zeit in Mönchengladbach aus? Es war nicht immer einfach…

Baumjohann: Dass es im Fußball auch für einen Spieler persönlich immer Höhen und Tiefen gibt, ist doch ganz normal. Aber die Fans haben sowohl die Mannschaft als auch mich in letzter Zeit richtig gut unterstützt. Und ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte