Verteidiger Per Nilsson (l.) kommt bislang auf 14 Saisonspiele für 1899 Hoffenheim
Verteidiger Per Nilsson (l.) kommt bislang auf 14 Saisonspiele für 1899 Hoffenheim
Bundesliga

"Wir haben eine sehr hungrige Mannschaft"

Die Durststrecke ist überwunden. Nach zwölf Spielen ohne Sieg gelang 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Köln endlich wieder ein "Dreier". Zusätzlicher Nebeneffekt: Der Spaß am Spiel ist zurück.

Im Interview mit bundesliga.de beschreibt der erleichterte, stellvertretende Kapitän Per Nilsson, wie der Herbstmeister zur alten Leichtigkeit zurückgefunden hat.

bundesliga.de: Die Frage, wie gut sich ein Sieg anfühlt, stellt sich wohl eigentlich nicht, oder?

Per Nilsson: Das stimmt, wir sind alle richtig glücklich. Siege sind das schönste Gefühl für einen Fußballer. Und das war fast der schönste Sieg der Saison. Wir mussten in den letzten Wochen viele Rückschläge hinnehmen, danach freut man sich ganz besonders.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die beiden Halbzeiten gegen Köln im Vergleich?

Nilsson: Die erste Halbzeit war sicher kein überragender Fußball. Da sind wir sehr verunsichert aufgetreten. In der Pause haben wir versucht, uns daran zu erinnern, dass wir hier keinerlei Druck haben und ganz befreit aufspielen können. Das hat dann auch ganz gut geklappt.

bundesliga.de: Was hat der Trainer in der Pause mit auf den Weg gegeben?

Nilsson: Er hat uns daran erinnert, dass wir nicht mehr gegen den Abstieg spielen und gesagt, wir sollen einfach wieder Spaß am Fußball haben. Denn deswegen haben wir ja alle irgendwann mal damit angefangen.

bundesliga.de: Hatten Sie während des Spiels Sorge, dass Sie sich wieder um den Lohn bringen könnten?

Nilsson: Eigentlich nicht. Ich denke, wir waren dem dritten Tor näher als die Kölner dem Anschlusstreffer. Aber das ist jetzt auch egal, wir sind überglücklich, drei Punkte geholt zu haben. Der erste Sieg nach fast drei Monaten, das ist ein super Gefühl.

bundesliga.de: Zwölf Spiele lang mussten Sie darauf warten. War diese Serie für die Mannschaft im Trainingsalltag eine Belastung?

Nilsson: Wir haben versucht, das auszublenden, um uns auf den nächsten Gegner vorbereiten zu können. In den letzten Spielen ist uns das auch schon stellenweise wieder gelungen. Gegen Berlin und Karlsruhe waren wir wieder nah dran, jetzt hat es dann endlich gereicht.

bundesliga.de: Aufgrund der Ausfälle mussten Sie erneut mit einer neu formierten Abwehrreihe spielen. War das zu Beginn schwierig?

Nilsson: Das war überhaupt kein Problem. Wir haben ja auch zu Null gespielt. Wir wissen alle, dass wir einen guten Kader haben und mit solchen Ausfällen umgehen können. Die jungen Spieler, die dann ihre Chance kriegen, sind hoch motiviert und wollen sich beweisen.

bundesliga.de: Am Mittwoch erwartet Sie jetzt das Auswärtsspiel in Bielefeld. Was erhoffen Sie sich von der Partie und den ausstehenden Begegnungen gegen Bayern München und beim FC Schalke 04?

Nilsson: Wir wollen natürlich auch gegen Bielefeld gewinnen. Außerdem könnten wir mit Siegen gegen Bayern München und Schalke auch noch gehörigen Einfluss nehmen.

bundesliga.de: Fällt es schwer, sich für die letzten Spiele zu motivieren, wenn es für Hoffenheim nicht mehr um so viel geht?

Nilsson: Nein, mir zumindest nicht. Ich bin Fußballprofi geworden und das bedeutet, dass du immer gewinnen willst, egal ob Training, Freundschaftsspiel oder Liga. Ich freue mich auf jedes Spiel.

bundesliga.de: Was erhoffen Sie sich mit Hoffenheim in der nächsten Saison?

Nilsson: Wir haben eine sehr hungrige Mannschaft. Uns fehlt noch etwas die Erfahrung, das ist bei so einem jungen Kader ja logisch. Aber aus dem Saisonverlauf können wir viel lernen. Wir wollen uns ständig verbessern und irgendwann auch oben angreifen. Diese Saison hat es dazu noch nicht gereicht, aber wir entwickeln uns weiter.

Das Gespräch führte Daniel Dillmann