Hamburg - Er war der Matchwinner beim 4:0 des Hamburger SV gegen Werder Bremen: Paolo Guerrero. Der Peruaner in Diensten des HSV erzielte zwei Tore - so viele wie in seinen 16 Saisoneinsätzen zuvor.

Guerrero, der zuletzt zum Abschluss der Hinrunde in Mönchengladbach in der Startelf stand, wollte seine Leistung aber nicht überbewerten. "Gegen Werder hat es jetzt geklappt. Aber wir müssen als Kollektiv denken. Wir haben einen großen Kader mit guten Stürmern. Ob nun Ruud, Mladen, Eric oder ich - wer spielt und die Tore schießt ist letztlich egal. Wir müssen einfach gewinnen", erklärte Guerrero. Das Geheimnis seines Erfolges gab er aber dann doch preis.

Frage: Herr Guerrero, Glückwunsch zum "Doppelpack" gegen Werder. Was war der Grund für diese Leistungsexplosion?

Guerrero: Ich bin endlich verletzungsfrei und konnte die vergangenen Wochen gut und hart trainieren. Ich bin jetzt topfit.

Frage: Sie saßen zuletzt meist nur auf der Ersatzbank. Eine schwierige Situation, oder?

Guerrero: Ich habe geduldig auf meine Chance gewartet. Es ging ja auch nicht anders, da mich meine Achillessehnenverletzung immer wieder vom Training abgehalten hat. Da hatte ich wirklich Schmerzen.

Frage: Und nun bilden Sie mit Mladen Petric das neue Traumpaar in der HSV-Offensive?

Guerrero: Gegen Werder hat es jetzt geklappt. Aber wir müssen als Kollektiv denken. Wir haben einen großen Kader mit guten Stürmern. Ob nun Ruud, Mladen, Eric oder ich - wer spielt und die Tore schießt ist letztlich egal. Wir müssen einfach gewinnen.

Frage: Aber mit Mladen Petric hat es ja besonders gut funktioniert.

Guerrero: Ja, klar. Ich spiele ja auch schon seit fast drei Jahren mit Mladen zusammen und wir kennen uns gut. Wir verstehen uns fast blind. Ich weiß genau, welchen Ball er spielen wird.

Frage: Der Kuss auf die Raute nach dem Tor kam vom Herzen.

Guerrero: Natürlich. Ich hätte in der Sommerpause auch wechseln können. Aber ich bin beim HSV geblieben, weil ich den Verein und die Stadt mag. Ich fühle mich sehr wohl in Hamburg.

Frage: War der Sieg gegen die Bremer Genugtuung für die Derbypleite gegen St. Pauli?

Guerrero: Nein. Die Niederlage gegen St. Pauli war bitter. Wir hätten das Spiel nie und nimmer verlieren dürfen. Aber wir haben eine Reaktion gezeigt, Gas gegeben und deutlich gewonnen. Das war auch nicht einfach. Aber wir wollten unsere Fans unbedingt wieder glücklich machen.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis