Der 1:0-Erfolg zum Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern München war für den Hamburger SV teuer erkauft. Innenverteidiger Bastian Reinhard zog sich einen Mittelfußbruch zu.

Der HSV war somit kurz vor dem Ende der Transferperiode zum Handeln gezwungen und um Ersatz bemüht. Fündig wurden die Hanseaten in Frankreich. Vom FC Nantes wurde Michael Gravgaard bis zum Saisonende ausgeliehen.

Nach einer völlig verkorksten Premiere beim 2:3 in Karlsruhe mausert sich der Däne an der Seite von Abwehrchef Joris Mathijsen immer mehr zur festen Größe bei den "Rothosen".

Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker), dem ersten Nord-Derby für Gravgaard, sprach bundesliga.de mit dem sympathischen Skandinavier über seine Rolle beim HSV, die Nord-Derbys gegen den ewigen Rivalen und die Folgen der Dreifachbelastung.

bundesliga.de: Herr Gravgaard, Sie mussten gegen Hannover Joris Mathijsen als Abwehrchef vertreten. Hat alles wie gewünscht geklappt?

Michael Gravgaard: Nicht ich, sondern die gesamte Viererkette war der Chef. Wenn ein Spieler fehlt, der normalerweise sehr viel Verantwortung übernimmt, dann müssen alle mithelfen. Und ich finde, dass wir einen sehr guten Job gemacht haben.

bundesliga.de: Freuen Sie sich schon auf Ihr erstes Derby gegen Werder?

Gravgaard: Klar, solche Spiele sind doch der Traum eines jeden Fußballer. Das ist ja nicht so wie in der Bundesliga, wo man einen Ausrutscher schon am nächsten Spieltag wieder gut machen kann. Hier geht es um den Einzug ins Finale. Das wird für uns ein großes Erlebnis.

bundesliga.de: Wurde Ihnen schon erklärt, welchen Stellenwert die Spiele gegen Bremen für Hamburg haben?

Gravgaard: Oh ja, ich weiß, dass es ein sehr, sehr wichtiges Spiel für die Hamburger ist. Und in der Umkleidekabine spürt man das bei jedem Spieler.

bundesliga.de: Und wer gewinnt das erste von vier Derbys gegen Werder?

Gravgaard: Wir, denn wir haben im Moment die bessere Mannschaft.

bundesliga.de: Macht sich so langsam die Dreifachbelastung aus Bundesliga, UEFA- und DFB-Pokal bemerkbar?

Gravgaard: Wenn man gewinnt, dann ist die Müdigkeit ein gutes Gefühl.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis