Bremen - Es war die 65. Minute im Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München. Thomas Müller steht bereit zum Einwurf. Danijel Pranjic läuft Clemens Fritz im Rücken davon, bekommt den Ball zugeworfen und legt mustergültig quer zum Torschützen Arjen Robben. Es war das 1:1, am Ende gewann der Rekordmeister mit 3:1 an der Weser.

Unter normalen Umständen wäre Fritz der folgenschwere Fehler wahrscheinlich nicht passiert. Aber bei den Bremern greifen die Mechanismen momentan nicht ineinander. "Wenn man in der Tabelle unten drin steckt, dann fallen einige sonst so einfache Abläufe auf einmal nicht mehr so leicht", erklärt Fritz im bundesliga.de-Interview.

Der Rechtsverteidiger kann der zehnten Saisonniederlage aber auch Positives abgewinnen und blickt zuversichtlich auf das anstehende Spiel in Mainz.

bundesliga.de: Herr Fritz, wie beurteilen Sie die Leistung gegen den FC Bayern?

Clemens Fritz: Thomas Schaaf hat uns sehr gut eingestellt. Wir haben über 90 Minuten viel Leidenschaft und Einsatz gezeigt. Die Fans haben das honoriert und uns super unterstützt.

bundesliga.de: Die Mannschaft wirkte im Vergleich zur Vorwoche wie ausgewechselt.

Fritz: Wir haben nach dem Köln-Spiel die Defizite angesprochen: Es fehlten Kampf und Leidenschaft. Das haben wir gegen die Bayern an den Tag gelegt. Da kann uns keiner einen Vorwurf machen. Aber manchmal fehlt auch das nötige Glück.

bundesliga.de: Ist es nur das Glück, das Werder derzeit fehlt?

Fritz: Wenn man in der Tabelle unten drin steckt, dann fallen einige sonst so einfache Abläufe auf einmal nicht mehr so leicht. Und das müssen wir mit viel Engagement kompensieren.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie den Platzverweis für Tim Wiese? Hätte er bei dem Spielstand nicht zurückziehen müssen?

Fritz: Ich habe mit Tim gesprochen. Er war sich sicher, den Ball zu bekommen. Er wird uns jetzt sehr fehlen. Aber auch dem müssen wir uns stellen. Wir haben einen langen, einen schwierigen Weg vor uns. Aber wir werden uns aus der misslichen Lage herauskämpfen.

bundesliga.de: Am nächsten Spieltag muss Werder nach Mainz reisen. Mit welchen Zielen?

Fritz: Wir haben den Kampf gegen den Abstieg angenommen. Und da müssen wir jetzt konzentriert dran weiterarbeiten. Wenn wir uns in Mainz so präsentieren, wie wir es gegen die Bayern getan haben, dann können wir beim FSV auch drei Punkte holen.

Das Gespräch führte Michael Reis