Mit dem Heimsieg gegen Borussia M'gladbach gelang der Frankfurter Eintracht am 28. Spieltag der lang ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Die Elf von Trainer Friedhelm Funkel hat mit nun neun Punkten Vorsprung auf den von den "Fohlen" belegten Relegationsplatz ein beruhigendes Polster und weist mit dem 11. Tabellenrang die beste Platzierung in dieser Spielzeit auf.

Von einer Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt will Funkel nach dem 4:1-Erfolg aber noch nicht sprechen: "Wir wissen, dass wir die Klasse noch nicht gehalten haben. 32 Punkte reichen mit Sicherheit nicht aus. Darauf wollen wir uns nicht ausruhen."

Solange rechnerisch noch nichts entschieden ist, wird man dem gewohnt tiefstapelnden Coach der Hessen wohl keine andere Aussage entlocken können.

Beeindruckende Konstanz im Tabellenkeller

Dabei zeigten die Frankfurter in der ausverkauften Commerzbank-Arena gegen unterlegene Gladbacher, warum sie gute Karten haben, den Klassenerhalt zu schaffen. Gegen den Tabellensechzehnten untermauerten sie einmal mehr ihre "Vormachtsstellung" im unteren Tabellendrittel. Gegen schwächer platzierte Teams setzte es für die Hessen in dieser Spielzeit noch keine Niederlage. Eine bessere Sicherheit kann man im Abstiegskampf kaum haben.

Brenzlig wurde es gegen die Borussia nur kurzzeitig in der zweiten Hälfte. Torwart Markus Pröll war es zu verdanken, dass die Eintracht ihre Führung - Alexander Meier und Nikos Liberpoulos hatten getroffen - nicht wieder aus den Händen gab. Der Schlussmann parierte beim Stande von 0:2 einen Strafstoß von Michael Bradley glänzend.

"Da müssen wir uns bei ihm bedanken, dass er uns mit seiner Parade beim ersten Strafstoß wieder die nötige Sicherheit gegeben hat", lobte Meier seinen Mannschaftskameraden gegenüber bundesliga.de.

Pröll, der Elfer-Killer

Dass es überhaupt zu einem Einsatz des stark aufspielenden Pröll kommen konnte, war dabei der Verletzungsanfälligkeit des eigentlichen Stammkeepers Oka Nikolov geschuldet. Dieser hatte aufgrund eines erneuten Muskelfaserrisses kurz vor dem Spiel passen müssen.

Wie wertvoll Pröll gerade bei Elfmetern sein kann, beweist ein Blick auf seine Statistik: Fast die Hälfte der gegen ihn geschossenen Strafstöße in der Bundesliga konnte der Schlussmann parieren.

Um sich zukünftig aber nicht immer auf diese Stärke Prölls verlassen zu müssen, sollten die Frankfurter gerade im Sechzehner etwas bedachter agieren. Bereits zum zehnten Mal in dieser Saison verursachte ein Eintracht-Spieler einen Strafstoß. Keine andere Mannschaft in der Bundesliga geht vor dem eigenen Kasten noch sorgloser zu Werke als die Hessen.

Bruchhagen spricht von Vorentscheidung

Dass es trotz dieses Mankos wohl auch in dieser Saison wieder zum Klassenerhalt reichen wird, weiß auch der Vorstandsvorsitzende der Eintracht, Heribert Bruchhagen. "Es gibt nur Grund zu Zufriedenheit. Wir haben den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Neun Punkte Vorsprung bei noch sechs ausstehenden Spielen, das ist schon eine Vorentscheidung", ließ der Clubchef erleichtert verlauten.

Auch die Spieler wissen, wie wertvoll der Sieg über den Kontrahenten aus Gladbach ist. Sie nehmen sich aber für die noch anstehenden Spiele in die Pflicht. "Es war ein Riesenschritt, aber wir wollen noch den einen oder anderen Zähler holen, um die Saison wenigstens einigermaßen zu retten. Wir müssen weiter hart arbeiten und versuchen, noch Punkte zu holen, um dann die letzten Spiele beruhigt angehen zu können", gab Torschütze Marco Russ die Marschroute für den Saisonendspurt aus.

Anspruchsvolles Restprogramm

Und der hat es wahrlich in sich. Schon am kommenden Spieltag geht es für die Eintracht gegen die "Mannschaft der Stunde" (Funkel), den VfB Stuttgart. Die Schwaben haben sich nach sechs Siegen aus den vergangenen sieben Spielen mittlerweile bis auf Platz 3 heran gekämpft und beste Karten, noch ein Wörtchen um die Meisterschaft mitzureden.

Mit den Heimspielen gegen Dortmund, Bremen und dem Saisonfinale gegen Titelanwärter Hamburg habe man, so Funkel, "noch sehr schwere Spiele vor der Brust" und werde "die Spannung aufrecht erhalten". Schließlich sei er "mit 32 Punkten am Ende der Saison nicht zufrieden".

Aus Frankfurt berichtet Florian Bruchhäuser