Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann analysiert im Interview das torlose Remis bei Werder Bremen und rechnet seinem Team weiterhin gute Chancen auf die Meisterschaft aus.

Der Nord-Süd-Gipfel zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München endete mit einem torlosen Remis. Werders Innenverteidiger Naldo wurde bereits nach 16 Minuten wegen einer Notbremse gegen Bastian Schweinsteiger vom Platz gestellt, doch auch in Überzahl gelang den Münchnern nicht der Führungstreffer. Jürgen Klinsmann bleibt dennoch gelassen.


Frage: Herr Klinsmann, wie bewerten Sie das torlose Unentschieden?

Jürgen Klinsmann: Wir hätten das Spiel in den ersten 25 Minuten entscheiden können, wir hatten genug Chancen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht zwingend genug. Da haben wir ein bisschen den Rhythmus verloren und waren nicht so durchschlagskräftig. So gesehen müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.

Frage: Werders Innenverteidiger Naldo wurde schon nach 16 Minuten wegen einer Notbremse vom Platz gestellt. Hätte gegen zehn Bremer nicht mehr für Bayern drin sein müssen?

Klinsmann: Wenn man mit elf Mann gegen zehn spielt, will man natürlich gewinnen. Aber nach dem Platzverweis wurde es hektischer und die Bremer haben beeindruckend dagegen gehalten. Sie haben sich als kompakte Einheit präsentiert, die Räume zugestellt und uns das Leben schwer gemacht. Werder hat eindrucksvoll gefightet und sich den Punkt verdient. Wir akzeptieren das Ergebnis so wie es ist.

Frage: Es schien fast so als hätte Ihrer Mannschaft der unbedingte Wille gefehlt, das Tor zu erzielen.

Klinsmann: Der letzte Tick um das Tor zu erzielen hat in der Schlussphase gefehlt. Wir sind aber auch nicht so fahrlässig, dass wir kopflos nach vorne rennen und womöglich noch in Rückstand geraten. Wir hätten das Tor gerne gemacht, sind mit dem Punkt aber nicht unzufrieden.

Frage: Mit einem Sieg wäre Ihre Mannschaft wieder auf Tuchfühlung mit der Tabellenspitze gewesen. Ärgern Sie sich über diese verpasste Möglichkeit?

Klinsmann: Natürlich hätten wir gerne drei Punkte mitgenommen, um dichter an die Tabellenspitze zu rücken. Aber der HSV hat verloren, so gesehen ist an der Spitze nicht viel geschehen. Wir werden am nächsten Spieltag wieder versuchen nach vorne zu kommen.

Frage: Der Kampf um die Meisterschaft bleibt spannend. Wie fühlen Sie sich in der ungewohnten Verfolgerrolle?

Klinsmann: Wir würden uns wünschen, dass der Kampf nicht ganz so spannend ist. Ganz vorne fühlen wir uns wohler. Wir haben also noch ein bisschen Nachholbedarf, aber es bleibt noch genug Zeit wieder nach oben zu rutschen.

Frage: Und am Ende der Saison steht der FC Bayern ganz oben?

Klinsmann: Wir sind in drei Wettbewerben vertreten und haben den Anspruch in allen erfolgreich zu sein. Ich bin zuversichtlich dass es klappt. Wir haben das Recht vom Titel zu reden, müssen aber unsere Hausaufgaben machen.

Aufgezeichnet von Timo Strömer