Der Schweiz-Kanadier Daniel Imhof erklärt, warum er zunächst lieber "auf die eigenen Fans spielen" würde und warum er mit der kanadadischen Nationalmannschaft Honduras fürchtet.

Frage: Zuerst auf die Heimtribüne spielen oder mit ihr im Rücken?

Daniel Imhof: Als Kapitän würde ich zunächst auf die eigenen Fans spielen, weil es von Vorteil ist, wenn man sie direkt vor sich hat. Außerdem ist es ja auch schöner, die Tore vor der eigenen Tribüne mit seinen Fans zu feiern. Um also früh Tore zu machen und somit einen guten Start hinzulegen: Immer zuerst von West nach Ost! Davon abgesehen sind unsere Fans vor allem dann enorm wichtig, wenn es mal nicht so läuft und man von der Ostkurve gepusht wird. Das kann schon den Unterschied ausmachen.

Frage: Wie läuft bei dir ein Heimspieltag von früh morgens ab?

Imhof: Da wir vor Bundesligaspielen ja immer gemeinsam im Hotel übernachten, heißt es um 8:45 Uhr aufstehen und um 9 Uhr mit dem Team frühstücken. Mittags um 12 Uhr machen wir dann meistens einen Spaziergang zusammen, dann gibt es Mittagessen und nach der anschließenden Team-Besprechung geht es auch schon zum Stadion. Auch an Trainingstagen ist der Ablauf ziemlich routiniert. Es gibt ein kleines Frühstück, eine halbe Stunde vor dem Training hat man dann in der Kabine zu sein, dann das Training und danach geht es nach Hause, zu meiner Familie. Dort essen wir dann gemeinsam und oft lege ich mich dann mit meiner kleinen Tochter gemeinsam etwas hin, bevor ich wieder zum Training fahre.

Frage: Wie siehst du der WM 2010 mit Kanada entgegen?

Imhof: Ich hoffe natürlich, dass wir uns endlich mal für die Weltmeisterschaft qualifizieren, denn das Potenzial haben wir allemal. Für mich wird es vermutlich auch die letzte Gelegenheit sein, an einer WM teilzunehmen. Wir haben aber eine schwere Gruppe erwischt, die nicht zu unterschätzen ist, auch weil sie mit langen Reisen verbunden ist. Neben Gruppenfavorit Mexiko ist auch Honduras zu beachten, die ich noch stärker als Jamaika einschätze. Aus folgendem Grund: Ich hab da schon mal gespielt, um 13 Uhr in der Mittagshitze, bei 35 bis 40 Grad. Diese klimatischen und geographischen Vorteile wissen die kleineren Verbände in Süd- und Mittelamerika auszunutzen.