Tamas Hajnal ist der Denker und Lenker im Mittelfeld der Dortmunder. Die Niederlage im DFB-Pokal gegen Werder Bremen konnte aber auch er nicht verhindern.

Tatenlos muss er zum Rückrunden-Auftakt nun mit ansehen, wie sich seine Borussia gegen Bayer Leverkusen schlägt. Nach einer Gelb-Roten Karte im letzten Hinrundenspiel gegen Mönchengladbach ist er gesperrt.

Im Gespräch mit bundesliga.de analysiert er die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte und wagt einen Ausblick auf die Ziele des BVB.

bundesliga.de: Herr Hajnal, was stand beim BVB in der Vorbereitung auf die Rückrunde auf dem Trainingsplan?

Hajnal: Wir haben eigentlich an allem gefeilt. Die Abstimmung in der Defensive, das Pressing, aber auch die Laufwege in der Vorwärtsbewegung, um Räume und Anspielstationen zu schaffen, waren Programmpunkte. Dabei stand das spielerische im Vordergrund. Es waren aber auch sehr, sehr intensive Einheiten.

bundesliga.de: Die Abstimmung in der Defensive klappte in der Hinrunde aber doch schon ganz hervorragend. Mit 19 Gegentreffern stellt Dortmund die zweitbeste Abwehr der Liga. Ist das auch ein Verdienst des "Kinderriegels" mit Mats Hummels und Neven Subotic?

Hajnal: Der Trainer hat vor der Saisonbeginn ganz klar gesagt, dass der Defensive eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Und das hat die ganze Mannschaft beherzigt. Da kann man glaube ich keine einzelnen Spieler herausheben. Aber Nevin und Mats haben bislang einen sehr, sehr guten Job gemacht.

bundesliga.de: Wie schwer wiegt im kämpferischen Bereich der Ausfall von Sebastian Kehl, und in wie weit kann Neuzugang Kevin-Prince Boateng das kompensieren?

Hajnal: "Kehli" hat uns zum Ende der Hinrunde schon sehr gefehlt. Denn er war bis zu seiner Verletzung in einer überragenden Form, hat sehr viele Bälle im Mittelfeld erkämpft und die Kopfballduelle gewonnen. Kevin gehört ja auch zu den größeren, robusteren Spielern, und das wird uns sicherlich helfen.

bundesliga.de: Im Angriff ist der Konkurrenzkampf groß. Mit welchem der Stürmer spielen Sie denn am liebsten zusammen?

Hajnal: Wichtig ist, dass die Elf, die auf dem Platz steht, gut harmoniert. Wir haben sehr gute Offensiv-Spieler. Und der Verlauf der Hinrunde hat gezeigt, dass wir immer wieder Spieler verletzungsbedingt ersetzen mussten.

bundesliga.de: Und wie ist Ihr Eindruck von Jürgen Klopp, der zu Saisonbeginn das Ruder beim BVB übernommen hat?

Hajnal: Unser Trainer ist ein sehr akribischer Arbeiter. Er ist sehr präzise und achtet auf jede Kleinigkeit im Training sowie im Spiel. Wenn dann was nicht passt, kann er natürlich auch mal ein bisschen lauter werden. Aber das ist auch gut, dass er uns dann die Meinung sagt.

bundesliga.de: Was ist für Borussia Dortmund in dieser Saison noch drin?

Hajnal: Wir haben in der Hinrunde von der Punkteausbeute her eine gute Leistung gezeigt. Aber wir haben noch viel Luft nach oben. Denn viele Spiele, die unentschieden ausgegangen sind, hätten wir auch zu unseren Gunsten entscheiden können. Wenn wir aber genauso viele Punkte holen, wie in der Hinrunde, dann haben wir gute Chancen, weit oben mit dabeizusein.

Das Gespräch führte Michael Reis