Nach dem Sieg in Hamburg am 13. Spieltag hat es für den VfL Bochum am vergangenen Wochenende nur zu einem torlosen Unentschieden zuhause gegen Köln gereicht. Mit zwölf Punkten rangiert der VfL nach 14 Spieltagen auf dem 16. Tabellenplatz.

VfL-Torhüter Philipp Heerwagen analysierte die Partie im Interview nach Spielschluss.

bundesliga.de: Herr Heerwagen, Ihre Mannschaft hatte sich für die Partie gegen Köln mehr vorgenommen. Was ziehen Sie aus dem Unentschieden gegen den 1. FC Köln?

Philipp Heerwagen: Wir haben jetzt zweimal hintereinander zu Null gespielt, das ziehe ich Positives aus dem Spiel. Natürlich ist der Punkt zuhause fast zu wenig. Aus meiner Erfahrung im Abstiegskampf weiß ich aber, dass ein Punkt am Ende entscheidend sein kann. Und vielleicht ist es der gegen Köln. Zum Glück haben wir letzte Woche in Hamburg gewonnen.

bundesliga.de: Muss man dann gegen einen Gegner auf Augenhöhe wie Köln nicht souveräner aufspielen?

Heerwagen: Wir haben die Chance gegen Köln einfach nicht genutzt. Wir hätten tabellarisch einen Riesensprung machen können. So treten wir ein wenig auf der Stelle. Für Fußball-Feinschmecker haben wir absolute Rohkost geboten. Im Abstiegskampf gibt es halt viel Krampf und manchmal leider nur wenig spielerische Klasse. Das ist eben so.

bundesliga.de: In welchen Situationen hat der neue Trainer Heiko Herrlich schon seine Handschrift hinterlassen können?

Heerwagen: Verbessert hat sich auf jeden Fall das Verhalten bei Standardsituationen. Wir haben uns schnell postiert, waren konzentriert in der Stellung. Das war wahnsinnig wichtig. Genau das hat uns der Trainer auch vor dem Spiel noch einmal ausdrücklich gesagt. In Zukunft müssen wir so weiter agieren, dann kriegen wir bei Standards auf jeden Fall weniger Tore.

bundesliga.de: Bereiten Ihnen die nächsten Spiele Kopfzerbrechen?

Heerwagen: Wir haben nun mit den Spielen gegen den VfB Stuttgart und die Bayern zwei schwere Aufgaben vor uns und müssen uns wieder mit Top-Mannschaften messen. Aber wir wissen, wie wir auswärts auftreten müssen. Das konnte man in Hamburg gesehen und so werden wir auch nach Stuttgart fahren.

bundesliga.de: Der VfB steht zurzeit in der Tabelle sogar hinter dem VfL Bochum. Sehen Sie sich nicht eigentlich in der Favoritenrolle?

Heerwagen: Der VfB Stuttgart hat zurzeit einen Durchhänger, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mannschaft am Ende der Saison immer noch unten stehen wird. Sie haben Top-Spieler und das dürfen wir nicht unterschätzen. Eine Partie gegen Bayern München ist sowieso nie einfach. Aber das sind Herausforderungen, die die Mannschaft annehmen muss und das werden wir auch tun.

Aus Bochum berichtet Vera Schmidt