Mit dem Turniersieg des 1. FC Köln endete der zum dritten Mal in Düsseldorf ausgetragene Wintercup. Vor 15.097 Zuschauern in der LTU Arena gelang dabei den Domstädtern das Kunststück, die Veranstaltung zu gewinnen, ohne einen eigenen Treffer in der regulären Spielzeit erzielt zu haben.

Wie schon im Halbfinale gegen Hertha BSC waren die Kölner auch im Finale gegen Gastgeber Fortuna Düsseldorf nach einer torlosen, regulären 45-minütigen Spielzeit im Elfmeterschießen erfolgreich.

Matchwinner war FC-Keeper Faryd Mondragon, der beim 3:2 gegen die Hertha gleich drei Strafstöße parierte und auch im Endspiel gegen die Fortuna (5:4) einmal glänzend hielt. Den 3. Platz sicherte sich der MSV Duisburg nach einem 1:1 gegen die Berliner ebenfalls im Elfmeterschießen (4:2).

"Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen"

Nach dem Turnier waren die Verantwortlichen aller beteiligten Vereine zufrieden und in gelöster Stimmung. "Es war eine sehr interessante Veranstaltung. Die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen", bilanzierte Kölns Trainer Christoph Daum.

"Die Spiele hatten mit den drei Elfmeterschießen einen hohen Unterhaltungswert. Man hat aber auch gesehen, dass wir noch eine Woche vor dem Rückrundenstart sind."

Abgesehen vom couragiert auftretenden Drittligisten Düsseldorf (vor allem beim 3:1-Sieg im ersten Halbfinale gegen Duisburg) ließen es die Topclubs ein bisschen ruhiger angehen. "Die meisten Zuschauer wollten ja ein Finale Düsseldorf gegen Köln sehen. Und wir haben alles dafür getan, dass der Wunsch in Erfüllung ging", bemerkte MSV-Coach Peter Neururer süffisant. "Die Düsseldorfer hatten keine eigene Chance, wir haben ihnen drei Tore aufgelegt."

Neururer traf auf alte Bekannte

Immerhin gelang dem MSV gegen den Bundesliga-Dritten Hertha BSC die Rehabilitation. Einmal im Redefluss gab Neururer auch noch ein paar Anekdoten zum besten. Schließlich hat er bereits alle am Turnier beteiligten Clubs schon einmal trainiert.

So auch die Hertha: "Als ich 1991 bei Hertha war, mussten wir einmal mit einem Linienbus zu einem Heimspiel fahren. Das ist ja überhaupt kein Vergleich mehr mit heute."

Favre unzufrieden

Die Berliner des Jahres 2009 haben zwar inzwischen einen schmucken eigenen Vereinsbus, zeigten sich aber in ihren beiden Spielen recht uninspiriert. "Der Biss hat gefehlt, wir haben uns zu wenig bewegt, zu wenig Bälle erobert", monierte Hertha-Trainer Lucien Favre.

"Nach dem anstrengenden Trainingslager hat uns die Frische gefehlt. Und das Penalty-Schießen ist auch so eine Sache." Jedenfalls keine der Hertha an diesem Samstag.

Manager Dieter Hoeneß war es egal. "Mir hat das Turnier sehr gut gefallen, ich bin ein Fan von solchen Veranstaltungen. Die Ergebnisse waren nicht so wichtig. Wichtig ist das Spiel gegen Frankfurt."

Daum hebt Antar heraus

Auch Christoph Daum sieht noch viel Handlungsbedarf in der kommenden Woche bis zum Ligastart daheim gegen Wolfsburg. Aber auch mit Lob geizte er nicht: "Ich habe von meinen Spielern einige Rückmeldungen bekommen. Besonders der Auftritt von Roda Antar hat mir gefallen, das war der überzeugendste seit Monaten. Außerdem wissen wir jetzt, dass wir genügend sichere Elfmeterschützen haben."

Mit dieser Erkenntnis und den besten Wünschen für einen baldigen Aufstieg der gastgebenden Fortuna verabschiedete sich der Kölner Coach als frisch gebackener Wintercup-Sieger in die Dunkelheit der Nacht.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski