Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt auch in der Saison 2017/18 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im November:

Divock Origi (VfL Wolfsburg)

Seinen großen Auftritt hatte Divock Origi am elften Spieltag beim 3:3 im Match gegen die Hertha aus Berlin. Erst legte der 22-Jährige Yunus Malli zum 1:1-Ausgleichstreffer auf, dann machte er das 3:2 selbst. Erstmals war der junge Belgier in Diensten des VfL Wolfsburg damit an zwei Toren in einem Bundesliga-Spiel beteiligt. Dass er eine ganz große Verstärkung für die Niedersachsen ist, hatte Origi indes auch zuvor schon mehrfach bewiesen. Immerhin ist er mit vier Toren in dieser Saison der beste Goalgetter der Wölfe, braucht im Schnitt pro Tor nur sechs Schüsse. Gerade in der Zeit, als Mario Gomez verletzt ausfiel, sorgte der vom FC Liverpool ausgeliehene belgische Nationalspieler seine großen Qualitäten im Sturmzentrum. Nachdem Gomez wieder zurückgekehrt ist, ist Origi auf den rechten Flügel ausgewichen, macht aber auch da eine sehr gute Figur.

"Divock zeigt, dass er in der Bundesliga angekommen ist“ Martin Schmidt

"Divock zeigt, dass er in der Bundesliga angekommen ist. An seinen bisherigen Toren kann er sich messen lassen. Am Ende kann er an zehn bis zwölf Tore rankommen", lobt VfL-Coach Martin Schmidt den Stürmer. Dass der das Zeug zu einer großen Karriere hat, stellte er schon in jungen Jahren unter Beweis. Mit 18 debütierte er bei OSC Lille in der französischen Liga. Nach 89 Pflichtspielen und 16 Toren ging es weiter zum FC Liverpool, wo er bis zum vergangenen Sommer auf 21 Treffer in 77 Profispielen kam. 2014 überraschte er bei der WM in Brasilien, wo er als Joker in zwei Gruppenspielen ein Tor erzielte, eins vorbereitete – beide waren jeweils der Siegtreffer – und anschließend in Achtel- und Viertelfinale in der Startelf der Roten Teufel stand. In Wolfsburg zeigt er als Außenstürmer nun bisher unbekannte Stärken. In den jüngsten drei Spielen rannte er jeweils mehr als zehn Kilometer. Zudem brachte er 87 Prozent seiner Pässe an den Mann. Für einen Stürmer ein herausragender Wert.

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Jann-Fiete Arp (Hamburger SV)

Autofahren darf Jann-Fiete Arp noch nicht, dazu ist er mit seinen 17 Lenzen noch zu jung. Auf dem Fußballplatz kann der junge Stürmer indes mit den Großen schon sehr gut mithalten – und steht sogar mehrfach in den Geschichtsbüchern der Bundesliga. Bereits bei seinem Debüt am siebten Spieltag gegen Bremen sorgte er für historisches: Er war der erste in diesem Jahrtausend geborene Spieler, der in der Bundesliga zum Einsatz kam. Ende Oktober machte er dann gegen Berlin mit seinem ersten Schuss sein erstes Tor – und ist nun Hamburgs jüngster Torschütze. "Wir wissen, dass Fiete ein großes Talent ist und es wahnsinnig reif macht für sein Alter", lobt HSV-Sportdirektor Jens Todt das Eigengewächs.

"Hamburg ist meine Stadt, der HSV mein Verein. Ich lebe meinen Traum." Jann-Fiete Arp

Zumal der Jungspund eigentlich noch gar kein Profi ist und sich nebenbei voll auf die Schule konzentriert, um im Frühjahr das Abitur zu machen. Trotzdem stand er im November in allen drei Spielen über 90 Minuten auf dem Platz. Gegen Stuttgart legte er auch gleich sein zweites Bundesliga-Tor hinterher. Nur Christian Pulisic und Timo Werner waren bei ihrem zweiten Treffer jünger als Arp. 125 Minuten brauchte er insgesamt für zwei Tore – selbst HSV-Legende Uwe Seeler machte sein zweites Bundesliga-Tor "erst" nach 197 Minuten. Im November gab beim HSV auch nur Filip Kostic (11) mehr Torschüsse ab als der Nachwuchskicker (7). Und immerhin gewinnt er 44 Prozent seiner Zweikämpfe, auch gegen viel ältere Gegenspieler. Aber für den HSV gibt Arp auch gerne alles: "Hamburg ist meine Stadt, der HSV ist mein Verein – ich bin Fan. Ich lebe meinen Traum."

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Jetro Willems (Eintracht Frankfurt)

Frankfurts neuer Linksverteidiger ist trotz seiner erst 23 Jahre auf dem Platz schon ein alter Hase. Immerhin bestritt der auf Curacao geborene Niederländer vor seinem Wechsel an den Main bereits 144 Erstligaspiele in den Niederlanden für den PSV Eindhoven, zudem sieben Partien in der Champions League und 22 in der Europa League. Zweimal wurde er mit Eindhoven gar Meister. Und auch in der Nationalmannschaft sorgte Willems für Furore. Mit gerade einmal 18 Jahren fuhr er mit der Elftal zur EM 2012, avancierte zum Stammspieler und ist damit bis heute jüngster EM-Spieler der Geschichte.

"Er hat gesagt, dass ich mit dem Ball der beste Spieler bin" Jetro Willems über Niko Kovac

Klar, dass Willems, der 2011 mit der U17 Europameister geworden war, mit reichlich Vorschusslorbeeren zur Eintracht kam. Doch der 23-Jährige hat die hohen Erwartungen voll erfüllt. Nicht zuletzt wegen seiner guten Standards bereitete er 32 Torschüsse vor, die meisten aller Frankfurter. Neun dieser Vorlagen gab er allein in den drei Spielen im November. Sieben seiner 28 Standards führten in diesen drei Partien zu Torschüssen. Seine größte Stärke sind jedoch seine Dribblings. Sieben seiner zwölf Offensivdribblings waren in diesem Monat erfolgreich, insgesamt gewann er 59 Prozent seiner Duelle. Trotzdem sieht er selbst bei sich noch viel Verbesserungspotenzial – genauso wie es ihm Coach Niko Kovac schon beim ersten Treffen erklärte. „Er hat gesagt, dass ich mit dem Ball der beste Spieler überhaupt bin, aber dass ich ohne Ball und nach hinten noch viel besser werden muss. Dazu hat er mir Beispiele genannt und Recht gehabt“, sagt Willems.

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