Köln - Die Serie des VfB Stuttgart hält an. Nach dem blieben die Schwaben auch im zehnten Spiel nacheinander ungeschlagen. Damit haben sich die Stuttgarter nun definitiv mindestens Platz 7 und damit den Einzug ins internationale Geschäft gesichert. Im Interview spricht der Stuttgarter Torschütze Cacau über die Ausgangsposition des VfB und seine momentan etwas schwierige Situation als Joker.

Frage: Cacau, der VfB Stuttgart hat beim Abstiegskandidaten 1. FC Köln 1:1 gespielt. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Cacau: Der Punkt ist sehr wichtig, nachdem Leverkusen gewonnen hat und wieder etwas an uns herangekommen ist. Wir haben noch zwei Spiele. Wir brauchen noch Punkte. Es wäre besser gewesen, wenn wir in Köln gewonnen hätten. Aber man kann nicht erwarten, dass wir immer so einfach gewinnen wie in den letzten Wochen.

Frage: Wie sehr hat Sie der couragierte Auftritt der "Geißböcke" überrascht?

Cacau: Das war für uns nicht überraschend. Wir wussten, wie schwer es werden würde. Deswegen hätten wir nach einer guten Anfangsphase ein bisschen mehr Ruhe gebraucht, um den Gegner mehr zu dominieren. Die Kölner haben auf Konter gespielt und das auch sehr gut gemacht. Wir waren teilweise zu hektisch.

Frage: Der VfB hat durch das Unentschieden nun mindestens Platz 7 und das internationale Geschäft sicher. Was ist noch in den beiden letzten Saisonspielen drin?

Cacau: Es ist schon einmal gut, dass wir wieder international spielen. Aber wir wollen jetzt unbedingt Platz 5 verteidigen, weil wir dann keine Qualifikationsspiele für die Europa League spielen müssen.

Frage: Wie ist es zu erklären, dass der VfB nun das vierte Jahr hintereinander in der Rückrunde viel besser spielt und punktet als in der Vorrunde?

Cacau: Das weiß ich auch nicht. Man könnte sich ja fast darauf verlassen, dass wir in der Rückrunde immer zulegen. Aber es wäre schön, wenn wir einmal eine etwas andere Saison spielen würden. Dann hätten wir mehr Ruhe. Und es würde auch mehr Spaß machen.

Frage: Sie wurden nach dem 0:1-Rückstand eingewechselt und haben zum Ausgleich getroffen. Wie gut hat Ihnen das Tor getan?

Cacau: Ein Tor tut immer gut. Vor allem, wenn man reinkommt und etwas bewegen soll und will. Wenn es dann gelingt, ist das eine gute Sache. Dadurch haben wir einen wichtigen Punkt mitgenommen.

Frage: Dem Tor ging ein Doppelpass mit Vedad Ibisevic voraus. Wie funktioniert das Zusammenspiel mit dem in der Winterpause gekommenen Stürmer?

Cacau: Mit ihm kann man sehr gut kombinieren. Ich wäre froh, wenn ich häufiger die Möglichkeit bekäme, mit ihm zusammenzuspielen.

Frage: Wie gehen Sie mit der Situation in Stuttgart um, dass Sie im Moment nicht erste Wahl sind und Bruno Labbadia auf andere Stürmer setzt?

Cacau: Ich bekomme die Chance, mal für 30 Minuten zu spielen, mal für zehn Minuten zu spielen, mal für fünf. In der Zeit muss ich dann etwas bewegen. Wenn mir das mit einem Tor gelingt, ist das einfach gut. Wie wichtig das Tor letztendlich war, wird man erst in zwei Wochen sehen.

Frage: Aber Sie können mit Ihrem derzeitigen Status kurz vor einer EM nicht zufrieden sein?

Cacau: Ich bin immer da. Ich gebe mich aber nicht damit zufrieden, nur eingewechselt zu werden. Ich will auch einmal wieder von Anfang an spielen. Das ist klar. Deswegen ist es gut, wenn ich etwas zeigen kann. Ich freue mich, dass es so gut gelaufen ist.

Frage: Wie groß ist Ihre Hoffnung, bald wieder der Startelf des VfB anzugehören?

Cacau: Ich hoffe, dass es nächste Woche schon passiert. Aber ich muss das abwarten und nehme es, wie es kommt.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski