Mit seinem letzten Aufgebot will Trainer Markus Babbel die Jobgarantie des Vorstandes rechtfertigen und mit dem VfB Stuttgart in der Champions League den letzten Strohhalm ergreifen.

Ohne fünf Stammspieler muss Babbel beim spanischen Spitzenclub FC Sevilla (Mittwoch ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) die zweite Pleite und das damit wohl schon verbundene Aus in der Gruppenphase verhindern - und weitere Argumente für sich selbst sammeln. "Die Mannschaft folgt dem Trainer" "Mich freut das Vertrauen des Vorstandes. Ich möchte es gerne zurückzahlen, am liebsten schon in Sevilla", sagte Babbel vor dem zweiten Treffen mit den Andalusiern nach dem etwas unglücklichen 1: 3 vor zwei Wochen am Neckar - und fügte sicherheitshalber zudem noch an: "Keiner profitiert davon, wenn ich entlassen werde." Der Vorstand teilt diese Ansicht, Manager Horst Heldt gab dem Trainerteam um Babbel für alle Fälle noch ein dickes Lob mit auf die Reise nach Sevilla, wo den zwei Punkten mindestens ein weiterer hinzugefügt werden soll. "Sie marschieren trotz der nicht einfachen Situation vorneweg und sind die ersten, die den Hebel umlegen wollen. Außerdem ist es offensichtlich so, dass die Mannschaft ihnen nach wie vor folgt", sagte er. Personeller Notstand im Sturm Allzu hoch sind Heldts Erwartungen gleichwohl nicht. Er hofft zwar, "dass uns der leichte Aufwärtstrend nach dem 0:0 gegen den FC Bayern genügend Kraft und Selbstvertrauen gibt. Es wäre schön, wenn wir in Sevilla punkten könnten". Doch der Glaube an ein Remis oder gar einen Dreier gegen die in allen drei Gruppenspielen siegreichen Südspanier ist kaum gefestigt. Heldt: "Wir dürfen nicht vergessen, dass dieser Gegner ein europäisches Spitzenteam ist." Auch Spielmacher Alexander Hleb, der selbst bislang weit unter den Erwartungen spielte, meinte: "Wir haben noch Luft nach oben. Es fehlt schon noch viel." Der Glaube an die eigenen, im Saisonverlauf nur sporadisch gezeigten Stärken wird durch die Personallage weiter erschüttert. Mit Cacau und Ciprian Marica fallen zwei der nur vier Stürmer aus, Sami Khedira fehlt im Mittelfeld, und Christian Träsch sowie Ricardo Osorio müssen ebenfalls verletzungsbedingt passen. "Erwarte eine Top-Einstellung meiner Spieler" Babbel könnte sich daher für die Variante mit Pavel Pogrebnyak als einziger echter Spitze entscheiden, Julian Schieber würde dann neben Hleb und Roberto Hilbert ins Mittelfeld rücken. In der Abwehr wird wohl Khalid Boulahrouz den Platz von Osorio einnehmen und auf der rechten Seite verteidigen. Babbel nannte den Niederländer eine "echte Alternative" für diese Position. Der 37-Jährige verlangt von seinem Team, dass es die missliche personelle Situation mit Leidenschaft wettmacht. "Ich erwarte eine Top-Einstellung von meinen Spielern", sagte er. Dass Sevilla wegen der entspannten Lage mit neun Punkten aus drei Spielen nicht gerade zum Siegen gezwungen ist, sieht Babbel zudem als Vorteil an, "aber wir wollen uns nicht darauf verlassen, dass sie nachlassen". Besser wäre es, der VfB tut selbst etwas für den angestrebten Punktgewinn. Zum Beispiel der bisher eher schwache Regisseur Hleb. Der versprach nun: "Mein Tor kommt" - fügte aber an: "Ich weiß nur nicht wann." Sevilla will Achtelfinal-Ticket vorzeitig lösen Weniger Selbstzweifel hegen da die Südspanier. Trainer Manuel Jimenez forderte von seiner Mannschaft, im Estadio Sanchez Pizjuan "das Ticket für das Achtelfinale mit einem Sieg gegen Stuttgart zu lösen". Kapitän Andres Palop kehrt beim zweimaligen UEFA-Cup-Sieger zwischen die Pfosten zurück, noch leicht angeschlagen sind aber die beiden Top-Stürmer Luis Fabiano und Frederic Kanoute. Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:FC Sevilla: Palop - Konko, Escude, Squillaci, Navarro - Navas, Zokora, Renato, Perotti - Fabiano, Kanoute (Negredo) VfB Stuttgart: Lehmann - Boulahrouz, Tasci, Delpierre, Boka - Kuzmanovic, Hitzlsperger - Hilbert, Hleb, Schieber - Pogrebnyak Schiedsrichter: Martin Atkinson (England)