Kaiserslautern - Die Stimmung ist am Boden, das kann man nicht anders sagen." Florian Dick wollte nicht um den heißen Brei reden. Das 0:1 gegen den Hamburger SV war ein bitterer Rückschlag für den 1. FC Kaiserlautern im Kampf um den Klassenerhalt.

Wieder einmal waren die Schwächen der Pfälzer deutlich zu sehen und FCK-Verteidiger Dick sagte mit Blick auf die letzten sechs Spieltage: "Uns fehlt die Zielstrebigkeit, den letzten Pass, den letzten Laufweg, das letzte Dribbling mit voller Entschlossenheit durchzuziehen und den Ball mal über die Linie zu drücken. Wenn wir das nicht abstellen, holen wir keine Punkte mehr."

Acht Zähler auf Platz 16



Es gibt nach diesem erneuten Tiefschlag gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf tatsächlich kaum noch Hoffnung für den FCK. Die bisherige Saisonbilanz liest sich bitter: Keines der letzten 18 Spiele wurde gewonnen; in 28 Spielen schaffte die Mannschaft nur 17 Tore und drei Siege - da können nicht mehr als 20 Punkte herausspringen.

Nun ist der Abstand auf den 1. FC Köln auf Relegationsplatz 16 schon acht Zähler groß und zehn Punkte sind es auf den rettenden 15. Tabellenrang, auf den sich der Hamburger SV durch die drei Punkte in der Pfalz vorgeschoben hat. Kapitän Christian Tiffert analysierte: "Du hast keine Argumente, wenn du seit einer Ewigkeit nicht mehr gewonnen hast." Es ist nun schon tatsächlich ein Spiel mehr als eine halbe Saison her, dass sich die FCK-Fans über einen Sieg ihrer Mannschaft haben freuen können.

"Gegen Hoffenheim nächste Woche ist das Finale, unsere letzte Chance", sagt FCK-Trainer Krassimir Balakow, der nach dem 0:2 beim SC Freiburg nun gegen die Hamburger die zweite Niederlage in seinem zweiten Spiel als sportlich Verantwortlicher beim Fritz-Walter-Klub erleben musste. Der Bulgare ist erst vor knapp zwei Wochen für Marco Kurz verpflichtet worden. "Wir geben uns nicht auf", sagt Balakow kämpferisch. Doch das ohnehin angeknackste Selbstvertrauen seiner Spieler, dürfte nach diesem bitteren Samstag im heimischen Stadion noch weiter sinken.

Simunek und Shechter kehren zurück



Der erhoffte Befreiungsschlag gegen den HSV ist auch deshalb ausgeblieben, weil die wenigen Chancen wieder einmal leichtfertig vergeben wurden - oder HSV-Torwart Drobny hervorragend reagierte. So hielt er einen abgefälschten Schuss von Pierre De Witt in der zwölften Minute glänzend. Wer weiß, vielleicht hätte die Führung hier befreiend für die FCK-Profis wirken können. Mittelfeldspieler De Witt ist eine Kämpfernatur, er hat schon drei Kreuzbandrisse weggesteckt. Der 24-Jährige sagt: "Wir werden uns nicht aufgeben. Das sind wir uns selber und dem Verein schuldig."

Worauf es im Saisonendspurt ankommt, weiß Trainer Krassimir Balakow: "Es ist jetzt nicht wichtig, schön zu spielen. Es geht jetzt nur darum, Punkte zu holen." Er wird seine Spieler bis zum Ostersamstag aufbauen müssen, um sie fit für das Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu kriegen. Vielleicht stehen bis dahin ja auch wieder verletzte Spieler wie Innenverteidiger Jan Simunek oder Angreifer Itay Shechter zur Verfügung. Je mehr Alternativen vorhanden sind, desto besser für den Trainer.

Tobias Schächter