Am Sonntag kämpfen treffen der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund im Revierderby aufeinander. Ein Spiel mit zahllosen Geschichten - © gettyimages / Lars Baron
Am Sonntag kämpfen treffen der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund im Revierderby aufeinander. Ein Spiel mit zahllosen Geschichten - © gettyimages / Lars Baron
Bundesliga

Ein Spiel wie der erste Kuss: Schalke gegen Dortmund

Köln - Kaum eine Begegnung lieferte in der Vergangenheit so viele bunte Geschichten wie das Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Die sportliche Rivalität inspirierte die Fans über die Jahre zu mancher kreativen Aktion. Manfred Burgsmüller erinnert sich im Interview mit bundesliga.de beispielsweise daran, wie Schalke-Fans die Tore im Westfalenstadion in einer Nacht- und Nebel-Aktion blau-weiß bemalten.

Im Dezember 2010 hisste dafür ein BVB-Fan bei Bauarbeiten eine Dortmund-Fahne auf dem Dach der Veltins-Arena. Und vor dem Hinspiel in dieser Saison sorgten etwa 2.000 Schalker Fans beim Abschlusstraining der Mannschaft von André Breitenreiter für Stadionatmosphäre. Es sind Geschichten wie diese, die das Spiel am Sonntag zu einer ganz besonderen Begegnung machen.

Ein Gladbecker Junge auf Abwegen

Das erste Revierderby ist ein wenig wie der erste Kuss - man vergisst es sein Leben lang nicht mehr. Im von Matthias Berghöfer herausgegebenen Buch "Mit ohne Schalke geht gar nicht" aus der Serie 1904 Geschichten berichtet Schalke-Fan Markus Telgmann von seinem haarsträubenden ersten Derby-Stadionerlebnis im April 1978.

Als Zehnjähriger fuhr Telgmann mit seinem Fahrrad von Gladbeck nach Gelsenkirchen. Dabei geriet er auf eine Kraftfahrzeugstraße, die er eigentlich mit seinem Rad nicht befahren durfte. Hilfsbereite Schalke-Fans halfen dem Jungen weiter und wiesen ihm auch den Weg zum Parkstadion. Eigentlich wollte er nur einen Blick ins Stadioninnere erhaschen, aber zwei Jugendliche Fans schenkten dem ungläubig staunenden Telgmann eine Eintrittskarte.

Burgsmüller prägt die Derby-Premiere

So saß Telgmann in Block T in Reihe 37 und fieberte mit seinen Schalkern um Klaus Fischer, Erwin Kremers und Rüdiger Abramczik mit. S04 hatte noch Chancen auf einen UEFA-Cup-Platz, während für die Borussia auf Platz 11 weder nach oben noch nach unten noch etwas möglich war. Telgmann sog bei seinem Abenteuer die Atmosphäre und Gesänge im Stadion auf und speicherte sie für immer ab.