Da steht das Tor: Interimscoach Ludwig Preis und die SpVgg Greuther Fürth wollen das Schlüsselspiel gegen 1899 Hoffenheim offensiv angehen
Da steht das Tor: Interimscoach Ludwig Preis und die SpVgg Greuther Fürth wollen das Schlüsselspiel gegen 1899 Hoffenheim offensiv angehen
Bundesliga

"Wichtigstes Spiel des Jahres" in Fürth - Fortuna will "Unmögliches" schaffen

München - Im Kampf um den Klassenerhalt wird die Luft immer dünner. Wenn der 25. Spieltag am Samstagnachmittag voll durchstartet, greift das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth im direkten Duell mit dem Tabellenvorletzten 1899 Hoffenheim gewissermaßen nach dem letzten Strohhalm. Knapp 180 Kilometer weiter südlich steht Fortuna Düsseldorf währenddessen vor der Mammutaufgabe, dem FC Bayern München die ersten Rückrundenpunkte zu entreißen (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Trainer Norbert Meier hat sein Konzept für das Kräftemessen mit dem Rekordmeister natürlich längst im Kopf, wollte sich im Vorfeld allerdings noch nicht in die Karten schauen lassen: "Natürlich richten wir uns auf den Gegner aus. Aber wir haben keine Raumfahrtanzüge angezogen und auch nicht nackig trainiert", verkündete der 54-Jährige vielsagend. bundesliga.de hat alle weiteren Informationen zusammengefasst.

Die Ausgangslage ist eigentlich denkbar einfach. Die SpVgg Greuther Fürth hat als Schlusslicht aktuell nur zwei Punkte Rückstand auf 1899 Hoffenheim (Tabelle), wartet andererseits aber auch nach zwölf Heimspielen noch auf den ersten Sieg vor eigenem Publikum. Für Ludwig Preis ist die anstehende Partie gegen den Tabellenvorletzten deshalb die "bisher wichtigste des Jahres", in der es für beide Teams nicht nur darum geht, den Rückstand zum Relegationsplatz zu verkürzen, sondern auch ein Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt abzugeben.

"Wir wissen, dass wir mit einem Sieg die Rote Laterne abgeben können und das wollen wir auch. Die Mannschaft ist heiß und fokussiert", sagte der Interimscoach des Aufsteigers, der versprach, "voll auf Angriff" zu spielen. Personell können die Franken dabei nahezu aus dem Vollen schöpfen, abgesehen von den Langzeitverletzten steht derzeit allein Edgar Prib (Muskelfaserriss) nicht zur Verfügung.

Auf der Gegenseite sehen sich die Gäste nach schweren Wochen im Aufwind. Beim unglücklichen 0:1 gegen den FC Bayern München hat die Einstellung schon gestimmt, das Ergebnis noch nicht. Den neuen Kampfgeist wollen die Kraichgauer nun beim "Kleeblatt" bestätigen: "Es geht darum, die Leistung aus dem Bayern-Spiel zu untermauern und zu verbessern. Es darf ja nicht sein, dass man gegen Bayern mehr macht als gegen Fürth", meinte Trainer Marco Kurz und schob nach: "Meine Spieler wollen sich selbst beweisen, dass sie in Fürth gewinnen können."

Wie die Startelf des 43-Jährigen aussehen wird, ist unterdessen noch unklar. Sejad Salihovic und Sebastian Rudy (beide Aufbautraining) fallen definitiv aus, dafür kehren die zuletzt gesperrten Eugen Polanski und Andreas Beck sowie Matthieu Delpierre nach überstandener Schienbeinprellung zurück ins Aufgebot. Ein Fragezeichen steht noch hinter den Einsätzen von Fabian Johnson (Hüftprobleme) und David Abraham (Adduktorenprobleme).



Schiedsrichteransetzungen

Der FC Bayern München hat auch nach zehn Siegen in Serie noch nicht genug. Und deshalb will der Spitzenreiter gegen den Aufsteiger erst gar keine Spannung entstehen lassen: "Wir wissen, was uns dieses Jahr auszeichnet. Das müssen wir abrufen - von der ersten Minute an", forderte Abwehrroutinier Daniel van Buyten und fügte hinzu: "Wenn wir nicht 100 Prozent bei der Sache sind, wird es gefährlich."

Dabei ist der Einsatz von Mario Gomez nicht in Gefahr - der Stürmer hat nach Oberschenkelproblemen Entwarnung gegeben. Außerdem hat sich Arjen Robben in dieser Woche nach seiner Wadenverhärtung im Mannschaftstraining zurückgemeldet. Bis auf den langzeitverletzten Holger Badstuber hat Trainer Jupp Heynckes damit alle Mann an Bord.

Dennoch will Fortuna Düsseldorf dem Favoriten das Leben so schwer wie möglich machen. "Wir werden versuchen, Unmögliches zu schaffen", sagte Chefcoach Norbert Meier und gab die Marschroute vor: "Wir müssen als Einheit auftreten und kompakt sein. Außerdem wird es wichtig sein, nicht aus dem Rhythmus zu kommen, wenn mal etwas Negatives passiert. Wir dürfen keine Angst haben."

Verzichten müssen die seit acht Auswärtsspielen sieglosen Rheinländer in der Allianz Arena auf Robert Almer (Oberschenkelprobleme), Juanan (Bauchmuskelverletzung) und Stefan Reisinger (Muskelfaserriss).



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Thomas Tuchel redete in dieser Woche nicht lange um den heißen Brei herum - Bayer Leverkusen, das sei schon "ein echtes Brett". Nach vier Unentschieden in Folge sieht der Trainer des 1. FSV Mainz 05 sein Team noch nicht unter größerem Druck, geschweige denn in der Favoritenrolle: "Es ist nicht so, dass uns elementare Dinge fehlen. Es ist vielmehr so, dass wir extrem viel investieren, nur wenig Belohnung dafür bekommen. Daraus kann eigentlich nicht der Anspruch entstehen, dass jetzt gegen Leverkusen der Bock umgestoßen werden muss. Das ist schon eine hohe Hürde."

Für den 39-Jährigen ist darum entscheidend, erst einmal "effektiver zu sein, konsequenter zu sein als in den vergangenen Spielen". Dabei muss Mainz allerdings ohne den langzeitverletzten Niko Bungert, Junior Diaz (Muskelfaserriss), Nikita Rukavytsya (muskuläre Probleme) und den gesperrten Radoslav Zabavnik auskommen. Dafür steht der wiedergenesene Elkin Soto vor seinem Comeback.

Die Personalprobleme bei der "Werkself" sind derweil kaum kleiner, immerhin fallen mit dem gesperrten Philipp Wollscheid und Ömer Toprak (Knieverletzung) gleich beide etatmäßigen Innenverteidiger aus. Routinier Manuel Friedrich wird daher an seiner alten Wirkungsstätte aller Voraussicht nach in die Viererkette aufrücken.

Mit jeweils fünf Siegen und drei Remis ist die Bilanz zwischen den Rheinhessen und den Rheinländern übrigens absolut ausgeglichen, wobei diese Begegnung noch nie torlos ausgegangen ist. Schon deshalb erwartet Sami Hyypiä einen heißen Tanz: "In Mainz ist es für jeden Gegner schwer, weil die Mannschaft mit viel Tempo und hoher Intensität spielt", so der Teamchef der Gäste.



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Die Vorzeichen könnten eigentlich kaum eindeutiger sein. Der Tabellenfünfte empfängt den 15., darüber hinaus hat der SC Freiburg die vergangenen fünf Duelle mit dem VfL Wolfsburg vor heimischen Publikum auch noch allesamt gewonnen. Dennoch wäre Christian Streich nicht Christian Streich, wenn er nur deshalb einen Sieg erwarten würde.

"Es ist immer eine besondere Konstellation, wenn eine Mannschaft wie Wolfsburg in der Tabelle da steht, wo sie momentan steht", meinte der Chefcoach der Breisgauer. "Sie stehen sicher nicht da, wo sie stehen wollen, aber sie haben sich zuletzt stabilisiert. Es wird wieder eine spannende Aufgabe für uns." Fehlen werden dabei weiterhin Sebastian Freis (Aufbautraining), Hendrick Zuck (Fersenprobleme), Ezequiel Calvente (Adduktorenprobleme) sowie Erik Jendrisek (Bänderverletzung).

Für die "Wölfe" geht es nach dem 1:4 gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Samstag dagegen erst einmal darum, eine Reaktion zu zeigen, zumal der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte geschmolzen ist: "Wir müssen daran anknüpfen, wo wir vor Schalke waren, das Ganze jetzt auch einmal abhaken. Wir können nicht wochenlang zurückblicken und jammern", forderte Trainer Dieter Hecking.

Der 48-Jährige muss insbesondere im Abwehrzentrum improvisieren, denn mit dem gesperrten Alexander Madlung und Naldo (Muskelfaserriss) sind gleich zwei Innenverteidiger unpässlich. Außerdem fehlt weiterhin Vaclav Pilar, der sich nach seinem Kreuzbandriss jedoch bereits im Aufbautraining befindet.



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