München - Diego, Franck Ribery, Klaas-Jan Huntelaar - denkt man an die besten Ausländer in der Bundesliga, stolpert der Fußball-Fan zwangsläufig über diese drei Namen. Kein Wunder, ist doch jeder einzelne von ihnen ein Super-Star, der jedes Wochenende im Rampenlicht steht und die Liga begeistert.

Doch wie sieht es außerhalb des Scheinwerferlichts aus? Alles nur Mittelmaß? Keineswegs! bundesliga.de stellt fünf ausländische Profis vor, die zwar nicht zu den bekanntesten Profis zählen, auf ihrem Spezialgebiet aber absolute Stars sind.

Abwehrchef Klose



Der Name klingt deutsch, doch Timm Klose ist Schweizer. Der Innenverteidiger, der im Sommer 2011 vom FC Thun in die Bundesliga wechselte und in der vergangenen Saison noch Lehrgeld zahlen musste, ist mittlerweile zum Abwehrchef des 1. FC Nürnberg aufgestiegen und beim "Club" nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder bei einer Zweikampfbilanz von 72 Prozent - übrigens der besten in der Bundesliga! Zum Vergleich: Neven Subotic von Meister Borussia Dortmund weist 66,3 Prozent auf, Bayerns Dante 58 Prozent.

In der Luft ist der 24-Jährige dank seiner 1,93 Meter sogar noch stärker, entscheidet in der zweiten Etage 79 Prozent der Duelle für sich und muss mit diesem Wert nur hinter Schalkes Kyriakos Papadopoulos zurückstecken, der es auf 80 Prozent bringt.

Frecher Dribbler - starker Vorbereiter



Kopfbälle sind wahrlich nicht Ibrahima Traores Stärke. Das würde bei einem Mann von 1,70 Meter auch eher verwundern. Vielmehr besticht der Linksfuß aus Guinea durch selbstbewusstes Auftreten und starke Technik. Da verwundert es nicht, dass der 24 Jahre alte Profi des VfB Stuttgart die meisten Beinschüsse in der Bundesliga verteilt. In elf Einsätzen, acht davon in der Startelf, tunnelte er den Gegner sieben Mal.

Ebenfalls durch Technik besticht Bremens Marko Arnautovic. Der Österreicher schlug in dieser Saison bereits 49 Flanken, von denen drei zu einem Werder-Tor führten - beides ist Liga-Bestwert.

Schneller Stürmer - zielgenauer Brasilianer



Ein geeigneter Sturmpartner für Arnautovic könnte Artjoms Rudnevs sein - wenn er nicht beim Hamburger SV spielen würde. Der erste Lette der Bundesliga-Geschichte besticht mit seiner Schnelligkeit, mit der er die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander wirbelt. So zum Beispiel am 7. Spieltag beim 1:0-Sieg der "Rothosen" in Fürth. Da erreichte Rudnevs bei einem Sprint 35,4 km/h, was bislang Saison-Höchstgeschwindigkeit ist.

Nicht ganz so schnell, dafür umso ausdauernder ist Luiz Gustavo. Der Abräumer des FC Bayern München ist der lauffreudigste Profi beim Rekordmeister und spult durchschnittlich 11,6 Kilometer ab, was ihn ligaweit aber nicht auf die vordersten Ränge hebt. Absolut top ist der Brasilianer in Sachen Passgenauigkeit.

In bis dato neun Spielen suchte er 404 Mal einen Mitspieler und war unglaublich erfolgreich. Satte 97 Prozent seiner Pässe brachte er an den Mann und rangiert damit auf Platz 1 der Bundesliga. Er ist ein wichtiger Mann im Spielaufbau des FCB - wenngleich andere Ausländer wie Franck Ribery, Arjen Robben oder Javier Martinez mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Gregor Nentwig