Zehn Bremer Spieler rackerten, Superstar Diego traf - eine gelungene Arbeitsteilung bei Grün-Weiß, die den SV Werder im UEFA-Pokal dicht vor das Erreichen des Halbfinales geführt hat.

"Diego steht eben für ganz besondere Dinge, das hat er wieder einmal gezeigt", kommentierte Trainer Thomas Schaaf die Glanzvorstellung des kleinen Brasilianers, der mit seinen beiden sehenswerten Toren in der 34. und 67. Minute den Grundstein zum 3:1 (1:0)-Sieg des Vize-Meisters gegen Udinese Calcio legte.

Diego mit allen Freiheiten

Aber bei aller Euphorie vergaßen die Mitspieler des Mittelfeldstrategen nicht, Diego dezent auf seine Bringschuld hinzuweisen. "Er genießt sehr viele Freiheiten, die muss er eben auch nutzen", sagte Nebenmann Torsten Frings und Nationalspieler Per Mertesacker ergänzte: "In der Offensive kann Diego machen, was er will, das gibt es nicht so oft in der Welt."

Und der Südamerikaner hatte verstanden und wehrte allzu euphorisches Lob für seine Gala vor 32.548 Zuschauern ab: "Jeder von uns hat am Sieg mitgewirkt. Ich habe auch viel vom Zusammenspiel mit Mesut Özil profitiert." Jetzt wolle er, so der 24-Jährige weiter, auf jeden Fall den UEFA-Cup gewinnen.

Effektivität mit ins Rückspiel nehmen

Fünf Minuten voller Konfusion in der Schlussphase bescherten den Gastgebern noch ein spätes Gegentor durch Fabio Quagliarella (87.), dennoch haben die Hanseaten beim Rückspiel am 16. April alle Trümpfe in der Hand. Sportdirektor Klaus Allofs konnte dem Treffer der Gäste - das dritte Bremer Tor hatte Hugo Almeida in der 69. Minute erzielt - sogar etwas Positives abgewinnen: "Bei einem 3:0 hätte man auf die Idee kommen können, dass wir schon durch sind. Das ist jetzt nicht so."

Doch der Sprung in die Vorschlussrunde sollte nicht mehr in Gefahr geraten, wenn die Norddeutschen ihre monatelang verlorengegangene Effektitivät auch mit zum Rückspiel nach Italien nehmen können. "Da waren wir besser als der Gegner", analysierte Schaaf, der sich quasi seit Saisonbeginn über eine nachlässige Chancenverwertung seiner Schützlinge hatte ärgern müssen.

Udinese gibt noch nicht auf

So aber kommt die momentan sehr ökonomische Spielweise zum Saisonende in der Schlussphase der beiden Pokalwettbewerbe den Bremern gerade recht. Über ein mögliches weiteres Halbfinale gegen den Nordrivalen Hamburger SV, dann im UEFA-Cup, wollte Schaaf aber noch nicht spekulieren: "Das ist für mich noch ganz weit weg."

Zumal sein italienischer Kollege Pasquale Marino die Hoffnung, erstmals in der 113-jährigen Vereinsgeschichte die Vorschlussrunde eines internationalen Wettbewerbes zu erreichen, noch längst nicht aufgegeben hat: "Ein 0:3 hätte uns wenig Chancen gelassen, aber jetzt glaube ich noch an ein Weiterkommen, wenn wir mutig nach vorne spielen."