München - Werder Bremen spielt seit gefühlten Ewigkeiten in der Bundesliga. In Erinnerung sind noch die Meisterschaft 2004 und die erfolgreichen Europapokal-Auftritte vor einigen Jahren.

Mittlerweile sind die Norddeutschen im Mittelmaß der Liga angelangt und konnten sich dreimal in Folge nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.

In der Offensive klemmt der Schuh



Nach der Hinrunde befanden sich die "Grün-Weißen" noch auf Tabellenrang 12 wieder. Der Abstand auf den Relegationsrang betrug satte zehn Punkte. Nun, nach 31 Spieltagen, weist Werder Bremen eine so schlechte Bilanz auf wie noch nie zuvor zu diesem Zeitpunkt einer Saison. Anfang März erkannte Abwehrchef Sokratis als einer der ersten die Zeichen der Zeit. "Wir sind im Abstiegskampf. Das einzige Ziel ist jetzt, die Saison irgendwie über die Bühne zu bringen", resignierte der Grieche damals.

Aktuell jeweils acht Siegen und Remis stehen 15 Niederlagen gegenüber. Der Abstand auf Tabellenplatz 16 ist auf zwei Zähler geschmolzen. Zudem sind die Hanseaten seit zehn Spielen sieglos (vier Remis, sechs Niederlagen) - so lange wie aktuell kein anderes Team.

Vor allem in der Offensive hakte es zuletzt gewaltig, denn in den letzten zehn Spielen trafen die Bremer insgesamt nur neunmal. Nur jeder 18. Torschuss landete im Ziel. Dabei wartet Werders Top-Torschütze Nils Petersen nun schon seit neun Spielen auf einen Treffer.

Heimschwache Hanseaten



In dieser Saison stellt Bremen mit Hoffenheim die schwächste Defensive der Liga (60 Gegentreffer). Bei Historikern läuten da die Alarmglocken, denn mehr Gegentore nach 31 Spieltagen gab es für die Hanseaten nur beim bisher einzigen Bundesliga-Abstieg 1979/80.

Das Team um Torwart Sebastian Mielitz spielte seit elf Partien nicht mehr zu Null, so lange wie aktuell kein anderes Team. Außerdem stellte die Mannschaft einen weiteren traurigen Rekord in der Ära Schaaf ein. Werder kassierte schon sieben Heimniederlagen, so viele wie nie zuvor unter dem 52-Jährigen. In den letzten fünf Heimspielen holte Bremen gar nur einen Punkt.

Während die Werderaner bis zum 21. Spieltag 1,3 Punkte pro Begegnung erkämpften, holten sie fortan lediglich 0,4 Zähler pro Spiel. Auch die durchschnittlich erzielten Treffer erlebten einen Rückgang von knapp 50 Prozent. Während es in der Anfangsphase noch 1,7 Treffer waren, sind es ab dem 22. Spieltag nur noch 0,9 Tore pro Spiel. "Klar sind wir alle unzufrieden, wir müssen punkten. Aber wir kommen da alle nur gemeinsam raus", forderte jüngst Sportdirektor Thomas Eichin.