Bremen - Der SV Werder Bremen steht nach seiner beeindruckenden Unschlagbar-Serie von acht Siegen und zwei Remis aus den letzten zehn Partien auf dem siebten Tabellenrang; die bisher beste Werder-Platzierung der Saison könnte am Ende die Teilnahme am europäischen Geschäft bedeuten.

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Nach neun verschiedenen Spieltagen belegten die Bremer einen direkten Abstiegsrang oder den Relegationsplatz. Auf 16 stand das Team von Trainer Alexander Nouri auch nach der 0:1-Niederlage im Weser-Stadion gegen Gladbach Mitte Februar. Mau sah's damals aus: Nur einen Zähler vor dem Vorletzten Ingolstadt, bereits drei hinter dem regionalen und zu diesem Zeitpunkt ebenfalls tabellarischen Nachbar HSV. "Wir sind davon überzeugt, dass unsere Arbeit auch belohnt wird", sagte Nouri in der kritischen Phase. Der 37-Jährige, der den SVW im September des letzten Jahres übernahm, sollte Recht behalten. Es folgte Unglaubliches.

Vom Kurs abgekommen? Kurs wechseln!

18. Februar, Mainz, Opel Arena: Die Werderaner setzen sich beim 1. FSV dank Toren von Serge Gnabry und Winterneuzugang Thomas Delaney mit 2:0 durch. Vieles ist gleich nach dem Samstagnachmittag in Rheinhessen: Bremen rangiert weiter auf dem Relegationsplatz, weiter vorm FCI, weiter hinter Hamburg - die Grün-Weißen aber sind nicht mehr die Gleichen, in Mainz beginnt ihre beeindruckende Wandlung. Die nächsten Ergebnisse lauten in Wolfsburg 2:1 und gegen Darmstadt 2:0. Der SVW ändert den Kurs und stellt die Richtung auf Klassenerhalt ein.

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Einen Kurswechsel vollzieht auch Max Kruse. Gegen die Lilien netzt der Sommer-Rückkehrer zweimal ein, gegen Bayer 04 im Anschluss dann nicht, gegen Leipzig fällt er eine Woche später gar aus. Seine Reaktion? Sieben Treffer in den folgenden fünf Partien, also an den letzten fünf Spieltagen - außerdem vier Assists. Elf Torbeteiligungen in fünf Duellen nach sechs in seinen davor 14 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison.

Schweben auf der Euphoriewelle

© gettyimages / Martin Rose

"Man sieht einfach, dass wieder eine Euphorie entfacht wurde", sagt Kruse. Eine Euphorie, die die Bremer jetzt bis auf Tabellenrang sieben gebracht hat. Der reicht für die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikationsrunde, sollte der Pokalsieger sich über das Oberhaus für den Tanz auf dem internationalen Parkett qualifizieren. Im Rücken lauern aber Köln und Frankfurt mit einem Punkt Rückstand, Gladbach mit zwei, Schalke mit drei; Sensationsaufsteiger Freiburg hat zwei Zähler Vorsprung.

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"Wir würden uns natürlich freuen, wenn es am Ende einer dieser Plätze wäre", äußert Übungsleiter Nouri über die aus SVW-Sicht zuletzt ungewohnte Region im Tableau. Wundern würde das nach dem Werder-Wunder der vergangenen zehn Duelle wohl kaum jemand mehr.

Felix Tschon