Mainz - Nach dem 1:3 (0:1) gegen den FC Bayern fällt der 1. FSV Mainz 05 auf den 5. Tabellenrang zurück.

Der österreichische Nationalspieler und Mainzer Außenverteidiger Christian Fuchs spricht über sein Spiel gegen Robben und Ribery und warum Mainz 05 trotz nur vier Punkten aus sechs Rückrundenspielen an seinem Stil nichts ändern will.

Frage: Herr Fuchs, am Ende war es eine klare Sache für die Bayern, obwohl Mainz 05 in der ersten Halbzeit gute Torchancen hatte.

Christian Fuchs: Die Münchener haben natürlich immer zum richtigen Zeitpunkt ihre Tore geschossen (9. Schweinsteiger, 50. Müller, 77. Gomez, Anmerkung der Redaktion). Man denkt dann während einer Partie immer noch, dass man das Ruder herumreißen kann. Dann geht man halt auch mehr Risiko, und die Räume haben die Bayern dann halt super genutzt.

Frage: Das erste Tor nach neun Minuten fiel ja nach einer langen Fehlerkette: Ribery konnte ungestört flanken, Robben unbedrängt in die Mitte köpfen und Schweinsteiger freistehend einköpfen.

Fuchs: Ja, die Fehlerkette zog sich da durch die gesamte Mannschaft, aber man hat auch gesehen, dass die schwer zu verteidigen sind.

Frage: Das frühe Gegentor hat Sie aber nicht umgeworfen.

Fuchs: Wir haben immer versucht, erfrischend nach vorne zu spielen und haben das vor allem in der ersten Halbzeit getan. Leider sind wir bei Torchancen von Andre Schürrle und Sami Allagui nicht belohnt worden. Wir schießen im Moment einfach die Tore nicht.

Frage: Sie spielten zunächst auf der ungewohnten rechten Außenverteidigerposition, Radoslav Zabavnik dafür auf links, wo Sie normalerweise positioniert sind. Warum?

Fuchs: Wir sollten und wollten Ribery und Robben den Wind aus den Segeln nehmen und sie, wenn sie nach innen ziehen, auf unseren jeweils starken Fuß stellen.

Frage: Nach 20 Minuten haben Sie aber wieder umgestellt. War das geplant?

Fuchs: Nein, das war nicht geplant. Man muss einfach sagen, dass es nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben, die beiden sind ungeheuer schwer zu verteidigen und immer unberechenbar. Man muss immer bereit sein, beide können auch außen vorbei gehen und mit ihrem schwächeren Fuß den Ball gut nach in die Mitte bringen.

Frage: Wurde auch deshalb wieder umgestellt, weil Zabavnik und Sie im Spielaufbau den Ball dann zu häufig auf dem schwächeren Fuß liegen hatten?

Fuchs: Nein, das weiß ich nicht. Es hat halt nicht so geklappt.

Frage: Das Experiment ist also gescheitert?

Fuchs: Einen Versuch war es wert - man muss gegen die etwas probieren, wenn man eine Chance haben will.

Frage: Sie haben jetzt nur vier Punkte nach sechs Rückrundenspielen geholt, haben Sie noch eine Chance auf die Teilnahme am Europapokal?

Fuchs: Natürlich, die Chance auf Europa besteht immer noch. Die Tabellensituation interessiert uns nicht, wir wollen jedes Spiel auf Sieg spielen.

Frage: Sie rutschen ab, die anderen gewinnen.

Fuchs: Wir schauen nicht auf andere Mannschaften. Wir werden an unserem Stil nichts ändern und weiter Mainz 05 bleiben. Dann schauen wir einmal was rauskommt.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter