Seinen Urlaub nach der EURO 2008 hat Lukas Podolski in der Heimat verbracht. Heimat, das ist für den Angreifer in Diensten des FC Bayern München zum einen sein Geburtsland Polen, zum anderen die Stadt, in der er aufgewachsen ist: Köln.

Doch von Heimweh keine Spur: Braun gebrannt, gut gelaunt und leger in Badeschlappen und FCB-Trainingskluft gekleidet tritt Podolski im neuen Mediencenter an der Säbener Straße zum ersten Gespräch mit den Journalisten an.

"Gutes Gespräch mit Klinsmann"

Vor seiner inzwischen dritten Saison beim Rekordmeister wischt er alle Gerüchte, er fühle sich in München nicht wohl und wolle den Verein eventuell in Richtung Domstadt verlassen, vom Tisch: "Ich werde zum Saisonauftakt am 15. August gegen den Hamburger SV auf jeden Fall dabei sein."

Eine gewisse Unzufriedenheit mit der vergangenen Saison räumt der 23-Jährige zwar ein: "Ich saß die meiste Zeit auf der Bank und habe mir daher meine Gedanken gemacht, das ist doch logisch."

Doch der neue Trainer an der Säbener Straße mache ihm Hoffnung für die anstehende Spielzeit. "Ich habe vor kurzem ein gutes Gespräch mit Jürgen Klinsmann gehabt und freue und konzentriere mich jetzt voll auf die neue Saison", sagt Podolski. Einen Freifahrtschein gab es aber auch vom ehemaligen Bundestrainer nicht: "Kein Trainer auf der Welt kann einem Spieler einen Stammplatz garantieren, sondern jeder muss um seine Position kämpfen."

Wunschposition: Sturm

Wo seine Wunschposition liegt, daran lässt Podolski gegenüber bundesliga.de keine Zweifel. "Ich bin in erster Linie Stürmer und werde dort um meinen Platz kämpfen", betont er, obwohl er bei der EURO 2008 im linken offensiven Mittelfeld zum Einsatz und zu insgesamt drei Torerfolgen kam.

Im Bayern-Angriff wartet in Luca Toni und Miroslav Klose allerdings hochkarätige Konkurrenz, und so vergisst Podolski im Gespräch mit bundesliga.de auch nicht, daraufhin zu weisen, dass "ich ein flexibler Spieler bin, der auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist".

Dass der FC Bayern während Podolskis Teilnahme an der EURO 2008 intensiv um die Dienste von VfB Stuttgart-Stürmer Mario Gomez warb, lässt ihn hingegen äußerlich kalt: "Ich kann dem Verein ja nicht verbieten, sich um andere Spieler zu bemühen."

Podolski: "Lasse alles auf mich zukommen"

Eine Notwendigkeit, noch zusätzliches Offensivpersonal zu verpflichten, sieht der Linksfuß nicht: "Wir haben bei den Amateuren einige gute Nachwuchsstürmer, die ihr Potenzial schon gezeigt haben und an die Mannschaft herangeführt werden. Sollte einer von uns drei Stürmern ausfallen, müssen sie eben in die Bresche springen."

Eine vorübergehende Rückkehr nach Köln wird es für "Prinz Poldi", wie er zu seiner erfolgreichen Zeit bei den "Geißböcken" getauft wurde, aber schon in Kürze geben. Am 26. Juli reist der FC Bayern zum Testspiel gegen den 1. FC ins Rheinland - eine Partie, der Podolski entgegen fiebert, wie er gegenüber bundesliga.de bestätigt.

"Ich freue mich sehr auf das Spiel. Hoffentlich wird das Stadion voll, die Stimmung dort ist immer super. Zuletzt war ich vor Ort, als der FC durch den Sieg gegen Mainz den Aufstieg klar gemacht hat", sagt er. Wie die Reaktion der FC-Fans auf die Rückkehr des "verlorenen Sohnes" ausfallen wird, darüber macht sich Podolski keine Gedanken, wie er auf Nachfrage von bundesliga.de erklärt: "Keine Ahnung, was mich dort erwarten wird. Ich lasse das alles einfach auf mich zukommen."

Denis Huber