Am letzten Spieltag hat er es doch noch geschafft: Mit seinem Treffer zur zwischenzeitlichen Führung beim 1:1 gegen den Hamburger SV zog Claudio Pizarro in der Liste der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torschützen mit Giovane Elber gleich. 133 Treffer haben beide in der höchsten deutschen Spielklasse erzielt.

Für Pizarro zählt das vor dem DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern (Samstag ab 19.45 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) aber nicht sehr viel. "Das ist natürlich eine super Sache für mich. Aber ich habe da noch gar nicht richtig drüber nachgedacht, denn für mich zählt im Moment nur das Endspiel in Berlin", sagte der Peruaner bundesliga.de.

Pizarro spricht über das Duell mit seinem Ex-Club, zieht ein vorläufiges Saisonfazit und erklärt, warum es für Werder nicht zur Meisterschaft gereicht hat.

bundesliga.de: Claudio Pizarro, freuen Sie sich schon auf das Finale gegen die Bayern?

Claudio Pizarro: Ja, es ist immer eine große Freude, gegen meinen Ex-Club zu spielen. Ich habe mit den Bayern viele Titel gewonnen. Jetzt treffen wir in Berlin wieder aufeinander. Natürlich haben die Bayern eine klasse Mannschaft. Aber wir sind auch sehr gut drauf.

bundesliga.de: Das letzte Spiel gegen den Rekordmeister verlief für Werder aber nicht so gut und ging verdient mit 2:3 verloren?

Pizarro: Klar, das Rückspiel in Bremen war nicht so toll. Aber wir haben in der Hinrunde in München 1:1 gespielt und in der Vorsaison sogar mit 5:2 gewonnen. Wenn es gegen die Bayern geht, zeigen wir normalerweise immer guten Fußball und können auch immer gewinnen.

bundesliga.de: Müssen Sie als Pokal-Routinier besonders auf die Spieler einwirken?

Pizarro: Ach, das brauche ich gar nicht. Alle Spieler sind top motiviert und freuen sich auf die super Stimmung in Berlin. Für die jungen Spieler wie Marko Marin und Philipp Bargfrede ist es wichtig, dass sie sich nicht verrückt machen lassen, sondern einfach nur ihre Leistung abrufen.

bundesliga.de: Sie sind jetzt zusammen mit Giovane Elber der erfolgreichste ausländische Bundesliga-Stürmer aller Zeiten. Motiviert Sie das noch einmal extra?

Pizarro: Das ist natürlich eine super Sache für mich. Aber ich habe da noch gar nicht richtig drüber nachgedacht, denn für mich zählt im Moment nur das Endspiel in Berlin.

bundesliga.de: Und welches Team gewinnt den DFB-Pokal?

Pizarro: Es gewinnt die Mannschaft, die weniger Fehler macht. Und ich hoffe natürlich, dass wir das sein werden.

bundesliga.de: Aber mal angenommen, Werder verliert dieses Endspiel: Ist es dann dennoch eine erfolgreiche Saison gewesen?

Pizarro: Bislang ist es eine gute Saison gewesen. Ob sie auch erfolgreich sein wird, das wissen wir erst nach dem Finale.

bundesliga.de: Also sind Sie mit Platz drei nicht so ganz glücklich?

Pizarro: Ich wollte mit Werder eigentlich Meister werden. Leider haben uns ein paar schlechtere Wochen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber die Art und Weise, wie wir dann reagiert und uns noch nach vorne geschoben haben, macht mich zufrieden.

bundesliga.de: Sie haben es angesprochen: Eine Serie von fünf Niederlagen in Folge hat alle Titelträume platzen lassen.

Pizarro: Ja, das war entscheidend. Mit den Punkten hätten wir ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitsprechen können. Aber am Ende wird die Mannschaft Deutscher Meister, die über 34 Spieltage konstante Leistung abliefert.

bundesliga.de: Haben Sie in der Nachbetrachtung eine Erklärung für diese Durststrecke?

Pizarro: Leider kommen solche Phasen immer mal wieder vor. Wir müssen unbedingt aus unseren Fehlern lernen, so dass eine solche negative Serie nicht noch einmal passiert.

Aus Bremen berichtet Michael Reis