München - Die Sonne brennt, die Straße wie fast leergefegt und die Rathausglocke schlägt zwölf Uhr mittags - High Noon. Die klassische Shoot-out-Szene darf in keinem guten Western-Film fehlen: Zwei Revolverhelden stehen sich gegenüber, bereit zum Duell!

Wäre die Bundesliga ein Western, so würde die Uhr momentan wohl fünf vor zwölf zeigen, während die drei besten Angreifer der Saison Stellung beziehen, die Torjägerkanone fest im Visier. Mario Gomez vom FC Bayern München (19 Tore), Papiss Demba Cisse (18) vom SC Freiburg und Eintracht Frankfurts Theofanis Gekas (16) sind derzeit die drei erfolgreichsten Schützen und wetteifern um den Titel des gefährlichsten Torjägers der Liga.

Gekas weiß, wie's geht

Der Grieche der Frankfurter weiß bereits, worauf es ankommt. In der Saison 2006/07 avancierte er im Trikot des VfL Bochum mit 20 "Hütten" zum torgefährlichsten Spieler der Bundesliga. In der laufenden Saison hat er jedoch die schlechteren Karten. 20 Treffer werden diesmal wohl nicht ausreichen.

Weiterhin hat der Rechtsfuß auch die schlechtesten Werte der drei Angreifer. 133 Minuten benötigt der Instinkt-Stürmer für ein Tor, wobei seine Chancenverwertung 29 Prozent beträgt. Denselben Wert erreicht auch Cisse, der jedoch im Schnitt alle 122 Minuten einnetzt. Die Maßstäbe setzt Mario Gomez, der nur 96 Minuten benötigt, um das Runde im Eckigen zu versenken und jede dritte Chance (33 Prozent) verwandelt.

Ob Gekas diese Zahlen kennt? Wohl eher nicht. Wissenswert wäre aber, dass er in der Spielzeit 2006/07, als er die Torjägerkanone gewann, in den letzten sieben Spielen noch sechs Mal erfolgreich war. Gelänge ihm diese Leistung erneut, käme er in der Endabrechnung auf 22 Treffer.

Zwei Mal knapp gescheitert

Mario Gomez war in den Spielzeiten 2007/08 und 2008/09 übrigens schon nah dran. Vor zwei Jahren erzielte er stattliche 24 Tore, hatte aber das Pech, dass die Wolfsburger Grafite (28) und Edin Dzeko (26) noch eine Spur besser waren. Dabei hatte Gomez, damals noch für den VfB Stuttgart aktiv, am 31. Spieltag sogar gemeinsam mit Grafite (jeweils 23 Treffer) die Torjägerliste angeführt, wurde dann aber noch vom Brasilianer sowie von Dzeko überholt. 2007/08 kam der Nationalspieler nur auf seinen aktuellen Wert von 19 Toren und musste Bayerns Luca Toni (24) den Vortritt lassen.

Das soll diese Saison aus Sicht des 25-Jährigen natürlich anders werden, und die Karten stehen gar nicht so schlecht! Eine Aufholjagd in Sachen Torjägerliste gab es in den letzten sieben Jahren nämlich nur ein Mal: Von Edin Dzeko in der vergangenen Saison einmal abgesehen, schnappte sich in sechs der sieben Fälle jeweils der Angreifer die Kanone, der die Bestenliste am 27. Spieltag anführte.

Gute Aussichten für Gomez

Ein weiterer Grund pro Gomez ist, dass er mit Eintracht Frankfurt (sechs Tore) und Bayer Leverkusen (fünf) noch auf zwei seiner Lieblingsgegner trifft. Cisse (Gladbach: drei) und Gekas (Dortmund: sieben) treffen jeweils nur noch auf eine ihrer persönlichen "Lieblingsschießbuden".

Sollte Gomez seinen Schnitt von 96 Minuten für ein Tor beibehalten, käme er auf insgesamt 25 Treffer - exakt der Wert, mit dem sein Mannschaftskollege Miroslav Klose 2006 als bislang letzter deutscher Spieler die Kanone gewann.