23 Spieltage sind in der Bundesligasaison 2009/10 absolviert - den Vereinen am Tabellenende bleibt nicht mehr viel Zeit die Saison noch zu retten und den Abstieg zu vermeiden.

Elf Spieltage vor Schluss scheint es auf einen Vierkampf um den Klassenerhalt hinauszulaufen. Tabellenplatz 15 und 18 oder genauer den SC Freiburg und die Hertha aus Berlin trennen aktuell nur vier Punkte. Zum 14. Rang beträgt der Rückstand der Breisgauer indes bereits sechs Zähler, und ein deutlich schlechteres Torverhältnis steht zu Buche (die Bundesligatabelle).

Die Hertha, die nach der Hinrunde mit nur einem Sieg und drei Unentschieden fast schon hoffnungslos zurückgelegen ist, hat es inzwischen geschafft, sich bis auf wenige Zähler ans rettende Ufer heranzuschwimmen.

"Abstiegskampf-Euphorie" in Nürnberg

In den sechs Spielen der Rückrunde sammelte die "Alte Dame" bereits neun weitere Zähler und könnte am nächsten Spieltag mit einem Heimsieg gegen Hoffenheim auf den Relegationsplatz springen, den derzeit noch Hannover 96 innehat.

Das vierte Team im Kampf gegen den Abstieg ist der "Club" aus Nürnberg, der ebenso wie Hannover 17 Punkte auf dem Konto hat und zuletzt ein beachtliches Remis gegen die Bayern holte. Trainer Dieter Hecking sprach hinterher von einer "Abstiegskampf-Euphorie", die seine Mannschaft jetzt mitnehmen müsse: "Dann sind wir auch in der Lage, diese Situation zu meistern."

Die Ausgangslage ist bei allen vier "Kämpfern" um den Klassenerhalt ähnlich - sie haben jeweils bereits 14 Niederlagen auf dem Konto und nehmen sich bei der Torbilanz kaum etwas.


So sieht es in Sachen direkte Duelle aus:

Direkte Aufeinandertreffen der Clubs gibt es nur noch drei in dieser Saison - zwei davon stehen bereits in den kommenden Wochen an: Am 25. Spieltag misst sich Freiburg mit Hannover, in der Woche darauf kommt es zum Duell zwischen Berlin und Nürnberg. Gegen Ende der Saison - am 31. Spieltag - reist der "Club" aus Franken schließlich noch in den Breisgau zum SCF (Im Bundesliga-Tabellenrechner jetzt selbst ausprobieren, wer die Konkurrenz abhängt!).

Freiburg hat also gegen die direkte Konkurrenz noch zwei Mal Heimrecht. Eigentlich ein Vorteil. Nicht aber in dieser Saison, denn die Mannen von Chef-Trainer Robin Dutt sind mittlerweile seit sechs Spielen vor heimischem Publikum ohne einen einzigen Treffer.

Insgesamt holten die Breisgauer im badenova-Stadion in dieser Saison erst sechs Punkte bei fünf geschossenen und 21 kassierten Toren. In der bedeutet das hinter Berlin Rang 18.

Nürnberg muss noch zwei Mal zur direkten Konkurrenz reisen. Hertha BSC und Hannover 96 haben jeweils nur noch ein "Sechs-Punkte-Spiel". Bislang gab es bei direkten Duellen in dieser Saison kein Unentschieden. Die Berliner holten dabei die beste Ausbeute - immerhin neun Punkte. Die restlichen drei Teams konnten je sechs Punkte in diesen Spielen einfahren.


So sehen die Formkurven aus:

Der Trend der Rückrunde spricht zum einen für die Hertha und zum anderen für den "Club" als Nichtabsteiger. Die Hauptstädter haben im neuen Jahr als einziges Team der vier "Schlusslichter" eine positive Tordifferenz mit fünf mehr geschossenen als kassierten Toren und holten immerhin neun Punkte. Die "Alte Dame" belegt damit den 7. Platz der . Nürnberg konnte zumindest fünf Punkte in den sechs Bundesliga-Partien dieses Jahres einfahren.

Die Formkurve der anderen beiden Vereine zeigt dagegen stark nach unten: Für Freiburg steht bislang nur ein Punkt bei zwei Toren zu Buche, Hannover kassierte in der Rückrunde sogar sechs Niederlagen bei 18 Gegentoren. Den Gegenentwurf dazu findet man in Berlin - in den vergangenen sechs Spielen kassierten die Herthaner nur drei Gegentore, das ist der alleinige Spitzenwert der Liga für das Schlusslicht.


Das macht Mut:

Aber auch für die "Roten" aus Hannover gibt es noch Hoffnung auf eine Wende. Immerhin trafen die Niedersachsen bereits 25 Mal ins gegnerische Tor und damit unter den Abstiegskandidaten noch am häufigsten ins Netz. Zudem gehen 46 Prozent der nicht geblockten 96er-Torschussversuche tatsächlich auf des Gegners Kasten, ligaweit ist dies der 10. Rang und der beste Wert unter den letzten Vier.

Nürnberg und die Hertha sind bei den Duellen um den Ball vorne dabei: Die Teams gewannen jeweils 51 Prozent ihrer Zweikämpfe an der Kugel und haben damit die Nase vorn im Vergleich der Kellerkinder. Freiburgs Mutmacher lautet, dass die Mannschaft zwar relativ häufig foult, sich dabei aber im regelkonformen Bereich bewegt und daher kaum verwarnt wird. Dies könnte sich im Hinblick auf Sperren im Endspurt auszahlen. Die Breisgauer sahen erst 34 Mal Gelb und mussten noch kein Spiel in Unterzahl beenden.


Das muss besser werden:

Allerdings, nur durch Hoffen und Bangen hat noch kein Verein den Klassenerhalt geschafft. Bei allen vier Mannschaften gibt es Ansatzpunkte, die verbessert werden müssen, um am Ende der Saison doch noch jubeln zu dürfen. So gewannen die Freiburger nur 48 Prozent ihrer Zweikämpfe am Ball - das muss schleunigst besser werden.

Das Problem der Nürnberger ist, dass sie das Tor nicht treffen. Die Tor- und Schusswerte der Franken sind allesamt Ligaminusrekorde. Bei der Hertha muss die Chancenverwertung steigen, bislang ist weniger als jede zehnte Torgelegenheit drin (9 Prozent). Und Hannover muss sich defensiv verbessern - fast zwei Gegentreffer pro Partie sind einfach zu viel.

Als Mutmacher kann man den vier Teams für die nächsten elf Spiele mit auf die Reise geben, dass in den vergangenen vier Spielzeiten immer jeweils mindestens ein Club den Klassenerhalt schaffte, der nach 23 Spieltagen auf einem der letzten drei Plätze lag. In der vergangenen Saison war es beispielsweise die Borussia aus Mönchengladbach, die sich von Rang 17 noch auf den 15. Platz vorschob.

Zusammengestellt von Sebastian Bisch



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