Köln - Das 1:1 beim FC Augsburg gab Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende wenig Gründe zum Jubeln. Verfolger Hoffenheim konnte zum BVB aufschließen und zu allem Überfluss erlitt Julian Weigl auch noch einen Knöchelbruch. Wer ersetzt den Mittelfeld-Regisseur im Endspurt?

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Drei bis vier Monate wird die schwere Verletzung den 21-Jährigen außer Gefecht setzen. Das bedeutet natürlich, dass er die letzten beiden Spiel der Saison, gegen den SV Werder Bremen in der Bundesliga und gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale, verpassen wird. "Zwei Endspiele" nennt Thomas Tuchel diese wichtigen Aufgaben. Der BVB-Trainer weiß, wie wichtig ein Einsatz von Weigl in diesen Partien gewesen wäre. "Julian Weigls Ausfall ist ein großer Verlust für uns. Das können wir nicht eins zu eins kompensieren."

Wie Tuchel Weigls Ausfall personell auffängt, wird ein entscheidender Faktor für den Erfolg in den verbleibenden Spielen sein. Der Nationalspieler ist Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Teams, er brachte beeindruckende 89,3 Prozent seiner Pässe in dieser Saison zu einem Mitspieler und gewann über 60 Prozent seiner Zweikämpfe.

Weigl ist eines dieser sehr seltenen Exemplare defensiver Mittelfeldspieler, der - ähnlich wie Bayerns Xabi Alonso - Defensivstärke mit einer dezenten Kreativität verbindet. Eine Kombination, die den Stars in Dortmunds Offensive die Plattform bietet, um zu glänzen. Seine Position vor der Defensivreihe, üblicherweise neben einem kampfstarken Mittelfeldspieler, ist laut Tuchel einzigartig und unersetzbar.

Video: Weigl auf Alonsos Spuren

Es gibt allerdings zwei wahrscheinliche Varianten für den Trainer, die Weigl-Lücke zu füllen. Die erste wäre es, Nuri Sahin an Weigls Stelle aufzubieten. Der türkische Nationalspieler ist zurück im Training und hat vor der Verletzung, die ihn zuletzt zurückwarf, zusammen mit Weigl, bzw. an dessen Stelle überzeugt. Daher erhielt er von seinem Club zuletzt auch eine Vertragsverlängerung bis 2019. Spielt Sahin für Weigl, wäre ein nahtloser Übergang gewährleistet, der das BVB-Spiel nur in Nuancen verändern würde.

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Eine andere Option für Tuchel wäre es, auf ein kämpferisches Duo in der Mittelfeldzentrale zu setzen. Weigl spielt normalerweise entweder neben Gonzalo Castro oder Raphael Guerreiro. Beide zusammen aufzubieten, würde eine laufstarke Alternative darstellen. Wo Weigl sonst mit präzisen Pässen das Mittelfeld überbrückt, würden Castro und/oder Guerreiro wahrscheinlich die Anweisung bekommen, mit dem Ball am Fuß Richtung gegnerischer Strafraum vorzustoßen. Besonders Guerreiro hat eine starke Saison gespielt, sowohl in der Defensive als auch weiter vorne. Tuchel sagte über ihn, er sei "zu gut, um auf eine Position festgelegt zu werden."

Die weiteren Alternativen heißen Sven Bender, Mikel Merino und Sebastian Rode, allerdings wurden Bender und Merino von Tuchel meistens in der Innenverteidigung eingesetzt und Rode hatte aufgrund diverser Verletzungsprobleme bis zuletzt mit seiner Form zu kämpfen. Dass Tuchel in den wichtigen letzten Spielen auf einen der drei setzt, erscheint eher unwahrscheinlich.

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