In der Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart (So., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) könnte für eines der Teams eine Serie zu Ende gehen: Der BVB ist als überraschender Tabellenvierter seit zwölf Spielen ungeschlagen und gewann seine vergangenen sechs Spiele, die Stuttgarter holten unter ihrem neuen Trainer Christian Gross zehn von zwölf möglichen Punkten.

"Der VfB hat da unten nichts verloren. Stuttgart spielt nach wie vor in der Champions League und ist eines der besten Teams in der Bundesliga", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp über den Tabellenelften: "Seit dem Trainerwechsel spielt die Mannschaft wieder sehr stabil."

Klopp muss umbauen

Dass Jürgen Klopp als gebürtiger Stuttgarter bislang alle (vier) Auswärtsspiele mit Mainz und dem BVB in seiner alten Heimat verlor, bewog den Coach zu folgendem Statement: "Erstens ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Serie reißt umso größer, je länger sie hält. Außerdem war ich ein Kaiserschnitt. Ich habe nur die ersten zwei Wochen meines Lebens dort verbringen müssen und bin dann weg gezogen..."

Klopp muss in Stuttgart seine Mannschaft möglicherweise entscheidend umbauen, denn der bisher überzeugende Sven Bender fällt für das defensive Mittelfeld aus. Wahrscheinlich wird der BVB-Trainer das erfolgreiche Innenverteidiger-Duo Subotic und Mats Hummels auseinanderreißen und Hummels auf die Sechser-Position beordern. Für ihn dürfte dann der Brasilianer Felipe Santana zum Einsatz kommen.

"Das wird ein hochintensives Spiel"

Stuttgarts Cheftrainer Christian Gross machte auf Understatement und erklärte den BVB prompt zum Favoriten.

"Der BVB scheint gut in Form zu sein. Das wird ein hochintensives Spiel. Der Gegner will natürlich auf der Siegesstraße weiterfahren, wir aber auch", so Gross. Beim Team von Jürgen Klopp klappe vor allem die Umschaltphase zwischen Abwehr und Angriff gut, außerdem kämpfe der BVB um die internationalen Plätze. "Bei uns geht es nach wie vor um den Klassenerhalt", mahnte Gross.

Lehmann zurück ins Tor

Doch auch die eigenen Stärken kämen durch die zuletzt erreichten Erfolge immer mehr zum Vorschein. "Wir sind stärker als noch vor ein paar Wochen, und wir treten mit mehr Selbstbewusstsein auf. Wir arbeiten weiterhin an unseren Standardsituationen, wo wir uns auch verbessert haben. Das war auch schon in Freiburg zu beobachten", so der 55-Jährige, der auf die Unterstützung der Fans in der Mercedes-Benz Arena hofft: "Wir müssen alles dafür tun, dass die Fans voll hinter uns stehen. Das hat auch in Freiburg schon sehr gut geklappt."

Gegen Dortmund wird Jens Lehmann nach seiner Sperre wieder ins Tor zurückkehren. Von ihm erwartet sich Christian Gross vor allem eine "hohe Präsenz, volle Konzentration, großen Rückhalt und das unbedingte Bestreben, zu Null zu spielen", sagte der VfB-Cheftrainer.