München - Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga stiegen mit der SpVgg Greuther Fürth, Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf drei ehemalige Deutsche Meister gleichzeitig auf. Während die Bundesliga für die Franken Neuland bedeutet, sind die Hessen und die Rheinländer gute, alte Bekannte.

Dafür haben die Fürther mit drei Meisterschaften mehr Titel geholt als die jeweils einmal erfolgreichen Konkurrenten zusammen. Dass all diese Titelgewinne aus der Zeit vor Gründung der Bundesliga herrühren, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Die Bundesliga freut sich auf die drei Traditionsvereine. Wie ihre Chancen stehen, die Klasse zu halten und welche Vereine nach ihrem Aufstieg am erfolgreichsten waren, verrät der Blick in die bundesliga.de-Datenbank.

Frankfurt schaffte vierten Aufstieg

Die Eintracht ist nun bereits zum vierten Mal in die Bundesliga zurückgekehrt, deren Gründungsmitglied sie einst war. Bis 1996 gehörten die Hessen der Bundesliga ununterbrochen an, dann entwickelte sie sich ein bisschen zu einer Fahrstuhlmannschaft. Nach dem ersten Aufstieg 1998 schaffte Frankfurt als 15. den Klassenerhalt und blieb drei Jahre erstklassig.

Dem erneuten Abstieg 2001 folgte nach zwei Jahren die Rückkehr, die allerdings nur auf ein Jahr beschränkt war. Länger hielten sich die Frankfurter in der Bundesliga nach dem dritten Aufstieg im Jahr 2005, genau genommen sechs Jahre.

Fortunas Rückkehr nach 15 Jahren

Fortuna Düsseldorf ist zum fünften Mal in die Bundesliga aufgestiegen. Dem ersten folgte im Jahr 1966 ein einjähriges Intermezzo. Nach dem zweiten im Jahr 1971 folgte die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte mit zwei Pokalsiegen und einem Europapokalendspiel gegen den FC Barcelona (1979). Nach 16 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit stieg die Fortuna 1987 ab.

Danach gelangen noch zwei weitere Aufstiege (1989 und 1995) und drei bzw. zwei weitere Jahre Erstklassigkeit. Nach dem Abstieg 1997 dauerte es nun satte 15 Jahre bis zum Comeback der Rheinländer in der höchsten deutschen Spielklasse.

Nur Hannover konnte sich zuletzt etableren

Die Erfahrungen der letzten zehn Jahre lassen allerdings für die Aufsteiger wenig Gutes erahnen. Nur einem einzigen Verein gelang es, sich dauerhaft zu etablieren: Hannover 96, sieht man einmal von Neulingen wie Hoffenheim oder Augsburg ab, die noch nicht wieder absteigen mussten.

Alle anderen erwischte es früher oder später, nach einem bis spätestens sechs Jahren (Eintracht Frankfurt). Allerdings können Vereine wie Mönchengladbach (im Jahr fünf nach dem letzten Aufstieg), Nürnberg, Freiburg oder Mainz (alle seit drei Jahren wieder erstklassig) ihre Bestmarken sicher noch ausbauen.

Denn auf der anderen Seite spielen in der aktuellen Saison mit dem Hamburger SV, Bayern München, Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim, dem FC Augsburg und der SpVgg Greuther Fürth auch gleich sieben Vereine, die noch nie aus der Bundesliga abgestiegen sind.

Nach fünf Jahren kommt der Abstieg

Im Durchschnitt spielt ein Verein nach dem Aufstieg rund fünf Jahre in der Bundesliga. In 49 von 126 Fällen stieg der Aufsteiger direkt wieder ab. Von 35 Neulingen, also Vereinen, die erstmals in die Bundesliga aufstiegen, hielten immerhin 21 die Liga. Die Chance auf den Klassenerhalt der SpVgg Greuther Fürth beträgt also 60 Prozent.

Der beste Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte bleibt der 1. FC Kaiserslautern, der in der Saison 1997/98 das Kunststück fertig brachte, als Bundesliga-Rückkehrer direkt Meister zu werden und dabei 68 Punkte zu holen.

Hoffenheim bester Aufsteiger der letzten zehn Jahre

Zweitbester Aufsteiger aller Zeiten ist der FC Bayern, der in seinem ersten Bundesliga-Jahr 1966 Dritter wurde und 67 Zähler einfuhr. Einen 4. Platz sicherten sich der VfB Stuttgart (1978) und der Wuppertaler SV (1973). Beste Aufsteiger der letzten zehn Jahre waren 1899 Hoffenheim (55 Punkte) und der 1. FC Kaiserslautern (46 Punkte), die jeweils Siebter wurden.

Am längsten nach einem Aufstieg ununterbrochen erstklassig blieben die Bayern, die in ihre 48. Spielzeit seit dem Aufstieg im Jahr 1965 gehen. Die zweitlängste Serie hält Borussia Dortmund mit 37 Jahren, gefolgt vom VfB Stuttgart (36) sowie Bayer Leverkusen (34) und Borussia Mönchengladbach (je 34).

Tobias Gonscherowski