Die erste Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ist vor allem für die dort beheimateten Teilnehmer etwas ganz Besonderes. So auch für Ghana. Der Finalist des Afrika-Cups 2010 geht mit viel Selbstvertrauen ins Turnier.

Und das, obwohl die "Black Stars" auf ihren größten Star verzichten müssen. Das WM-Aus von Michael Essien bezeichnete Hans Sarpei als "schlimmer als der Weltuntergang". Nun liegt es an Spielern wie dem Leverkusener, Ghana bei der zweiten WM-Teilnahme des Landes zu führen.

Sarpei ist der richtige Mann dafür. Nachdem er bei der 1:3-Auftaktniederlage des Afrika-Cups gegen die Elfenbeinküste nur auf der Bank gesessen hatte, stand er in den folgenden vier Partien in der Startelf - und Ghana kassierte nur noch ein einziges Gegentor.

Im Interview mit bundesliga.de erklärt der Abwehrspieler der "Werkself", wie sehr er sich auf die WM in Afrika freut. Er hebt hervor, welchen Stellenwert die in Südafrika zahlreich vertretenen deutschen Profiligen haben und ist sich sicher, dass er seinen Trainern vor dem Deutschland-Spiel ein guter Ratgeber sein wird.

bundesliga.de: Herr Sarpei, am Freitag fällt der Startschuss zur ersten WM auf afrikanischem Boden. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Turnier?

Hans Sarpei: Ich freue mich enorm auf diese Weltmeisterschaft. Ganz besonders natürlich, weil sie in Afrika stattfindet.

bundesliga.de: Wo steht Ghana Ihrer Meinung nach in der Vorbereitung so kurz vor dem ersten Gruppenspiel gegen Serbien?

Sarpei: Der momentane Stand der Dinge ist nicht von Bedeutung. Wichtig ist, wie man im Ernstfall dasteht. Wir arbeiten daran, dass wir zum Zeitpunkt der WM in Topform sind.

bundesliga.de: Hierzulande hat man natürlich mehr auf die WM-Qualifikation in Europa und weniger auf die in Afrika geschaut. Was zeichnete die ghanaische Mannschaft während der WM-Qualifikation aus?

Sarpei: Wir haben die Qualifikation vorzeitig geschafft, das war schon souverän.

bundesliga.de: Worin sehen Sie die Stärken Ihrer Mannschaft für die WM?

Sarpei: Wir sind jetzt das zweite Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei, vor vier Jahren in Deutschland haben wir wichtige Erfahrungen sammeln können. Das ist nicht zu unterschätzen.

bundesliga.de: Apropos Deutschland. Ihre Mannschaft spielt in einer Gruppe mit der DFB-Auswahl. Freuen Sie sich besonders auf dieses Duell?

Sarpei: Na klar. Ich kenne sämtliche Spieler, da werde ich in der Vorbereitung auf das Spiel sicher auch den einen oder anderen Tipp geben können.

bundesliga.de: Was kann Ghana im Turnier erreichen?

Sarpei: Ich werde jetzt nicht sagen, dass wir Weltmeister werden. Aber wir werden versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Wenn wir die Gruppenphase überstehen und ins Achtelfinale kommen, dann ist vieles möglich.

bundesliga.de: Die Bundesliga und die 2. Bundesliga sind mit mehr als 80 Spielern in Südafrika vertreten. Ist das ein Zeichen für die Stärke der deutschen Ligen?

Sarpei: Ich kenne keine Vergleichswerte mit anderen Ligen. Aber dass die deutschen Ligen sich sehen lassen können, ist doch klar. Im internationalen Wettbewerb, in der europäischen Fünfjahreswertung, scheint Italien so gut wie überholt zu sein. Das kommt nicht von ungefähr.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz