München - Wussten Sie schon, dass der Anteil an Toren durch deutsche Spieler zugenommen hat? Dass das 4-4-2 mit Raute wieder im Kommen ist? Oder dass in der Bundesliga wesentlich weniger Flanken geschlagen werden? 153 Spiele der Saison 2011/12 sind absolviert - Zeit für eine ausführliche Hinrunden-Bilanz.

Im dritten Teil geht es um die veränderte Spielweise der Teams und die daraus resultierenden Werte in Bezug auf Torschüsse, Flanken und Freistöße.

Wenige Flanken, wenige Kopfball-Tore

Nur 79 der 438 Tore wurden per Kopf erzielt - zuletzt waren es vor 16 Jahren weniger (73 in der Saison 95/96). Kein Wunder: Es wurden in dieser Saison auch nur 733 Torschüsse per Kopf abgegeben - nach 17 Spieltagen ein neuer historischer Tiefstwert in der Datenbank-Historie! Das hat Gründe: Nach 17 Spieltagen wurden seit Beginn der Datenerfassung noch nie so wenige Flanken geschlagen wie in dieser Saison (3.344), die Anzahl der Tore nach Flanken war gering. Das Modesystem 4-2-3-1 sieht zwar offensive Flügel vor, die werden aber oft spiegelverkehrt besetzt (Ribery-Robben, Sam-Schürrle etc.) oder gelernte Stürmer spielen dort. Viele Spieler ziehen nach innen - der klassische Flügelstürmer, der bis zur Grundlinie dribbelt und die Flanke schlägt, ist nicht mehr en vogue...

Wenige Torschüsse

Die Anzahl der Torschüsse hat sich seit der Saison 93/94 kontinuierlich nach unten entwickelt - die letzte Saison war die mit den wenigsten Torschüssen seit Beginn der Datenerfassung (1992). In dieser Spielzeit könnte diese historische Negativmarke noch einmal unterboten werden - aktuell bewegt man sich auf dem gleichen Level wie 10/11. Vor allem mit Weitschüssen probieren es die Spieler nur noch äußerst selten - nach 17 Spieltagen waren es seit Beginn der Datenerfassung noch nie so wenige wie in dieser Saison (1.786 Weitschüsse).

Die Joker stechen nicht mehr

Erst 31 Mal trafen die Einwechselspieler an den ersten 17 Spieltagen - weniger waren es zuletzt vor 18 Jahren (Saison 93/94). Stellvertretend für den Wandel steht der 1. FSV Mainz 05: In der Vorsaison erzielte das Tuchel-Team noch mit Abstand die meisten Joker-Tore (15), in dieser Spielzeit gelang den Mainzern erst ein einziges Tor durch einen eingewechselten Spieler (fünf Teams noch gar nicht).

Die Freistoßkünstler sterben aus

Erst sieben Mal konnten die Zuschauer in dieser Saison ein direktes Freistoßtor bejubeln (je ein Mal trafen Andre Schürrle, Lukas Podolski, Christian Fuchs, Sejad Salihovic, Sergio Pinto, Juan Arango und Jan Schlaudraff auf diese Art). Seit Beginn der Datenerfassung sind dies mit Abstand die wenigsten zu diesem Zeitpunkt (zum Vergleich: in der Saison 97/98 gab es nach 17 Spieltagen insgesamt 27 direkte Freistoßtreffer).

Nervenstarke Elfmeterschützen

Die Elfmeterschützen haben sich im Vergleich zur letzten Spielzeit deutlich gesteigert - starke 85 Prozent aller Strafstöße wurden verwandelt (35 von 41 - Gomez traf zudem im Nachschuss). In einer kompletten Saison gab es nie zuvor so eine hohe Trefferquote! Letzte Saison wurden dagegen nur ganz schwache 69 Prozent (57 von 83) aller Strafstöße im gegnerischen Gehäuse untergebracht.





Teil 1: Von Überfliegern und Spannungsbögen

Teil 2: Treffsichere Ballermänner und junge Burschen im Tor