Prag - Der letzte Test eine Woche vor dem EM-Auftakt am kommenden Freitag verlief für Nationalmannschaft von Tschechien nicht nach Wunsch. Mit
1:2 verloren die Tschechen vergangenen Freitag vor eigenem Publikum gegen Ungarn.

In Petr Jiracek vom VfL Wolfsburg und Michal Kadlec von Bayer Leverkusen kamen zwei Bundesligaprofis im Team von Trainer Michal Bilek von Beginn an zum Einsatz, mit Roman Hubnik von Hertha BSC und Tomas Pekhart vom 1. FC Nürnberg wurden in der zweiten Hälfte zwei weitere Spieler von deutschen Vereinen für Tschechien eingewechselt.

Besonders Kadlec überzeugte, der 27-Jährige erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Tschechen, die bei der EM am 8.
Juni zunächst auf Russland treffen, dann am 12. Juni auf Griechenland und am 16. Juni auf Gastgeber Polen.

Im Jahr 2008 kam Kadlec nur zu einem Einsatz, doch nach mittlerweile 35 Länderspielen scheint der Linksfuß gesetzt in der Startelf. Gegen Ungarn spielte er erneut in der Innenverteidigung, bei Bayer agiert er als Linksverteidiger. Vor dem EM-Start spricht Kadlec über seine Lieblingsposition, den Fitnesszustand von Tomas Rosicky und die Stimmung im tschechischen Team.

Frage: Herr Kadlec, wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach der Niederlage im letzten Test gegen Ungarn?

Michal Kadlec: Die ist trotzdem sehr gut. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, nur das Ergebnis hat nicht gestimmt. Das ist halt mal so, aber es ist ja noch eine Woche Vorbereitung und darauf hoffen wir natürlich. Klar, besser ist schlecht spielen und gewinnen, aber man hat gesehen, die Fans waren zufrieden und haben applaudiert.

Frage: War das Ungarn-Spiel nicht ein Rückschlag?

Kadlec: Ich glaube nicht, dass uns dieses Spiel einen Knacks gibt, die Stimmung ist super. Und wir wollen natürlich das erste Spiel bei der EM gegen Russland gewinnen.

Frage: Der an der Wade verletzte Kapitän und Spielmacher Tomas Rosicky vom FC Arsenal hat gegen Ungarn aber schon schmerzlich gefehlt, oder?

Kadlec: Ja, aber trotzdem haben wir ein gutes Spiel gemacht. Schade für ihn, dass er nicht dabei war. Klar fehlt er uns, aber ich denke, er ist beim ersten Spiel der EM fit.

Frage: In welchem Zustand ist die Mannschaft denn grundsätzlich vor dem Turnier?

Kadlec: Wir haben viel gemacht, nicht nur trainiert in den Trainingslagern in Österreich und in Prag, sondern auch Sachen wie Go-Kart-Fahren zur Auflockerung absolviert. Diese Teambuilding-Maßnahmen haben Spaß gemacht.

Frage: In der Nationalmannschaft spielen Sie Innenverteidiger, bei Bayer Leverkusen Linksverteidiger. Was macht Ihnen mehr Spaß?

Kadlec: Beides macht Spaß. Es ist mir egal, was ich spiele. Das ist die Nationalmannschaft, da ist man froh, wenn man überhaupt spielt.
Vielleicht ist die Innenverteidigung ja auch eine Alternative für Leverkusen in der Zukunft, mal schauen.

Frage: Wie sehen die Chancen der Tschechen bei der EM?

Kadlec: Die Gruppe ist sehr ausgeglichen. Wir wollen natürlich weiterkommen und danach die Deutschen im Viertelfinale schlagen.

Aus Prag berichtet Tobias Schächter