Vorentscheidend ist es sicherlich noch nicht, richtungweisend aber allemal: Bereits am 20. Spieltag könnten für Hannover 96 die Weichen für die restliche Saison gestellt werden.

Am Samstag treffen die "Roten" auf den 1. FC Nürnberg. Das Treffen des Drittletzten von der Leine und des Vorletzten aus dem Frankenland darf dabei durchaus als "Abstiegsgipfel" bezeichnet werden.

Sieben Spiele ohne Sieg

Den Niedersachsen ist die Ernsthaftigkeit der Situation nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Serie bewusst.

"Wir dürfen gegen Nürnberg nicht so unsicher sein wie die ersten fünf Minuten in Mainz. Vor allem dürfen wir nicht so viele negative Gedanken an uns ranlassen", erklärte Kapitän Arnold Bruggink.

Steigerung trotz Niederlage

Das ist zwar meistens leichter gesagt als getan, doch Verbesserungen im Spiel der "Roten" im Vergleich zu den Partien zuvor waren bei der 0:1-Niederlage in Mainz bereits erkennbar. "Wir hatten mehr Ballbesitz und haben mehr Zweikämpfe gewonnen als in den Wochen zuvor", lobte Sportdirekter Jörg Schmadtke das Team vergangenen Sonntag im "DSF-Doppelpass".

Dem neuen Chef-Trainer Mirko Slomka gefiel, dass "wir nicht am frühen Rückstand zerbrochen, sondern stabil geblieben sind. Wir hatten für ein Auswärtsspiel viel Ballbesitz. Auch unser Defensivverhalten hat mir in der zweiten Halbzeit gut gefallen."

Flaute im Sturm, Durica fehlt

Dennoch weiß Slomka, der auch schon als Jugend- und Co-Trainer in Hannover tätig war, was gegen den FCN besser werden muss: "Wir brauchen im Sturm jemanden, der die Bälle verwertet. Da fehlt es uns komplett an Effektivität. Zudem lassen wir die Passgenauigkeit im Spiel nach vorne vermissen."

Diese Probleme sollen noch in den kommenden Tagen durch Neuzugänge behoben werden. Diverse Namen kursieren sowohl in den Medien als auch bei 96 selbst, offizielle Bestätigungen über etwaige Transfers blieben bislang aber noch aus.

"Drei Punkte gegen Nürnberg sind Pflicht"

Ein weiteres Problem für Slomka gibt es in der Defensive. Neuzugang Jan Durica, der am Wochenende gegen Mainz sein Bundesliga-Debüt gab, fällt wegen eines Muskelfaserrisses voraussichtlich drei Wochen aus.

"Ich bin sehr unglücklich darüber, da Jan auf einem sehr guten Weg war ein fester Bestandteil der Mannschaft zu werden", sagte Slomka, der aber immerhin wieder mit Afrika-Cup-Rückkehrer Karim Haggui planen kann. "Drei Punkte gegen Nürnberg sind Pflicht, egal, wer spielt", mimt der Tunesier auch sogleich wieder den Einheizer bei seiner Rückkehr.

Für Hannover geht es am Samstag darum, die Distanz nach hinten zu vergrößern. "Wir müssen Nürnberg unbedingt mit einem Sieg auf Abstand halten", nimmt Slomka sein Team in die Pflicht. Doch dazu müssen Tore her.

Gregor Nentwig