Hamburg - Nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff konnte Hakan Calhanoglu schon wieder lächeln. Nicht, weil er die 0:1-Pleite mit Bayer Leverkusen in der Imtech Arena schon verdaut gehabt hätte. Aber an seiner alten Wirkungsstätte beim Hamburger SV freute er sich einfach, so viele alte Weggefährten mal wieder in die Arme schließen zu können.

Besonders innig war das Wiedersehen mit dem verletzten HSV-Torwart Rene Adler, der den Bayer-Spielmacher fast schon schützend vorbei an den Medienvertretern in die Leverkusener Kabine geführt hatte. Sprechen wollte Calhanoglu nämlich nicht.

Calhanoglu versucht viel

Dafür wollte der türkische Nationalspieler eigentlich zuvor auf dem Rasen seinen selbstbewussten Worten ("Wenn ich Pfiffe bekomme, ist das kein Problem für mich") Taten folgen lassen. Doch schon beim Verkünden der Mannschaftsaufstellungen war klar, dass Calhanoglu ein hitziger Nachmittag bevorstehen würde. Ein gellendes Pfeifkonzert brandete im Verlauf der 90 Minuten immer dann auf, wenn er sich auch nur dem Ball näherte.

Der 20-Jährigen konnte dem Spiel von Bayer Leverkusen dann auch nur in den Anfangsminuten seinen Stempel aufdrücken. Seine Freistöße verloren mit zunehmender Spieldauer an Gefährlichkeit. Am Ende standen aber immerhin vier Torschüsse auf seinem Konto - mehr als bei jedem anderen auf dem Rasen. Calhanoglu versuchte alles, um das Spiel zu Gunsten seiner Mannschaft zu beeinflussen. Einzig, es gelang ihm nicht.

Aufmunterungen der ehemaligen Kollegen

Die aufmunternden Gesten der ehemaligen Mitspieler - auch während der Partie - dürften ihm immerhin ein bisschen geholfen haben. Als Rafael van der Vaart Calhanoglu von den Beinen holte, zog er ihn fast schon entschuldigend wieder hoch. Einen freundschaftlichen Klaps auf den Hinterkopf gab’s vom Niederländer inklusive.

Für Calhanoglu war der Tag der Rückkehr nach Hamburg somit zwar ein Wechselbad der Gefühle, das bittere Los der Niederlage wurde durch den großen Zuspruch nach Schlusspfiff aber etwas abgefedert.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis