Zur dritten Auflage des Nord-Derbys zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen kommt es am Donnerstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Nach den ersten beiden Partien steht es nach Siegen 1:1, allerdings ist die Gemütslage bei den beiden Mannschaften nicht gleich.

Der HSV verlor Spiel 1 des Dauerderbys zuhause im Elfmeterschießen (2:4) gegen den Nachbarn aus Bremen. Tim Wiese sicherte Werder mit drei parierten Elfmetern den Einzug ins DFB-Pokal-Finale am 30. Mai in Berlin. Für die Hamburger platzte der Traum von drei Titeln.

Acht Tage später revanchierte sich der HSV im Hinspiel des UEFA-Pokal-Halbfinales. Durch einen Kopfballtreffer von Piotr Trochowski gewann die Elf von Trainer Martin Jol im Weser-Stadion mit 1:0. Nun kommt es in der HSH Nordbank Arena zum Rückspiel und zur Partie Nummer 3 des Dauerderbys.

Werder hat noch alle Chancen

Beide Teams konnten zwar eine Partie gewinnen, allerdings mit dem Unterschied, dass Werder trotz der Niederlage noch alle Chancen auf beide Titel hat. Der HSV hingegen muss trotz des Hinspiel-Sieges darum fürchten, dass auch der Traum von zwei Titeln platzt.

Die Hälfte der Nord-"Tetralogie" ist schon geschafft, jetzt stehen binnen vier Tagen die letzten beiden Duelle der Clubs an. Am Sonntag treffen die Rivalen auch in der Bundesliga aufeinander.

bundesliga.de hat sich die ersten beiden Duelle genauer angesehen und zieht die Lehren aus den Partien.

Werder mit Chancenplus

In den ersten beiden Duellen war jeweils Werder die Elf mit dem klaren Chancenplus 29:16 lautete die Torschussbilanz über 120 Minuten im Pokal, 22:14 beim UEFA-Pokal-Hinspiel am vergangenen Donnerstag.

Mehr Ballbesitz

Auch der Anteil am Ballbesitz fiel jeweils zu Werders Gunsten aus. 56 Prozent waren es im DFB-Pokal, 61 Prozent sogar im UEFA-Pokal.

Fritz als Antreiber

Während beim Pokalspiel beide Teams noch hauptsächlich über ihre linke Seite Gas gegeben hatten (beim HSV rollten dort 45 Prozent der Angriffe, bei Werder 43 Prozent), gab es im UEFA-Cup vor allem bei Werder eine Verlagerung nach rechts. Ein Mitgrund dafür war das häufige Einschalten von Clemens Fritz in die Offensive. Mit seinen Flanken brachte er HSV-Keeper Rost mehrmals in Verlegenheit.

Remis beim Zweikampf

Im Pokal war die Zweikampfbilanz am Ball noch zugunsten der Hamburger ausgefallen (53 Prozent), im Hinspiel im UEFA-Pokal war dann Werder deutlich zweikampfstärker (57 Prozent gewonnen).

Diego vs. Trochowski

Im UEFA-Cup-Hinspiel waren Diego und Trochowski die Antreiber ihrer Teams. Der Brasilianer war an zehn der 22 Bremer Torschüsse beteiligt, Trochowski an sechs von 14. Im Pokal hatten beide nicht diesen Stellenwert, da war Diego an fünf von 29, "Troche" an vier von 16 Torschüssen beteiligt.