Eintracht Frankfurt zählt zweifelsohne zu den positiven Überraschungen der noch immer jungen Saison 2009/10. Mit 13 Punkten aus neun Spielen sind die Hessen nur einen Steinwurf von den Plätzen entfernt, die fürs internationale Geschäft berechtigen.

Den Aufschwung hat das Team zweifelsohne Michael Skibbe zu verdanken. Doch noch ehe der Trainer unterschrieben hatte, sicherten sich die Frankfurter einen Spieler, der für kompromisslose Abwehrarbeit und Führungsqualitäten steht: Maik Franz.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Verteidiger über den Saisonstart der Eintracht und die Gründe für seinen Wechsel an den Main. Für das anstehende Gastspiel beim FC Bayern haben sich Franz und Frankfurt viel vorgenommen. Von Zurückhaltung keine Spur…

bundesliga.de: Herr Franz, die Eintracht hat ihre kurze Talfahrt mit dem 2:1 gegen Hannover gestoppt. Was waren die Schlüssel zum Sieg?

Maik Franz: Wir wollten diesen Heimsieg mit aller Macht und sind dementsprechend engagiert zu Werke gegangen. Außerdem war die Unterstützung unserer Fans gigantisch. Vielen Dank noch mal dafür.

bundesliga.de: Oka Nikolov spielte überragend - mal wieder in dieser Saison. Welchen Anteil hatte er am Sieg?

Franz: Einen großen, er hat zwei, drei Hundertprozentige gehalten. Sowas ist immer wichtig für eine Mannschaft.

bundesliga.de: Nach dem tollen Saisonstart gab es zwei Dämpfer gegen Stuttgart und auf Schalke. Welche Lehren hat die Eintracht aus diesen beiden Niederlagen gezogen?

Franz: Dass wir gegen Spitzenteams von der ersten bis zur letzten Minute hochkonzentriert und am Limit spielen müssen, um zu bestehen. Wenn wir nur ein paar Minuten lockerlassen und denken, es geht schon irgendwie, dann wird es schwer.

bundesliga.de: Michael Skibbe hatte den Frankfurter Fans bei seinem Amtsantritt attraktiven Fußball versprochen. Der Sieg gegen 96 war der erste "Dreier" daheim seit April. Denken Sie, die Eintracht-Fans werden nun zunehmend auf Ihre Kosten kommen?

Franz: Natürlich werden wir alles dafür tun, dem Heimsieg über Hannover in der Bundesliga weitere folgen zu lassen. Aber wir sind gerade unter Michael Skibbe dabei, unsere Spielweise umzustellen und es braucht halt eine Weile, bis alle Umstellungen greifen. Solange wir diese Änderung in unserem System noch verinnerlichen müssen, ist es halt manchmal notwendig, ergebnisorientiert zu spielen. Aber ich bin mir sicher, dass wir unser Ziel, nämlich vor allem zuhause offensiver zu agieren, bald erreichen werden.

bundesliga.de: Was kann Eintracht Frankfurt in dieser Saison erreichen?

Franz: Ich denke, dass wir über die gesamte Saison hinweg nicht nach hinten schauen müssen und am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz landen werden.

bundesliga.de: Sie sind im Sommer nach Frankfurt gekommen. Was war ausschlaggebend für einen Wechsel an den Main?

Franz: Ich habe in Karlsruhe gesehen, wie schön es ist, für einen Traditionsverein zu spielen. Deshalb war ich auch froh darüber, dass sich Eintracht Frankfurt für mich interessiert hat und habe schließlich hier unterschrieben. Stadt, Fans, Stadion, Verein - alles top. Die Eintracht war die absolut richtige Wahl. Ich habe alles richtig gemacht und fühle mich in Frankfurt pudelwohl.

bundesliga.de: Sie wurden in der Vergangenheit ab und an als Rüpel hingestellt. Sind Sie denn mittlerweile weniger aggressiv in Ihrer Spielweise geworden?

Franz: Nein. Ich habe meine Spielweise nicht geändert. Aber ich war auch nie ein Rüpel oder dergleichen, sondern habe auf dem Platz immer alles für meinen Club und für mein Team gegeben. So werde ich dies auch weiterhin halten.

bundesliga.de: Hat sich Ihr Spiel unter Michael Skibbe verändert? Haben Sie in Frankfurt andere Aufgaben als zuvor?

Franz: Na ja, anfangs habe ich rechter Verteidiger gespielt für den gesperrten Patrick Ochs. Daraus, dass ich lieber innen spiele, habe ich ja keinen Hehl gemacht. Jetzt spiele ich innen und denke, dass ich dort wertvoller bin für die Mannschaft.

bundesliga.de: Am 10. Spieltag ist Frankfurt beim FC Bayern zu Gast. Ist dies eine gute Chance zu beweisen, dass man in dieser Saison durchaus mit der Eintracht rechnen muss?

Franz: Jeder weiß, wie stark die Bayern sind und jeder hat Respekt vor ihnen. Aber sie haben bislang auch nur zwei Punkte mehr auf dem Konto als wir und bisher waren unsere Leistungen auswärts nicht gerade schlecht. Warum also sollten wir dort nicht punkten? Dass haben auch schon andere Mannschaften in dieser Saison geschafft - und das ist auch unser Ziel am Samstag.

bundesliga.de: Wie werden Sie und Ihre Kollegen die Begegnung angehen?

Franz: Wir werden 90 Minuten hart arbeiten müssen und dürfen uns kaum Fehler erlauben. Die Bayern sind eine Klassemannschaft und nutzen meist jede noch so kleine Chance, die sich ihnen bietet. Aber wir haben in den letzten Wochen auch gesehen, wann und weshalb sie sich manchmal so schwer damit tun, Tore zu erzielen. Dies werden wir mitnehmen in diese Partie.

bundesliga.de: Ioannis Amanatidis wird gegen die Bayern fehlen. Wie schwer wiegt der Ausfall des Griechen?

Franz: Keine Frage, Janni ist sehr wichtig für die Mannschaft und sein Ausfall schmerzt. Aber wir haben einen großen Kader und viele gute Spieler hintendran, die beweisen haben oder noch beweisen werden, dass sie auch wichtig sind für uns.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz