Nach dem Torfestival gegen Borussia Dortmund, das 4:4 endete, sprach Hannovers Arnold Bruggink mit bundesliga.de über seinen kuriosen Treffer und erklärt woran es liegt, dass 96 erst zwei Siege in der Rückrunde einfahren konnte.

bundesliga.de: Herr Bruggink, wie bewerten Sie das 4:4-Torfestival gegen Borussia Dortmund?

Arnold Bruggink: Das Unentschieden war aufgrund des Spielverlaufs ganz wichtig. Denn wir müssen in unserer Situation jeden Punkt holen, den wir kriegen können.

bundesliga.de: Sie haben mit einem direkt verwandelten Eckball das 2:2 erzielt. War das so geplant?

Bruggink: Ja und nein. Wir wussten, dass die Dortmunder den ersten Pfosten immer frei lassen. Und deshalb hatte ich immer das Ziel, die Bälle da rein zu spielen.

bundesliga.de: Nach Ihrem Treffer sah es so aus, als habe Hannover das Heft fest in der Hand.

Bruggink: Ja, nach dem 2:2 waren wir am Drücker. Aber dann liegen wir innerhalb von fünf Minuten wieder mit zwei Toren hinten. Das hat uns einen Knacks versetzt und das hat man auf dem Platz gespürt. Beim 3:4 hat man gesehen, wie wichtig eine Standardsituation sein kann. Auf einmal waren wir und auch das Publikum wieder voll da. Nach dem glücklichen 4:4 habe ich denn Mitspielern dann gesagt: 'Männer, das Ergebnis muss uns reichen. Wir dürfen jetzt bloß nicht in einen Konter reinlaufen und noch verlieren!'

bundesliga.de: Woran liegt es, dass es bei Hannover in dieser Saison einfach nicht so richtig laufen will?

Bruggink: Wir müssen uns fragen, warum wir so viele Gegentore kassieren. Wenn man immer wieder so viele Treffer kriegt, kommt man irgendwann nicht mehr hinterher. Da müssen wir als Mannschaft jetzt dran arbeiten. Ich spiele lieber 0:0, als 4:4. Das ist für die Fans super. Aber wir kommen nur unten aus der Tabelle raus, wenn wir hinten sicherer stehen.

bundesliga.de: Fehlt in der Defensive die nötige Qualität?

Bruggink: Nein, unser Kader hat genug Qualität für die Bundesliga.

bundesliga.de: Am kommenden Wochenende geht es zum Überraschungs-Aufsteiger. Die Hoffenheimer haben den zweitbesten Angriff der Liga. Wird Ihnen bei so einer Tormaschine nicht schon Angst und Bange?

Bruggink (lacht): Wieso? Wir sind doch auch eine Tormaschine und haben in einem Spiel vier Tore geschossen. Aber Hoffenheim ist im Angriff sehr gefährlich. Da müssen wir aufpassen. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, denn wir haben keinen Überflieger im Team.

Aus Hannover berichtet Michael Reis