München - Beinahe ohne Verschnaufpause geht es weiter. Die späten Sonntagsspiele des 13. Spieltags sind noch nicht einmal 48 Stunden alt, da rollt der Ball schon wieder in der Bundesliga: Eine weitere Englische Woche steht ins Haus.

Borussia Dortmund spielt sich gegen Fortuna Düsseldorf für den Showdown mit den Bayern warm, Schalke gastiert in Hamburg, Frankfurt misst sich im Derby mit Mainz 05 und Hannover empfängt die SpVgg Greuther Fürth (alle Dienstagsspiele ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Das Drehbuch hätte besser nicht geschrieben werden können. Rechtzeitig vor dem Gastspiel beim Tabellenführer Bayern München meldete sich Borussia Dortmund als erster Verfolger zurück. "Unser Ziel war es, unsere Spiele weiter zu gewinnen und darauf zu warten, dass die Mannschaften vor uns Punkte liegen lassen. Das ist am Samstag passiert", meinte Nationalspieler Marcel Schmelzer.

Vor dem großen Gipfeltreffen am kommenden Samstag in der Allianz Arena muss der Deutsche Meister allerdings erst einmal die Hürde Fortuna Düsseldorf nehmen. Trainer Jürgen Klopp, der am Dienstag zum 150. Mal auf der Dortmunder Bank sitzen wird, bangt um das angeschlagene Mittelfeld-Trio Mario Götze (Pferdekuss), Ilkay Gündogan (Sprunggelenks-Prellung) und Sebastian Kehl (Kapselreizung im Knie). Sven Bender wird erneut mit gebrochener Nase spielen.

Als wäre die Aufgabe beim Deutschen Meister nicht schon schwierig genug, plagen die Fortuna auch noch arge personelle Probleme. Vor allem in der Defensive muss Coach Norbert Meier auf einige Spieler verzichten. "Wir können nichts dagegen tun. In der vergangenen Saison hatten wir wenige Verletzungen zu beklagen, jetzt trifft es uns hart." Mit Jens Langeneke, Stelios Malezas, Bruno Soares, Du-Ri Cha, Tobias Levels und Oliver Fink fallen gleich sechs Akteure aus, darunter drei Innenverteidiger und mit Levels ein Akteur, der zuletzt auf dieser Position ausgeholfen hat.



Schiedsrichteransetzungen

Ohne Rafael van der Vaart holte der HSV in dieser Saison noch keinen Punkt - nun müssen die "Rothosen" bis zur Winterpause ohne ihren Spielmacher auskommen, den ein Muskelfaserriss stoppt. Trotzdem fordern Trainer Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen vor dem Duell mit Schalke 04 eine klare Reaktion ihrer Mannschaft ein.

"Wir müssen nicht jammern, sondern mit der Mannschaft, die wir haben, Schalke wehtun", sagte Fink. "Das allererste ist, dass wir Vollgas geben und Schalke unter Druck setzen. Ich erwarte keinen technisch hochwertigen Fußball, es muss gefightet werden." Der HSV muss gegen die "Königsblauen" zudem auf seinen besten Angreifer verzichten. Denn Heung Min Son, der in dieser Saison sechs der zwölf HSV-Treffer erzielte, fehlt aller Voraussicht nach mit einer Zerrung.

Schalke-Coach Huub Stevens ist sich sicher, dass sein Gegenüber einen ordentlichen Ersatz für van der Vaart aufbieten wird. "Ich denke nicht, dass die Hamburger zu zehnt spielen werden", scherzt der 58-Jährige. Auch die Niederlage der Hanseaten am vergangenen Spieltag bei Fortuna Düsseldorf bewertet der Niederländer nicht allzu hoch: "Rückschläge müssen alle Vereine hin und wieder einstecken." Bei den Norddeutschen könnten Ibrahim Afellay, Marco Höger und Christoph Moritz wieder eine Alternative sein. Ob das Trio tatsächlich im Kader steht, entscheidet sich noch.



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Im April 2011 blamierte sich die Eintracht am 32. Spieltag mit 0:3 bei Mainz 05, stürzte auf den Relegationsplatz ab und musste nur zwei Spieltage später den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten. Vor dem erneuten Duell haben sich die Vorzeichen geändert, die Hessen stehen in der Spitzengruppe der Bundesliga. "Dass wir nach 13 Spieltagen so weit oben stehen, ist kein Zufall. Wir haben unsere Leistung über einen langen Zeitraum bestätigt", sagte Trainer Armin Veh nach dem 1:1 auf Schalke.

Das Derby gegen die Mainzer wird zum nächsten Härtetest. Stürmer Karim Matmour wird nach seiner Gelb-Roten Karte ebenso fehlen wie Verteidiger Bamba Anderson, der eine Verletzung der Bauchmuskulatur erlitten hat. Und auch Erwin Hoffer und Vadim Demidov sind angeschlagen. "Das bekommen wir schon irgendwie hin", sagte Veh und spielte die Personalsituation herunter. Möglich, dass Top-Torschütze Alexander Meier (neun Treffer) in den Angriff und Rechtsverteidiger Sebastian Jung in die Innenverteidigung rückt.

Einen schwer wiegenden Ausfall hat auch der Gegner aus Mainz zu beklagen. So wird der Ex-Frankfurter Jan Kirchhoff mit einem Muskelfaserriss fehlen. "Jan ist ein Garant für Flexibilität in unserem Spiel. Wir hatten ihn noch nie in der Wettkampfform, in der er zurzeit ist", sagte Mainz-Coach Thomas Tuchel zum Ausfall des 22-Jährigen. Möglicherweise steht dafür der langzeitverletzte Eric-Maxim Choupo-Moting (Meniskusriss am linken Knie) vor einem Comeback. In der Tabelle stehen die Rheinhessen auf Platz 9, mit einem Derbysieg könnten die Nullfünfer an die Europapokalplätze heranrücken.



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Hannover 96 hat zuletzt zwei Spiele in Folge verloren. "In dieser Situation dürfen wir uns keine weiteren Punktverluste erlauben", sagte Coach Mirko Slomka. Der 45-Jährige forderte nach dem Absturz auf Platz 8 eine Steigerung in der Defensive: "Wir müssen als Mannschaft deutlich besser verteidigen". Stürmer Mohammed Abdellaoue (Probleme mit der Rückenmuskulatur) steht nicht zur Verfügung, Didier Ya Konan meldete sich nach überstandener Beckenprellung dagegen zurück.

Keine drei Tage nach dem 0:0 im Derby gegen den 1.FC Nürnberg steht für das Team von Trainer Mike Büskens schon die Partie bei 96 an. "Wir wissen, dass sich unsere tabellarische Situation nicht grundlegend gebessert hat. Wir haben mehrmals schon gezeigt, dass wir mit einigen Mannschaften mithalten können, trotzdem haben wir uns mehr Punkte erhofft", sagte Büskens.

Bei den "Kleeblättern" wird aller Voraussicht nach Felix Klaus den gesperrten Sercan Sararer ersetzen. "Felix hat in der U23 einige vielversprechende Spiele gemacht und wir werden auf ihn setzen", verriet der Coach. Tobias Mikkelsen wird wegen muskulärer Probleme dagegen auch in Hannover fehlen. Der Einsatz von Lasse Sobiech ist noch offen.



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