Werder Bremens Gegner im Achtelfinale des UEFA-Pokals (Do., ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) kommt aus Frankreich. Der AS St. Etienne, derzeit Tabellen-17. der Ligue 1, qualifizierte sich durch zwei Siege (3:1, 2:1) gegen den griechischen Top-Club Olympiakos Piräus für die Runde der letzten 16 Mannschaften.

Bekannte Spielergrößen kann man derzeit zwar nicht aufbieten, dafür aber auf eine beeindruckende Vergangenheit zurückblicken. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der Verein Ende der 60er: Von 1967 bis 1970 gewann St. Etienne vier Mal in Folge die Meisterschaft.

1976 standen die "Stephanois" sogar im Finale des damaligen Europapokals der Landesmeister. Gegner war kein geringerer als der FC Bayern München. Am Ende hieß es 1:0 für den deutschen Rekordmeister.

Ismael warnt Werder

Die aktuelle Saison verläuft bei den Franzosen allerdings ähnlich wie bei den Bremern: Beide Teams hinken ihren Ansprüchen weit hinterher. Während Werder mit 29 Punkten und Rang 10 im Niemandsland der Bundesliga-Tabelle steht, kämpft St. Etienne im Nachbarland um den Klassenerhalt. Von den 20 Teams belegt der Club den 17. Rang.

Den derzeitigen Tabellenstand der "Grünen" sollten die Hanseaten aber nicht unterschätzen. Auch der Ex-Bremer Valerien Ismael warnte bereits: "St. Etienne ist ein Traditionsverein mit einer großen Vergangenheit. Momentan stehen sie in der Liga zwar nicht so gut da, aber im UEFA-Pokal haben sie einen sehr guten Lauf. Es ist eine junge Mannschaft mit vielen talentierten Spielern. Besonders in der Offensive ist St. Etienne gut besetzt, da muss Werder aufpassen. Hinten haben sie dafür einige Schwächen. Alles in allem glaube ich, dass es eine lösbare Aufgabe für Werder ist."

Im Angriff stimmt's

In der Tat scheint der Club aus dem Departement Loire in diesem Jahr im UEFA-Pokal regelrecht aufzublühen. Ungeschlagen erreichte man das Achtelfinale. Starke Leistungen gelangen nicht nur in der ersten K.o.-Runde gegen Hapoel Tel Aviv (Israel). Auch in der Gruppenphase spielte St. Etienne groß auf. Noch vor dem FC Valencia beendeten die Franzosen die Gruppe auf Rang 1.

Erfolgreichster UEFA-Cup-Torschütze im Team von Trainer Alain Perrin ist der Brasilianer Ilan, der bislang fünf Mal erfolgreich war. Ihm folgt mit vier Treffern der französische Nationalspieler Batefimbi Gomis.

Insgesamt trugen sich schon neun verschiedene Spieler im internationalen Geschäft in die Torschützenliste ein, was die ausgeglichene Offensiv-Besetzung des zehnmaligen Meisters unterstreicht. Die Bremer sollten also gewarnt sein.

Stefan Reiner