München - Es ist das Duell der beiden Topstarter und zugleich ein prestigeträchtiger Vergleich: Im fränkisch-bayerischen Derby empfängt der 1. FC Nürnberg den FC Bayern München. Mit Borussia Dortmund ist ein weiteres Topteam auswärts gefordert - für den BVB geht es nach Bremen.

In Wolfsburg steigt der direkte Vergleich zweier Europapokal-Anwärter zwischen dem heimischen VfL und dem formstarken FSV Mainz 05. Viel Spannung auch im Abstiegskampf: Eintracht Frankfurt und Schlusslicht Eintracht Braunschweig messen sich und im Breisgau steigt das badische Derby zwischen dem SC Freiburg und 1899 Hoffenheim. Alle Spiele gibt's wie immer ab 15 Uhr im Live-Ticker.

Was zwei Siege so alles bewirken können. Der 1. FC Nürnberg ist plötzlich nicht mehr das bedauernswerte Kellerkind, dem das Pech an den Schuhen klebt, sondern der Rückrunden-Blitzstarter, zu dem das Glück zurückgekehrt ist. Mit vier Toren in den ersten beiden Spielen des Jahres hat Torjäger Josip Drmic großen Anteil am Nürnberger Erfolg. Und auch vor dem Duell gegen den Klassenprimus hat der Schweizer keine Angst. Eine unglaubliche Mannschaft habe der FC Bayern, sagte Drmic zu Wochenbeginn, "aber wir glauben daran, dass wir sie schlagen können". Auch Teamkollege Daniel Ginczek gibt sich im bundesliga.de-Interview angriffslustig: "Wir wollen den Bayern weh tun." Die Statistik lässt auf eine Überraschung hoffen: Von den letzten sechs Heimspielen gegen den Triple-Sieger verlor der "Club" nur eines. "Ich weiß nicht, ob wir die Bayern ärgern können, aber wir wollen es versuchen", sagte Trainer Gertjan Verbeek und fügte augenzwinkernd hinzu: "Auch die Bayern-Spieler gehen zur Toilette - und da kommt dasselbe raus wie bei uns." Verzichten muss der Niederländer weiterhin auf Per Nilsson. Neuzugang Jose Campana steht hingegen erstmals im Kader.

Beim Rekordmeister ist man sich der Schwere der Aufgabe in Franken bewusst. "Wir wissen alle, dass es in Nürnberg immer schwierig war zu spielen", sagt Xherdan Shaqiri. "Sie werden von Anfang an aggressiv sein, uns alles abverlangen und alles Mögliche probieren, um zu gewinnen oder wenigstens einen Punkt zu holen." Dennoch peilt der souveräne Tabellenführer seinen zwölften Sieg in Folge an - auch ohne Franck Ribery: Dem Franzosen wurde ein Bluterguss operativ entfernt. Wie lange er ausfällt, ist noch offen. Trainer Pep Guardiola hofft, "dass er so bald wie möglich wieder mit uns trainieren kann“. Positive Nachrichten gab es derweil von Bastian Schweinsteiger: Nach dreimonatiger Zwangspause kehrte der 29-Jährige am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück. Ein Einsatz am Samstag kommt für den Mittelfeldspieler aber wohl noch zu früh.

Fakten zum Spiel und voraussichtliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen

Werder-Trainer Robin Dutt fordert von seinem Team einen couragierten Auftritt gegen den BVB. "Wir müssen viel laufen, unangenehm sein und über gewonnene Zweikämpfe Selbstvertrauen aufbauen", sagt der 49-Jährige. Dabei dürfte Dutt erstmals auf Neuzugang Ludovic Obraniak setzen. Der Offensivspieler könnte neben Aaron Hunt auflaufen, der nach Knieproblemen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist. "Allein können beide nichts ausrichten", sagt Dutt, "aber sie könnten das Zünglein an der Waage sein." Nicht zur Verfügung stehen die verletzten Mehmet Ekici (Fuß) und Clemens Fritz (Leiste). 

Die Bremer Kampfansagen sind jedenfalls in Dortmund angekommen. "Auch wir haben Möglichkeiten, Bremen Probleme zu bereiten, die über Kampf allein nicht zu lösen sind", entgegnet BVB-Trainer Jürgen Klopp. Im Kampf um die Champions-League-Plätze brauchen die Schwarz-Gelben jeden Zähler. "Wir müssen punkten, um unsere Ziele zu erreichen", sagt Klopp. Schmerzhaft ist der erneute Ausfall von Mats Hummels, der wegen einer Stauchung und Bandzerrung am Fußwurzelgelenk zum Zuschauen verdammt ist. Neben den Langzeitverletzten Jakub Blaszczykowski, Neven Subotic und Ilkay Gündogan ist auch Erik Durm wegen einer Oberschenkelzerrung nicht dabei. 

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Vor drei Spieltagen trennten beide Teams in der Tabelle noch acht Punkte - nun sind der VfL Wolfsburg und Mainz 05 punktgleiche Tabellennachbarn. Das liegt zum einen an den formstarken Mainzern und zum anderen am Fehlstart des VfL. Trainer Dieter Hecking hofft nun auf die Wende: "Ich bin guter Dinge, dass meine Mannschaft von der Einstellung her alles abrufen wird, um dann möglichst den ersten Dreier der Rückrunde einzufahren." Neben dem gesperrten Daniel Caligiuri muss Hecking weiterhin auf den defensiven Mittelfeldspieler Slobodan Medojevic (Oberschenkelzerrung) verzichten.

Auf Mainzer Seite kehrt Nicolai Müller nach überstandenen Knieproblemen wieder in den Kader zurück. Ob er von Anfang an auflaufen wird, ließ Trainer Thomas Tuchel noch offen. Dennoch ist der Coach gezwungen, seine zuletzt so erfolgreiche Elf umzubauen - Kapitän Nikolce Noveski handelte sich vergangene Woche gegen Freiburg seine fünfte Gelbe Karte ein. So steht der lange verletzte Niko Bungert vor seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison. "Alle Erfahrungen mit Niko führen immer zu dem gleichen Ergebnis: Man kann ihn immer reinwerfen", sagte Tuchel und räumte damit alle Zweifel, ob ein Einsatz von Beginn an für Bungert zu früh käme, beiseite. Neben den Langzeitverletzten Julian Baumgartlinger und Dani Schahin muss auch Elkin Soto (Rückenprobleme) passen.

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Torhüter Kevin Trapp ist rechtzeitig zum Spiel gegen den Tabellenletzten Braunschweig wieder fit. Der 23-Jährige erlitt vergangene Woche eine schwere Prellung am rechten Schienbeinkopf, ist nun aber genesen und soll der Eintracht helfen, auch im achte Pflichtspiel in Serie gegen die Löwen ungeschlagen zu bleiben. Auch die gegen die Bayern pausierenden Carlos Zambrano und Sebastian Rode dürften am Samstag in die Startelf zurückkehren.

Die Gäste müssen womöglich auf Stürmer Havard Nielsen sowie Mittelfelspieler Marc Pfitzner verzichten. Beide zogen sich im Training eine Prellung am Fuß zu. Dennoch rechnet sich Trainer Torsten Lieberknecht in Frankfurt etwas aus: "Genährt durch die gezeigten Leistungen besteht die große Hoffnung, dass wir auswärts mal wieder etwas Zählbares mitnehmen." Eine Steigerung erhofft sich der 40-Jährige von Flügelspieler Karim Bellarabi, der seine Leistenprobleme überwunden hat: "Ich erwarte von ihm aufgrund seiner Klasse den nächsten Schritt. Er muss sich taktisch noch weiterentwickeln."

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Ein hoher Unterhaltungswert ist garantiert: 18 Tore fielen in den vergangenen drei Vergleichen zwischen Freiburg und Hoffenheim, das spektakuläre Remis im Hinspiel mit drei Platzverweisen und einem Elfmeter ist noch bestens in Erinnerung. "Bereits das 3:3 im Hinspiel war ein großer Fight, bei dem beide Teams mit offenem Visier agiert haben", sagt 1899-Coach Markus Gisdol. Mit dem überzeugenden 3:0 korrigierte seine Elf den missglückten Jahresauftakt gegen Nürnberg. Daher sieht sich Gisdol nicht gezwungen, seine Startelf umzustellen - endgültig festlegen wollte er sich auf der Pressenkonferenz vor dem Spiel jedoch noch nicht. Gefährdet ist lediglich der Einsatz von Sven Schipplock, der unter der Woche mit Problemen an der Achillessehne zu kämpfen hatte.

SC-Trainer Christian Streich bemängelte nach der 0:2-Niederlage in Mainz insbesondere das ungenügende Zweikampfverhalten seiner Mannschaft. "Wir waren nicht aggressiv genug", sagte Streich. Und im Spiel nach vorne habe laut Offensivspieler Admir Mehmedi der letzte Pass und die letzte Konsequenz gefehlt. Gegen Hoffenheim will der SC daher an seine überzeugenden letzten Heimspiele anknüpfen und möglichst den dritten Dreier vor heimischem Publikum in Folge einfahren. Sebastian Freis (Achillessehnenprobleme), Marco Terrazzino (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Vegar Hedenstad (muskuläre Probleme) müssen weiterhin pausieren. Neuzugang Philipp Zulechner sei "auf jeden Fall eine Option", denn der Österreicher bringe laut Streich "etwas Frisches" mit.

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