Victor Obinna kam vom MSV Duisburg und soll Sandro Wagner ersetzen - © imago / Jan Huebner
Victor Obinna kam vom MSV Duisburg und soll Sandro Wagner ersetzen - © imago / Jan Huebner
Bundesliga

Vorschau auf die neue Saison: Der SV Darmstadt 98 im Check

Köln - Am 26. August rollt wieder der Ball in der Bundesliga (>>> 1. Spieltag im Überblick). Bis dahin nimmt bundesliga.de alle Clubs genau unter die Lupe - heute ist der SV Darmstadt 98 dran.

Saisonziel

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Die Lilien kennen in ihrer zweiten Erstligasaison nur ein Ziel: eine dritte dranzuhängen. Angesichts der Tatsache, dass der Klassenerhalt in der vergangenen Saison schon eine sensationelle Leistung war und die Rahmenbedingungen in Darmstadt eher überschaubar sind, hätte man dieses Ziel sowieso ausgegeben. Nun, nach all den Abgängen und dem Wechsel von Erfolgstrainer Dirk Schuster nach Augsburg, stellt man sich erst recht auf Abstiegskampf ein.

Trainer

Norbert Meier, ein sachlicher, ruhiger und erfahrener Vertreter seiner Zunft. Für den Sportlichen Leiter, Holger Fach, war es keine Frage, wen er kontaktieren würde, nachdem Dirk Schuster seinen Weggang aus Darmstadt publik gemacht hatte. Schließlich kannte er den gebürtigen Schleswig-Holsteiner Meier seit gemeinsamen Spielertagen bei Borussia Mönchengladbach. Nach ein paar zähen Verhandlungstagen mit Meiers damaligem Arbeitgeber Arminia Bielefeld, wurde Meier Mitte Juni in Hessen vorgestellt. Der fehlende Komfort am „Bölle“ stört ihn dabei übrigens genauso wenig wie seinen Vorgänger: „Ich habe schon in Düsseldorf oder Dresden gearbeitet, da lag auch nicht überall der rote Teppich.“

Taktik

Meier ist ein pragmatischer Trainer. Statt einer Mannschaft ein durchgängiges taktisches Konzept überzustülpen, schaut er sich die Gegebenheiten vor Ort an und schneidert das passende Konzept für den jeweiligen Gegner. Unter Schuster war das ähnlich, auch unter ihm praktizierten die Lilien aus einer stabilen Abwehr heraus schnelle Konter, bevorzugt über die Außenbahnen und den schnellen Marcel Heller. An diesem Konzept dürfte sich auch unter Meier nichts Grundlegendes ändern. Zumal er ein Trainer ist, der zunächst einmal defensiv denkt, in Düsseldorf oder Bielefeld aber durchaus attraktiven Fußball spielen ließ.

Neuzugänge/Kader

Der bundesligaerfahrene Innenverteidiger Immanuel Höhn sowie die beiden Torhüter Michael Esser und Daniel Heuer Fernandes standen schon früh als Neuzugänge fest, Ende Juli wurde dann noch Antonio Colak aus Hoffenheim verpflichtet. Der gebürtige Schwabe ähnelt von der Statur her an Sandro Wagner, dessen Rolle als Sturmspitze er auch übernehmen könnte. Mit Victor Obinna wurde ein weiterer Stoßstürmer vom MSV Duisburg verpflichtet. In Artem Fedetskiy haben die Hessen einen EM-Teilnehmer verpflichten können. Der 31-jährige Ukrainer ist sehr erfahren und soll das defensive Mittelfeld verstärken. Sein Landsmann Denys Oliynik kam von Vitesse Arnheim und kann auf beiden Außenbahnen spielen. Verlassen haben die Lilien hingegen einige Korsettstangen der vergangenen Aufstiegssaison. Neben Wagner wären da vor allem Keeper Christian Mathenia und Verteidiger Konstantin Rausch zu nennen.

Video: Darmstadts starke Saison

Schlüsselspieler

Auf die beiden Sechser Peter Niemeyer und Jerôme Gondorf wird es auch in der kommenden Spielzeit ankommen, in der vergangenen Spielzeit waren sie fürs Darmstädter Umschaltspiel eminent wichtig. Ein Fragezeichen steht hinter den Neuzugängen, die die Abgänge im Tor und im Sturmzentrum kompensieren sollen. Dass Aytac Sulu, auch außerhalb des Platzes der Führungsspieler im Team, und der flinke Marcel Heller den Lilien treu blieben, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Top-Fakten

    Darmstadt verpflichtete Norbert Meier als neuen Trainer, der mit seinen 57 Jahren der älteste Trainer der Liga ist (Ancelotti ist ein paar Monate jünger). Letztmals ein Bundesliga-Team trainierte Meier 2012/13, als er mit Fortuna Düsseldorf abstieg.

    Darmstadt 98 spielt erstmals zwei Bundesliga-Spielzeiten in Folge, zuvor war man nur 1978/79 und 1981/82 Mitglied der Bundesliga.

    Kapitän Aytac Sulu war letzte Saison der torgefährlichste Abwehrspieler der Liga (sieben Treffer), seine Treffer dürften auch in der neuen Spielzeit gerade nach dem Abgang von Sandro Wagner unverzichtbar sein.

Formcheck

Mit nur 19 Spielern reisten die Lilien Ende Juli ins Trainingslager nach Haus im Ennstal – wohlwissend, dass wie bereits in der vergangenen Saison noch einige Neuzugänge nachverpflichtet werden sollen. Die Vorbereitungsspiele gegen unterklassige Gegner (Gesamtbilanz 37:0 Tore) sind ebenfalls wenig aussagekräftig. Gegen den FSV Frankfurt gelang am 16. Juli ein knapper 2:1-Sieg. Der erste richtige Härtetest gegen Ligakonkurrent und Aufsteiger SC Freiburg ging mit 1:3 verloren. Ergo: Die Hessen werden von Anfang an gegen den Abstieg spielen, das weiß bei den Lilien so gut wie jeder.

Christoph Ruf

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