München - 99 Mal trafen Werder Bremen und der HSV in der Bundesliga bislang aufeinander (Infografik) und zumeist waren es Duelle um die europäischen Plätze. Dieses Mal ist alles anders: Wenn sich die beiden Nord-Clubs am Samstagnachmittag zum hundertsten Mal gegenüber stehen, geht es um nichts anderes als den Klassenerhalt.

Gleichzeitig will der BVB mit einem Sieg gegen Nürnberg Bayer Leverkusen Platz 2 streitig machen. Die Werkself empfängt mit Mainz 05 ein Team, das ebenfalls an den internationalen Plätzen schnuppert. Außerdem hofft Gladbach in Braunschweig auf den ersten Rückrundensieg und der FC Augsburg auf den nächsten Coup gegen Hannover (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker). Die Vorschau auf die Samstagspartien des 23. Spieltag...

Ausgerechnet im 100. Nordderby der Bundesliga zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (das Spiel in der EA-Prognose) steht nicht weniger als der Verbleib in der deutschen Eliteliga auf dem Spiel. "Natürlich ist die Wichtigkeit auch aus der Tabellenkonstellation abzuleiten", sagt Werder-Trainer Robin Dutt: "Aber es ist so oder so ein besonderes Spiel. Ich lebe und liebe Werder."

Auch sein Gegenüber Mirko Slomka misst dem Abstiegsderby eine besondere Bedeutung bei. "Mit einem Sieg können wir einen Platz klettern. So können wir noch Krümelchen an Motivation draufpacken", sagte der 46-Jährige. Und gerade für die laut Marcell Jansen "geilste Paarung in der Bundesliga" droht Hamburgs Toptorjäger Pierre-Michel Lasogga mit hartnäckigen Rückenbeschwerden auszufallen. "Wir versuchen alles, wirklich alles", sagt Slomka. Immerhin kehrt Raffael van der Vaart bei den Rothosen zurück. Gute Nachrichten gibt es auch bei Werder: Kapitän Clemens Fritz und Aaron Hunt haben sich fit gemeldet.

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Vor dem Duell gegen den FCN plagen Borussia Dortmund weiterhin Verletzungssorgen in der Abwehr. Ein Einsatz des Innenverteidigers Sokratis ist fraglich, laut Trainer Jürgen Klopp wegen einer "fiesen Schwellung im Bereich der Achillessehne". Sven Bender, Ilkay Gündogan, Neven Subotic und Jakub Blaszczykowski stehen verletzungsbedingt ohnehin nicht zur Verfügung, zudem ist Sokratis' möglicher Vertreter Marian Sarr angeschlagen. Eine Oberschenkelverhärtung verhinderte auch am Donnerstag eine Teilnahme am Training (zur Meldung). Dafür wird Mats Hummels wohl wieder spielen können. "Er hat ganz normal trainiert", sagte Klopp.

Auch die Franken sind vor neuen Verletzungssorgen nicht gefeit. Weil Makoto Hasebe immer noch Schmerzen an seinem operierten Knie hat, flog er in die japanische Heimat, um sich dort einer intensiven Kontrolluntersuchung zu unterziehen. Die bittere Diagnose: Hasebe muss erneut unters Messer. Markus Feulner, der den Japaner erneut vertreten wird, glaubt an die Chance des "Club": "Dortmund ist eine große Mannschaft, aber sie hatten zuletzt immer mal wieder Probleme." Verzichten muss der FCN auch auf Marco Gebhart (Adduktorenverletzung).

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Bayer Leverkusen hofft, endlich zurück in die Spur zu kommen - gegen Mainz 05 dürfte das allerdings kein leichtes Unterfangen werden. Die Werkself, die von den vergangenen neun Pflichtspielen sieben verlor (Bayers Bundesliga-Ergebnisse), muss umbauen: Emir Spahic und Gonzalo Castro fehlen gelbgesperrt, dafür rücken vermutlich Philipp Wollscheid und Simon Rolfes in die Anfangself. Möglich ist auch, dass Julian Brandt, der bereits einige Kurzeinsätze vorzuweisen hat, sein Startelfdebüt gibt.

Gegner Mainz muss auf Nicolai Müller verzichten, der auf Schalke seine fünfte Gelbe Karte sah. Ansonsten sind alle Mann an Bord. Das Spiel beim Tabellenzweiten stuft 05-Coach Thomas Tuchel noch einmal eine Stufe schwerer ein als Schalke. "Ich bin sehr froh, dass wir das erste Auswärtsspiel auf Schalke mit dieser Mentalität und dieser Qualität gespielt haben. Jetzt brauchen wir alle Konzentration für eine sehr starke Leverkusener Mannschaft."

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Nach dem bitteren 1:2 in Nürnberg, als Braunschweig leichtfertig Punkte im Abstiegskampf liegen ließ, galt es für Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht, seine Mannschaft unter der Woche wieder aufzurichten. "Bei uns herrscht keine Endzeitstimmung", sagt der Trainer. "Wenn man am Boden liegt, muss man wieder aufstehen". Immerhin kann Lieberknecht wieder auf die zuletzt gesperrten Daniel Davari im Tor und Karim Bellarabi zurückgreifen. Auch Omar Elabdellaoui ist nach auskurierten Leistenproblemen einsatzbereit.

Bei den Gästen ist die Stimmung nach sieben Spielen ohne Sieg ebenfalls getrübt. Untergangsstimmung will Cheftrainer Lucien Favre aber nicht aufkommen lassen. "Ich mache mir keine Sorgen. Wir werden auch wieder ein Spiel gewinnen.“ Juan Arango, der zuletzt wegen einer Adduktorenverhärtung fehlte, steht im Kader. Und auch sonst kann Favre - bis auf den Langzeitverletzten Oscar Wendt - aus dem Vollen schöpfen.

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Nach zehn Punkten in der Rückrunde hat sich der FC Augsburg endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet und blickt nun sogar mit einem Auge auf die internationalen Plätze. Einen Heimsieg gegen Hannover vorausgesetzt, könnten die Schwaben in der Tabelle Platz 6 nach dem Spieltag anpeilen. Am Freitag ereilte zudem Andre Hahn die Nachricht über seine Nominierung in die Nationalmannschaft. Zunächst liegt der Fokus aber auf 96: "Das wird ein Hammerspiel", erwartet Linksverteidiger Matthias Ostrzolek mit Hannover einen harten Brocken. In der Innenverteidigung wird Trainer Markus Weinzierl den gesperrten Jan-Ingwer Callsen-Bracker wohl durch Jeong-Ho Hong ersetzen. Außerdem fehlen Marwin Hitz (Bauchmuskelverletzung) und Sascha Mölders (Sprunggelenk).

Die Niedersachsen hoffen nach drei Pleiten in Folge und 0:8 Toren auf die Trendwende. Das Lazarett hat sich unter der Woche gelichtet. Jan Schlaudraff ist einsatzbereit und auch Didier Ya Konan steht seit fast fünf Monaten Pause erstmals wieder im 96-Kader. Ein Einsatz von Andre Hoffmann (Mandelentzündung) am Wochenende ist dagegen fraglich.

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